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Tipps für deine Neuseelandreise:

Abstract: Der Artikel gibt dir zu folgenden Themen Tipps, wenn du fragen hast, schreib doch einfach einen Kommentar:

Verpflegung, Supermarkt, Rabattkarten, Tankstellen, Auto kaufen/mieten,  Automarkt, Mechaniker, Versicherung, Konto, Bargeld, Proof-of-adress, Telefon, Übernachtungen,  Erste Woche, Auckland, Camping, Campermate, Kosten, Aktivitäten, Route, Arbeit, Working-Hostels

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Fangen wir mal mit dem Einfachsten an: der Verpflegung. Am günstigsten isst man in Neuseeland, wenn man sich vegetarisch ernährt, Fleisch kostet richtig viel und besonders von Würstchen sollte man meiner Meinung nach die Finger lassen, die schmecken einfach nicht. Gemüse ist günstig, besonders Mais, Avocados und Paprika waren meiner Erinnerung nach billiger als in Deutschland. Will man die Knausrigkeit auf die Spitze treiben, so kauft man am besten Reis oder Nudeln als sättigende Beilage. Eine Packung davon kostet ca 70 Cent, was ca 40 Euro-Cent entspricht. Von Kartoffeln lässt man als Camper lieber die Finger, die brauchen einfach zu lange um gar zu werden, und man möchte seine 7$ Gaskartusche ja nicht nur für ein Essen „verbraten“. Vom Konsum von Kaffe, Tabak und Alkohol ist abzuraten, sie sind ebenfalls sau teuer (der günstigste Wein fängt bei 30$ an!)

Als Supermarkt/Discounter bietet sich „Pack n‘ Save“ an, die gibt es überall, und entspricht Aldi hier. Viele der Filialen haben eigene Tankstellen, bei denen man mit einem Kassenbon sogar ein paar Cent pro Liter spart. Das gilt allerdings (soweit ich mich erinnere) erst ab einem Einkaufswert von 25 oder 50$. Auch mit der „Onecard“, die es bei „Countdown“ der anderen großen Supermarktkette Neuseelands gibt kann man nach dem Payback-Prinzip Punkte sammeln und diese dann bei „Caltex“ oder „BP“ Tankstellen einsetzen, um billiger an Benzin zu kommen. Ich schreibe bewusst Benzin, da ich empfehle keinen Dieselwagen zu kaufen/leihen, da auf diese eine extra Steuer erhoben wird, die nach gefahrenen Kilometern abgerechnet wird. Ein anderer Laden ist „Warehouse“ bei dem es alles für Reparaturen gibt, er entspricht den auch bei uns gängigen Baumärkten.

Pack n‘ Save von Innen

OneCard von Countdown

Falls man sich ein Auto selbst kaufen möchte, so empfiehlt sich für die Region Auckland der Carfair im Stadtteil „Ellerslie“ an der Pferderennbahn, der jeden Sonntag um 9:00 bis 12:00 startet. Zu Beginn der Backpackingseason sind die Preise gegenüber der Offseason ordentlich erhöht, unser Toyota Estima hat Anfang Dezember ca 4.500$ gekostet, und hätten wir Zeitdruck und nicht unglaubliches Glück gehabt den im April für 2.000$ verscherbelt. Es gibt noch einen kleineren Markt, den „Auckland City Car Fair“ in der „Alten Rd“ mitten in Auckland. Da er klein ist kann man dort auch mal schauen, die meisten Verkäufer sieht man aber Sonntags in Ellerslie eh. Das kann aber auch von Vorteil sein, quasi als Probe, um den Markt auszuchecken und eventuell Backpacker die unter Zeitdruck verkaufen müssen ausfindig zu machen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zu Beginn der Saison allerdings verschwindet gering, die meisten sind Professionelle Händler die die Autos im Winter einlagern und weiter verkaufen. Diese sind es auch meistens, die einem die Autos im Herbst wieder abkaufen – für einen Spottpreis. In Ellerslie gibt es dann auch Mechaniker, bei denen man sein zu kaufendes Auto für rund 150$ (meine ich) komplett durchchecken lassen kann.

Hier versuchen wir uns gerade als Händler

Die Mechaniker sind unabhängig von den Händlern und ihnen ist zu vertrauen, und sie in Anspruch zu nehmen ist auf jeden Fall ratsam! Sie sind zwar teuer, aber man spart sich durch sie eventuell den Kauf eines 5000$ teuren Schrotthaufens! Auch bietet sich der Kauf einer Versicherung an, wir haben unsere bei AA (dem ADAC-Pendant) für rund 450$ gegönnt – sie war 2016/17 die günstigste.

