Inselirrfahrt oder die Goldenen Dächer des „Orients“ glitzern am Horizont

Nach einem Omelett Brunche gegen 11 packe ich wieder meinen kleinen Daypack, schwinge mich auf den scooter und fahre, diesmal auf der Ostseite der Insel, nach Süden. Wellen schlagen an die grauen Felsen neben der Strasse, man hält kurz für ein Foto. Bei einem Schild zum Strand biege ich ab, stelle dann aber fest, dass ich überhaupt keine Lust zum Schwimmen habe, also geht es weiter in Richtung der wohl am meisten gehypten Touristenattraktion der Insel, die eher Instinkt denn Ästhetik anspricht. Ein paar Schlitzohren haben in einer Felsformation, dem Hin Ta Hin Yai, primäre Geschlechtsorgane gedeutet, was jetzt natürlich in Scharen Chinesen und Russen, die größte Gruppe unter den Touristen hier, anlockt. Tja, was mich hier hergetrieben hat weis ich allerdings auch nicht so recht… Hin Ta Hin Yai bedeutet frei übersetzt Grossvater und Grossmutterfelsen, der steinerne Fallus ragt deutlich über dem Meer empor. Grossmutter übersehen hier die meisten, durch Vorabrecherche wei ich jedoch wo sie vermeintlich liegt, und näher mich für ein Foto dem Meer. Leider ist der Seegang so stark, dass meine Schuhe nass werden, noch bevor dieser unglaublich denkwürdige Ort festgehalten ist. Naja, drauf gepfiffen, ich wollte ja eigentlich auch gar nicht herkommen.

Eigentlich bin ich nämlich auf derm Weg zum Tar Nim Waterfall & Magical Garden, zu dem ich ja schon gestern wollte. Stattdessen biege ich beim nächstbesseren Schild noch weiter nach Süden ab zur Laem Sor Pagoda. Die Gegend wandelt sich urplötzlich, die Bebauung schwindet, ein sauber angelegter Wald nimmt den Platz von Restaurants, Bars und Bungalows ein. Die Palmen stehen in Reih und Glied, wahrscheinlich wir hier im Süden der Insel Palmöl gewonnen. Durch die Baume schimmert das Blau des Meeres und plötzlich glitzert es Golden durch die Palmwedel: Die Pagode. Sie ist wesentlich kleiner als erwartet, kenne ich doch nur die gigantische Pagode irgendwo in Mumbai, die uns während des Schüleraustauschs 2012 gezeigt wurde. Schön ist sie dennoch, bewacht von zwei Dämonsstatuen steht sie aus Korallensteinen gefertigt auf einem Plateau und trotz der See. Offenbar mit Buddhareliquien aus Sri Lanka bestückt steht sie hier seit 1908. Überall sind kleine Götterstatuen aufgestellt, es riecht nach Räucherstäbchen, Kerzenwachs und Salzwasser.

Jetzt kann ich wenigstens sagen, dass ich überall auf der Insel war, außer beim Elefantentrekkingwasserfall, das möchte ich nicht unterstützen, auch nicht durch 50 Cent Parkplatzgebühr. Einzig die Werbeschilder für das Elefantenreiten sind lustig, sie ähneln verblüffend dem kleinen Elefanten aus der Sendung mit der Maus.

Nach diesem kleinen Abstecher zur Pagode gehts nun aber wirklich zum Statuengarten. Naja zumindest fast, einmal falsch abgebogen und ich befinde mich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Holzweg. Auf steilen Dschungelpfaden, maximal 1,50 Meter breit winde ich mich immer höher einen Berg hinaus, bis ich plötzlich vor einer Sackgasse stehe. Hmm, ich hab mich wohl etwas verfahren… Also drehe ich um und beim dritten Anlauf finde ich dann auch endlich die verdammte Strasse, wehe jetzt kommt noch ein Sperrgebiet.