Um überhaupt irgendwas zu kaufen braucht man natürlich erstmal Geld, welches per Überweisung ca. eine Woche nach Neuseeland benötigt. Dafür erfordelich ist ein neuseeländisches Konto. Das haben wir bei der Kiwibank eröffnet, weil sie Teil der neuseeländischen Post ist, die ihre Filialen in wirklich fast jedem Kaff haben. Damit wäre dann auch die Versorgung mit Bargeld garantiert, wobei dieses kaum benötigt wird, da man alles mit Kontaktlosen Karten bezahlen kann – auch ein Eis für 70 Cent bei Burger King ist überhaupt kein Thema (aber zu Fastfood komme ich noch).

Für das Konto benötigt man einen „Proof of Adress“, also ein Dokument, das beweist, dass du in Neuseeland eine Wohnung hast. Wir haben das so gelöst, dass unser damaliger Air BnB-Host uns netterweise eine seiner Stromrechnungen mitgegeben hat, auf deren Briefkopf seine Adresse vermerkt war. Quasi ein Freifahrtsschein für uns, denn diesen Brief hätten wir jederzeit für alles Verwenden können – also ein Glücksfall. Viele Hostels bieten diesen „Proof of Adress“ aber auch als Service an, für einen Aufpreis von 10-25$ soweit ich mich an Gesehenes richtig erinnere. Häufig braucht man zu Beginn der Saison einen Termin bei der Bank, also sei am besten flexibel, sowohl was die Filiale, als auch die Zeit angeht, und bring davon genug mit, das kann schon mal ne Woche dauern. Solange bietet es sich auf jeden Fall an, über genug selbst mitgebrachtes Bargeld von zu Hause zu verfügen! Wir hatten uns da zu Beginn beim Zeitmanagement etwas verschätzt und waren über jegliche Rechnung froh, die mit dem Handy und Paypal zu bezahlen waren (wobei da die Wechselkurse teilweise echt scheisse sind).

Sollte man genug von dabei haben: besonders für den Automarkt, denn dort zahlt man Bar!

Das Konto zu eröffnen geht dann aber sehr schnell, zumal man dank unpersonalisierter Karte (also ohne eigenen Namen drauf) sofort überall bezahlen kann. Danach zahlt man sein Bargeld einfach aufs Konto, und geht damit am besten direkt in den nächsten Supermarkt, kauft sich etwas günstiges und kehrt zur Bank zurück. Mit dem Beweis, dass sich auf dem Konto auch Geld befindet (der Rechnung) kann man nun auch eine Steuernummer beantragen, und bekommt diese auch sofort überreicht. Die ist überlebenswichtig wenn man einen Job ergattern möchte, ohne diese würde man schwarz arbeiten, und das ist sicherlich keine gute Idee.

Mit dem frischen Konto kann man dann auch spätestens jetzt zu einem Telefonanbieter gehen, um eine Sim-Card zu holen. Wir haben uns für Vodafone entschieden, denen wurde in diversen Internetforen die höchste Netzabdeckung nachgesagt, ist aber auch nicht ganz günstig. Uns war das wichtig, weshalb wir für die zugegeben vielen 3GB monatlichen Daten auch fast 35$ zahlten, dafür konnte man an den SMS und Freiminuten dank der App massiv schrauben.

Für Übernachtungen bietet sich in der ersten Woche auf jeden Fall ein Hostel an. Die „Base“ in der Queensstreet, der Haupteinkaufstraße in Auckland ist für viele Backpacker die erste Anlaufstelle. Sie ist günstig… aber darum nicht unbedingt auch gut. Ich fand sie zu voll, unser Zimmer lag in der Nähe der Bar und war darum auch Nachts ziemlich laut, nix für Leute mit Jetlag, aber sicher Top um abends mal aus zu gehen. „Silverfern Backpackers“ und die „YHA“ waren andere Hostels die wir in Auckland aufgesucht haben, allerdings alle 3 erst als wir abgereist sind. Besonders die YHA ist ganz praktisch, weil sie mit einem deutschen Jugendherbergsausweis vergünstigt zu bekommen ist. Zwar nicht ganz billig wäre sie meine erste Wahl der von mir besuchten Unterkünfte, aber es gibt ja genug Websites auf denen man Hostels für seinen Geschmack finden kann. Wir haben für unsere Ankunft jedoch zuerst Air-Bnb gewählt. Die 2 Tage dort haben wir aber fast komplett verpennt, aber dank des herzlichen Gastgebers der uns bei vielem helfen konnte denncoh perfekt. Danach haben wir Couchsurfing gemacht, was ich bei unserem Host aber nur bedingt empfehlen kann, der war nicht ganz so cool drauf wie der Typ von Air-BnB. Kann man nix machen.

Queensstreet

Was aber auf jeden Fall zu beachten ist, ist die Entfernung des Wohnorts beispielsweise zur Queensstreet. Überall sonst ist eher wenig los, wer was erleben will sollte ins Zentrum, was dank Bus und Bahn super geht, aber in unserem Fall ca. 7$ pro Strecke kostete – nicht ideal um Gels zu sparen.

Ist man unterwegs so variieren die Preise je nach dem, wie man unterwegs ist. Ist man Camper, und schläft im Auto oder Zelt, so lässt es sich auf sogenannten DOC-Campingplätzen richtig Geld sparen. Sie sind vom „Department of Conservation“ die für den Naturschutz zuständig sind. Die Campingplätze liegen meist mitten in der Wildnis und sind wunderschön, sind dafür aber oft nur rudimentär ausgestattet – Stichwort Plumpsklo. Diese sind aber überraschend sauber und fast immer in Topzustand. Dafür sind die Preise unschlagbar: häufig gratis, aber kaum teurer als 10$! Meist steht eine Spendenbox da, und man vertraut darauf, dass die Gäste auch zahlen. Natürlich gibt es auch besser ausgestattete Plätze, insgesamt ist die Preisspanne beim Campen von 0 bis ca 25$ üblich, darüber eher aussergewöhnlich. Anders sieht das bei Hostels aus, diese fangen nicht unter 25$ pro Person und Nacht an. Seinen Strom läd man am besten in „Librarys“, die gibt es fast überall, haben lange Öffnungszeiten und fast alle sogar freies WLAN. Finden lassen sich diese, aber auch öffentliche Duschen, Campingplätze, Krankenhäuser, Supermärkte und alle wichtigen Institutionen mit der dringen zu empfehlenden App Campermate

Ein Beispiel für einen DOC-Campingplatz

Solange man in Auckland ist und sofern man keine eigene Küche zur Verfügung hat, ist Fastfood der einzige Weg, etwas zu essen zu bekommen. Neuseeland hat zwar ein unglaublich umweltbewusstes Immage, aber Schein unterscheidet sich hier definitiv vom Sein. PizzaHut und Dominos bieten für umgerechnet nur 3€ pro Pizza die günstigste Grundversorgung und war darum stehts unsere Wahl, alles andere bewegt sich preislich ab 7$.

Kosten pro Monat beliefen sich bei uns bei insgesammt rund 1.000 $ pro Monat. Diese können sich aber durch Aktivitäten erhöhen, wobei bei uns im Schnitt eben jene Tausend Dollar herauskamen. Definitiv empfehlen lässt sich hier die Region um Queenstown. Sie ist berühmt dafür den Bungeejump erfunden zu haben, dementsprechend viele gibt es hier. Sowohl den höchsten Jump als auch die größte Schaukel des Landes finden sich hier. Die Nevis Swing schlägt mit rund 270$ zu buche, der Bungee mit rund 370$, die allerdings lieber auszugeben sind als das Geld für die Swing, die ich als weniger spektakulär empfunden habe. Bei Motueka lässt sich ein wunderbarer Basejump für 450$ machen.

Wo und wie findet man Arbeit?

Wenn du nicht nur Geld ausgeben möchtest, sonder auch wieder etwas verdienen willst, dann wirst du um arbeiten wohl nicht herum kommen. Klassiker sind hier Farmwork wie Erntehilfe, etc. Wichtig ist, dass du dafür ein spezielles Working-Visa brauchst, dass nur einmal im Leben beantragt werden kann, dir dafür aber 12 Monate Aufenthalt in Neuseeland ermöglicht (Im Ggs. zum Tourist-Visa, das 6 Monate Einreise erlaubt). Ausserdem brauchst du ein Konto, wie ich weiter oben schon erklärt habe. Wenn du dir es leicht vorgestellt hast, dort Arbeit zu finden, rate ich zur Vorsicht. Mit dir kommen tausende junge Menschen ins Land, die mit dir konkurrieren, und die Jobs sind meist Saisonarbeit, die nur für wenige knappe Wochen zur Verfügung ist (Kellner oder Ähnliches werden meist nur ab 3 Monaten gesucht, und temporär unmöglich zu bekommen). Um dir eine Menge Frust bei der Arbeitssuche zu ersparen, würde ich in ein Working-Hostel gehen, anstatt wie wir Tage lang Orchard um Orchard, Farm um Farm abzugrasen. Wenn du das trotzdem machen möchtest, nenne ich hier kurz die drei wichtigsten Regionen dafür: auf der Südinsel haben wir besonders in der Region um Nelson geguckt, wo viel Obst angebaut wird, und um Blenheim, wo wir schliesslich mit einem Working Hostel fündig wurden. Auf der Nordinsel ist besonders die Region um  Napier und Hastings für Kiwis bekannt, auch dort kann man es zu den entsprechenden Saisons mal versuchen.