Dem ist aber nicht so, auch wenn die Strasse nicht wesentlich besser ist als der Holzweg, auf dem ich mich eben befand. Dafür leiten mich die plärrenden Lautsprecher der Safaritrucks, in denen Touristen massenweise angeschwemmt werden. An einem kleinen Ticketschalter ziehe ich eine Eintrittskarte für 2€, dann gehts über eine kleine Treppe zum Flussbett hinunter. Unter einem Mini-Mini-Wasserfall planschen vergnügt ein paar Leute, nachdem ich gestern aber fast alleine in einem viel cooleren Fluss gebadet habe finde ich das schon fast lächerlich. Interessanter sind die hier aufgestellten Statuen, die wohl die hiesige Götter- und Sagenwelt darstellen. Ohne nähere Erklärungen sind sie zwar hübsch anzusehen, der Mehrwert fehlt jedoch irgendwie. Und zu voll ist es auch. Deshalb gehe ich nach nicht mal 10 Minuten wieder zu meinem Scooter und hoffe, dass der mich wieder heile den Berg wieder herunter bringt. Die Spritanzeige ist durch die Berg- und Irrfahrt schon gefährlich lange im roten Bereich.

Trotz der Bedenken schafft es mein kleiner Roller bis zur nächsten Tanke und sage der Tankwartin sie solle für 20 Baht auffüllen. Der Preis rattert hoch 17,47…18,92… und hält exakt bei 20,00. Die hats drauf 😄.

Eigentlich möchte ich jetzt nur noch nach Hause und entspannen, da sehe ich schon wieder eine goldene Pagode, diesmal auf einem Berg, glitzern. Guut, dass nehme ich noch mit. Über exakt 100 Stufen steige ich über einen schön angelegten Weg hinauf, und dann geradewegs auf das Dach der Pagode. Dass man dafür eigentlich (wirklich fast nix) zahlen muss übersehe ich blöderweise, aber da eh niemand ausser mir da ist, kann mir Buddha das wohl verzeihen.<<<< ussicht ist überwältigend. Koh Samui liegt im Sonnenlicht unter mir, die Vögel zwitschern und man hat einen tollen Blick auf die Landebahn des Flughafens, auf dem gerade eine weitere Propellermaschine neue Urlauber anliefert.<<<< ier sehe ich auch die größte Shopping Mall der Insel, CentralFestival, und der statte ich auch noch einen kurzen Besuch ab. Ist aber wie jede Mall der Welt, also langweilig, einzig der Footcourd ist interessant. Der macht mich so hungrig, dass ich mich schon auf den nächsten Tagespunkt freue, ein Abstecher im Hard Rock Café Koh Samui.<<<< tellt sich allerdings als ungeahnt schwierig heraus, die einzige Zufahrt ist eine nicht ausgeschilderte Einbahnstrasse, und erst die "One-Way!" Rufe der Händler lassen mich darauf aufmerksam werde. Die Suche nach einer geeigneten Umgehung frisst knapp eine viertel Stunde, dann laufe ich, damit ich endlich was zu essen bekomme. Noch schnell Geld abheben, denn mit den geschätzten Preisen für einen Burger komme ich nicht ganz hin. Es klappt mir jedoch ganz schön der Mund auf, als ich die wirklichen Preise sehe, für ein Abendessen könnte ich hier locker zwei Tage drei Mahlzeiten mit Backpackerriecher finden. Und son T-Shirt ist mir dann doch auch zu kostspielig. <<<< aufe also Schnurstracks zurück zum Roller und gebe Gas, mein Magen fühlt sich betrogen und rebelliert gegen meinen Geiz. Er freut sich aber um so mehr, als ich zehn Minuten später in meinen lokalen Stammrestaurant sitze, einen grossen Teller Frühlingsrollen, in Curry gekochten Fisch und Reis verdrücke und nebenbei mit Mama facetime. Ein entspannterAbschluss des Tages, dem nur noch die zeitintensive aber freudige Blogvollendung hinzuzufügen ist.

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