Was ist ein Working-Hostel? Das sind eigentlich ganz normale Unterkünfte, in denen sich aber der Host zudem um die Vermittlung von Arbeit zwischen Farmen, etc und dir kümmert. Wir waren 2017 in Blenheim auf der Südinsel, einem der grössten Weinanbaugebiete der Insel, im Station Backpackers, die uns einen Job auf einem Weinberg besorgt haben. Unsere Aufgabe dort war das zurechtschneiden der Reben, Vorbereitungen für die Ernte und Unkraut jähten. Diesen Job haben wir 3 Wochen gemacht, und knapp 1000$ verdient (glaube ich) – das hat uns dann aber auch gereicht, und wir waren froh wieder unterwegs zu sein.

Um dir auch ein bisschen bei der Reiseroute unter die Arme zu greifen, möchte ich dir gerne unsere Karte zeigen. Hier siehst du alle unsere Übernachtungen in nummerierter Reihenfolge, und in den Beschreibungen auch die dazugehörigen Blogposts, falls dich etwas näher interessiert. Wir sind im Prinzip in einer 8-Form gereist, und sind von Nordosten den Küsten entlang nach Südwesten gefahren, und dann wieder nach oben. Die Strassen sind teilweise nicht so gut wie man es von zu Hause gewohnt ist, häufig wirst du über Gravelroads (Schotterstrassen) fahren müssen. Die grossen Highways sind aber selbstverständlich bestens ausgebaut. Plane dennoch genügend Zeit ein, wenn du von A nach B möchtest. Das liegt einerseits an den oben genannten Strassenverhältnissen, aber auch an der teils kurvigen Strecken und den Speedlimits, die hier wirklich Sinn machen, halte dich daran (auch wegen der Strafzettel)! In Neuseeland wirst du häufig Schilder sehen, auf denen bsp. „80 is not a goal“ steht. Ein Motto, das man sich zu Herzen nehmen kann, auch weil man die abwechslungsreiche Landschaft, versteckte Wasserfälle oder andere Highlights wie Herr-der-Ringe Drehorte nicht verpassen möchte ;). Im Folgenden zeige ich dir noch ein paar absolute Klassiker, die man nicht verpassen darf!

Nevis Swing
Und Bungee

Hierbei sieht man den Abel Tasman Nationalpark der ein absolutes MUST-DO ist. Hier kann man von eintägigen Kajaktouren bis zu mehrtägigen Wanderungen alles machen, und was einer meiner absoluten Highlights des Landes!

Raften und der Besuch eines typischen Maoridorfs in Roroura sind weitere tolle Aktivitäten in der geothermal aktiven Region, in der man auch einen Stadtpark mit kleinen Schlammvulkanen besichtigen kann. Auch Hot Beaches wie an der Cathedral Cave (Drehort von bspw. Narnia) oder Kawhia sind zu empfehlen. Besonders letzterer, da er nicht so überlaufen ist, und zudem wärmer. Und natürlich Hobbiton, das Set für die Herr der Ringe Triologie gehört auf die Route jedes Neuseelandreisenden, spätestens hier wird man zu Fan, versprochen.

Das kulturelle Erbe wird gerne gezeigt – wie hier beim Tanzen Auch Schnitzereien gibt es überall im Dorf

Traditionelle Speisezubereitung durch Geothermie

Eingang zu einem Maori Dorf

Ansonsten wäre es das soweit, wenn aber noch Fragen bestehen, schreib es gerne in die Kommentare 😀

Viel Spaß beim bereisen dieses wunderbaren Fleckchen Erde

Sven

Rooftoprelaxing – 16.02 – 17.02. 2018

Ich melde mich heute nur kurz, denn die letzten beiden Tage war mal ein bisschen Erholung angesagt. Von Khao Sok ging es mit einem mittelgroßen Minibus nach Aonang, was sich circa zweieinhalb Stunden Südlich des Nationalparks befindet. Es ist unglaublich touristisch hier, also eine völlig neue Erfahrung gegenüber den sonst bewusst ruhigen Orten, in denen ich sonst war. Die Abende, die ich mit Ellen und Dirk auf dem abendlichen Basar verbrachte und mich durch Samosas, Frühlingsrollen, gebratenes und gerilltes, Kebab und Eis futtere, sind im vergleich zum restlichen Tag das Ereignisreichste. Ich liege im Schatten auf dem Dach unseres wirklich wunderschönen kleinen „Stayover“ Hostels und genieße meinen freien Tag. Nicht einmal an den 2 Kilometer entfernten Strand will ich laufen, heute und morgen, die heißesten Tage der Woche, sollen knapp 35 Grad erreichen. So bleibe ich einfach im Schatten liegen und verdöse 2 Tage in Thailand 😀

Awesome: gemütlicher Abend auf dem Dach unseres Hostels

Eine schöne Mosche in direkter Nachbarschaft: vor ihr gibt es das beste und günstigste Essen

Mit ein paar anderen Gästen unterhalten

Frühstück

Abendessen

http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_8164.movEis, das direkt vor einem zubereitet und gefroren wird. Mango, Erdbeere und Vanille, eine super Kombi!

Genießer

Kleines Nickerchen

Khoa Sok Nationalpark – 14.02 – 15.02.2018

Um 8 Uhr stehen wir auf, packen unsere Backpacks und checken aus. Wir frühstücken im Hostel von Ellen und Dirk, wobei ich mich auf eine mitgebrachte Packung Kokoscracker konzentriere. Nachdem wir die Rucksäcke im Zimmer der beiden verstaut haben wechsele ich den Verband an meiner Ferse, ziehe die Wanderschuhe an und dann gehts auch schon mit dem Minibus Richtung Haupteingang. Auf dem Weg halten wir noch kurz an, um die Gruppe mit Stirnlampen zu versorgen. Ich kaufe keine, aber nehme mir mit Dirk gleich noch Packung Streetfood mit, das himmlisch schmeckt, aber bei näherem Betrachten verdächtig nach Schweinefuss aussieht… 😀

Im Bus führt die ganze Gruppe, die größtenteils aus Niederländern besteht, gefolgt von Deutschen, zwei Schwedinnen, zwei Amerikanern und einem Briten, unglaublich interessante Gespräche über Vorurteile über bestimmte Länder. So sprechen wir mit den beiden Amerikanern, die aus Chicago und San Francisco kommen, beispielsweise über ihren Schulunterricht, Waffengesetze und natürlich auch über Trumpwähler. Besonders die Waffengesetzte bekommen in der Retroperspektive wieder ein stärkeres Gewicht, war doch erst gestern wieder ein Amoklauf in einer amerikanischen Schule mit 17 Toten. Aber gerade diese Gespräche erweitern unglaublich den eigenen Horizont, hinterfragt man sie doch gemeinsam und versucht, dem Kern der Vorurteile etwas näher zu kommen.

An uns zieht derweil eine atemberaubende Landschaft vorbei, die riesigen Speckstein- und Kreidefelsen, die sich teils bewaldet teils von Regen und Zeit glatt gewaschen über den Dschungel erheben sind unglaublich beeindruckend. Auf den Bildern, die ich zuhause gesehen hatte konnte ich mir nicht vorstellen, wie es hier wohl sei. Nun, wo ich hier bin, und die teilweise 680 Meter senkrecht aufragenden Steilwände sehe, fehlen mir glatt die Worte sie zu beschreiben.

An einem kleinen Hafen steigen wir dann vom Minibus um in motorisierte, typisch thailändische Langboote. Vom Wasser aus wirkt die Landschaft noch beeindruckender, und vielen wird hier das Alter der Felsformationen so richtig bewusst. Man kann sich bildhaft vorstellen, wie hier schon vor 140 Millionen Jahren, als der Park entstand, Dinosaurier durch die Wälder gezogen, und seltsame Wesen auf der Jagd nach Beute durchs Wasser gezogen sind. Es hat etwas urtümliches, magisches hier über das Wasser zu gleiten. Und natürlich haben wir als Gruppe auf dem Boot einen Heidenspaß.

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Dann kommt, nach zirka einer Stunde Fahrt, unsere Unterkunft in Sicht: ein kleines Dorf von aus Bambus und Palmenblättern gebauten Hüttchen, die auf dicken Baumstämmen im Wasser treiben. Sobald wir angekommen sind schmeissen wir unsere Rucksäcke in die kleinen, schwimmenden Hütten und springen selbst in den See. Die Erwartung eines kühlenden Nass wird jedoch nicht bestätigt, das Wasser hat sicher (sehr angenehme) 27, was verständlich ist, beträgt doch schon die Lufttemperatur knapp 32 Grad. Wir planschen eine Stunde im Wasser, nach einem kleinen Mittagessen geht es dann auf Wanderschaft. Wir steigen wieder in das Langboot, das uns nach zwei Minuten an einem lehmigen Ufer absetzt. Von dort aus geht es direkt in den grünen Dschungel Südthailands. Zum Glück habe ich neue Wanderschuhe, die meinen doch in Mitleidenschaft geratenen Fuss gut stützen, zudem einen Bambusstock, den ich zufällig gefunden habe und den ich nun als Krücke benutze. Weil hier so viele Leute sind, die noch weiter nach Neuseeland reisen, und ich es liebe ihnen Tipps für die Reise mit auf den Weg zu geben, und weil Herr der Ringe dort gedreht wurde bekomme ich ziemlich schnell den Spitznamen „Grandpa Gandalf“ verliehen. Ein Zauberer aus Tolkins Sagenwelt, der immer mit einem langen Gehstock durch die Gegend schreitet. Und dann ist da noch Dirk, der mir, als logischerweise Gruppenlangsamster, nicht von der Seite weicht. Er freut sich sichtlich darübe, etwas von der Gruppe abzufallen und die Ruhe zu genießen, die von dem Wald ausgeht. Natürlich ist es hier alles andere als still. Man hört exotisches Vogelgezwitscher, den Wind in den meterhohen Bambusrohren und ab und zu auch die Schrei einer Affenfamilie. Dirk will ein bisschen Reisen, um Stress abzubauen. Ich erzähle ihm während der Wanderung wie ich meine Reisen „plane“ und gebe ihm ein paar generelle Tips was Equipment, Unterkunftbuchung, etc angeht. Neben uns stehen gigantische Urwaldriesen, Palmenstauden und Bambus, es ist angenehm kühl im Statten des Laubwerks.

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Wir waten durch Bäche, bis meine Wasserfesten Schuhe von oben geflutet werden, das Wasser werde ich natürlich nicht mehr los. Das macht aber überhaupt nichts, denn schon bald sind wir am Eingang einer Höhle. Es ist ein teilweise über 15 Meter hoher Tunnel, von einem der Flüsse in den Fels gefressen. Und der Fluss ist natürlich immer noch in der Höhle, was für uns nasse Füße bedeutet. In der Höhle ist eine super Akustik, weshalb Andreas (der Engländer), Amanda (Schwedin) und ich Song um Song schmettern. Am besten klingt natürlich Bohemien Rhapsodie von Queen, das durch das Echo fast an das Original rankommt. Dabei vergesse ich völlig, Fotos zu machen, weder von den Stalagmiten, Stalaktiten, den Fledermäusen oder dem unterirdischen Fluss kann ich euch welche zeigen, aber wie ne Höhle aussieht weis man ja in der Regel. Mein Fuß macht erfreulicher weise mit, nach cirka einer Stunde sind wir aus der Höhle und der Austritt aus dem engen, dunklen Loch in das grüne, gleissende Licht ist ne ziemlich coole Erfahrung. Nach der Wanderung zurück zum Boot fahren wir wieder zu unseren FloatingHouses und schwimmen den Rest des Tages in dem klaren, warmen Wasser des Stausees oder kajaken mit den umsonst bereit gestellten Booten zu den kleinen Buchten, die das Dorf umgeben. Ich bin mal wieder in einem kleinen Paradies gelandet

Abends ging es dann auf eine einstündige Nachtsafari, die wir gemütlich vom Boot aus genießen konnten. Gelaufen sind wir heute genug. Wir treiben am Ufer und beobachten zwei kleine Äffchen, die direkt über uns in den Wipfeln der Bäume sitzen und nach Futter suchen.

Danach gehts zum Abendessen, es gibt Fisch, verschiedene Arten von Curry und gebratenem Gemüse, dazu Reis. Wir sitzen bis lange in die Nacht zusammen und haben viel Spass beim gemeinsamen Gespräch. Zufällig setzt sich hierbei der „Jungstertable“ zusammen, ich bin mit 20 Jahren der älteste. Die beiden Schwedinnen haben genau wie der Rest gerade die Schule beendet, und die Pläne der Leute sind faszinierend. Ich genieße die Gesellschaft und gehe erst sau spät über den schwankenden Pier zu meiner Hütte zurück.

Der nächste morgen beginnt früh. Genauer gesagt sehr früh. Um halb 5 beginnt der Dschungel wach zu werden, wenn er denn überhaupt geschlafen hat. Die Vögel starten ihr Konzert, die Affen schreien, die über dem See glitzern Sterne verblassen langsam, und ein müder Sven versucht, ein hübsches, übermüdetes Foto von sich zu schießen. Klappt nicht so gut 😀

Noch vor dem Frühstück geht es wieder auf das Langboot und wir fahren hinaus auf den See. Die Sonne geht hinter den Bergen auf und taucht sie in blauoranges Licht. Und dann schaltet der Bootsmann den Motor aus und wir hören die Stille.

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Ich schwärme noch im Boot, wie schön jetzt doch ein Pfannkuchen mit Bananen und Honig wäre, und zum großen Amüsement meiner Begleiter gibt es genau das, als wir anlegen. Wir frühstücken, dann gehe ich mit Amanda (einer der Schwedinnen) auf eine schöne Kajaktour. Das war echt super, wir hatten die Buchten für uns alleine, und weil wir nur flüsternd unterwegs waren, um die friedvolle Atmosphäre zu genießen, kamen wir ganz unverhofft in einen ganz besonderen Genuss. Direkt neben uns am Ufer, in zirka 3 Metern Entfernung sitzt eine Affenfamilie. Knapp 15 Tiere sitzen beieinander und lausen sich gegenseitig. Überwältigend, die Tiere in freier Natur zu sehen.

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Die anderthalb Stunden auf dem Wasser verfliegen wie im Flug, und leider ist danach unsere Zeit im Khoa Sok Nationalpark schon wieder vorbei. Wir steigen wieder in das Langboot, das uns zu einer weiteren Höhle bringt. Diesmal mache ich Fotos und lasse diese einfach mal auf den Leser wirken.

Wir fahren an eine kleine Halbinsel, wo es gebratenen Reis mit Gemüse gibt und wir ein herrliches Bad nehmen. Auch hier wieder einfach nur Bilder, um euch neidisch zu machen 😀

Nach all der schönen Zeit beginnt aber mit der Ankunft am Hafen der Stress. Wir haben keine Unterkunft, also fahren wir erstmal zu Dirk und Ellens Hostel, weil da ja unsere Rucksäcke liegen. Die sehr netten Besitzer des Hostels bieten uns sofort an, dort zu Übernachten, weil es aber ein bisschen teuer ist sagen wir, wir überlegen es uns. 10 Minuten später bestätigen wir unseren Aufenhaltswunsch… nur ist uns jemand zuvor gekommen. 1 Minute bevor wir zu ihr gegange sind hat jemand online den letzten Bungalow gemietet. Ok Scheisse gelaufen. Wir essen schnell zu Mittag, dann miete ich ein anderes Hostel für die Nacht via „Hostelworld“ und die netten Besitzer des Hostels, für das wir zu spät dran waren, bringen uns sogar umsonst dahin. Wir lassen dafür natürlich ein kräftiges Trinkgeld springen. Bei 32 Grad mit den Backpacks ne halbe Stunde laufen ist kein Zuckerschlecken.

Am Hostel gebuchten Hostel angekommen, in dem auch die Schwedinnen und der Engländer untergekommen sind, werden wir jedoch noch einmal bitter enttäuscht. Bei der Buchung ist etwas schief gegangen, wir haben für morgen gebucht, nicht für heute… Und auch hier wurde der letzte Raum 5 Minuten vorher weggeschnappt. Murphy’s Law schlägt mit aller Macht zu. Und es kommt noch dicker. Den Weg zum nächsten Hostel finden wir nicht auf anhieb, wir laufen nämlich in genau die entgegengesetzte Richtung. Bei 32 Grad wohlgemerkt.

Dann wiederholt sich ein Missgeschick vom letzten Jahr, Kalle vergisst seine Kreditkarte im Geldautomaten, wie ich letztes Jahr auf Bali. Wir verbringen über anderthalb Stunden uns mit Händen und Füßen – was am Telefon verdammt schwer ist – mit dem Callcenter zu verständigen und hoffen, dass Kalle die Karte bis morgen wieder bekommt, denn dan geht es für uns beide weiter.

Wir laufen in abendlicher Kühle bei 26 Grad zu unserem Hostel, was super ist. Wir wohen in einem Baumhaus ein paar Meter über dem Boden, und eine Bar ist in direkter Nachbarschaft. Dort haben wir uns mit den Schwedinnen Amanda und Louise, Andreas dem Briten und Ellen und Dirk aus den Niederlanden verabredet, und wir genießen ein paar Getränke zusammen.

Ende gut, Alles gut

Blog von Louise: http://louiseresedagbok.blogg.se

Bad Timing – 13.02.18

Um 4:30 legt das Schiff in Suratthani an und wir werden schon von Taxifahrern erwartet. Wir steigen auf eines, das uns dann zu einem kleinen Reisebüro fährt. Es sieht aus wie die Wartehalle eines sehr kleinen Bahnhofs, es stehen Bänke bereit auf denen wir uns etwas müde niederlassen. Die Inhaberin meint, wir sollten definitiv 250 Baht pro Person zahlen, um den schnelleren Bus zu nehmen. Wir lehnen in freudiger Erwartung eines Bus voller Locals ab, der uns langsam über das Festland Thailands nach Westen bringen sollte. Eine halbe Stunde später sinkt das Angebot plötzlich auf 100 Baht, wir lehnen aber weiterhin ab. Eine weitere halbe Stunde später kommt ein moderner Reisebus vor die Tür gerollt, und plötzlich wird uns gesagt, das sei unserer. Wir sind überrascht, das hatten wir natürlich überhaupt nicht erwartet, sind uns aber wenigen Minuten später im Bus einig: wir sind gerade ungewollt einer Tourifalle entgangen!

Die Busfahrt zum Khoa Sok Nationalpark ist einfach unglaublich, die Landschaft, die an meiner linken vorbeizieht ist atemberaubend schön. Ich entdecke Bananenstauden und andere tropische Laubbäume, und selbstverständlich eine Menge Palmen. Aus dem Grün des Regenwaldes ragen gigantische Kreidefelsen empor, schätzungsweise bis zu 200 Meter hohe Steilwände weissen Gesteins türmen sich aus dem Dschungel. Das alles beschienen von der aufgehenden Sonne.

Wir kommen gegen 10 in Khoa Sok an, und laufen die 2,6 Kilometer, mit einem kleinen Abstecher in ein Restaurant und einem kleinen Irrlauf zum falschen Resort, zu unserem Hostel. Dirk und Elen sind in einem anderen, allerdings nur 300 Meter entfernt und so verbringen wir den Vor- und Nachmittag vor ihrer Hütte (wir haben auch unsere eigene aus Palmwedelmatten und Wellblech). Wir spielen ein holländisches Kartenspiel und mit der Katze, die mit uns im Schatten am liebsten in meiner Mütze liegt.Leider verletze ich mich beim öffnen einer Tür total doof an der Ferse, da klafft jetzt eine 5 cm Wunde, die aber dank ausgebildeter Krankenschwester (Ellen) und angehendem Arzt (Kalle) hervorragend versorgt wird. Sorgen muss man sich also um mich nicht, nur um die zweitägige Wanderung, die wir nur 20 Minuten vor der Verletzung gebucht haben 🤷🏼‍♂️

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf gehen, bzw. humpeln wir noch ein bisschen im Dorf herum, trinken ein paar Mangoshakes, kaufen Verbandsmaterial und einen wasserfesten Sack für morgen, essen etwas und gehen dann schlafen. Es liegen grossartige Tage vor uns, soviel sei gesagt!

Viewpoint und Schaukelschiff – 12.02.18

Heute kann ich das erste mal seit einer Woche wieder ausschlafen, und das tue ich nach der langen Party gestern auch definitiv. Da ich um 10 jedoch auschecken muss klettere ich notgedrungen um viertel vor 10 aus dem Bett, ziehe meine Kopfhörer aus den Ohren und wickel meinen Schal vom Kopf, der wunderbar als Licht- und Schalldämpfer fungiert. Schnell packe ich meinen Backpack., was mittlerweile wirklich sehr routiniert abläuft. Ich buche noch schnell ein Hostel für heute abend, um 10 sitze ich dann in der Lobby des Resorts und gebe den Schlüssel für Raum Nummer 15 ab. Ich lege den Rucksack draußen in die Sonne und setzte mich selbst auf die Couch vor der Theke der Rezeption. Bis ca. Halb 2 schreibe ich den Blog, dann gehe ich mit Rayen, einem Schotten den ich auch beim Tauchen kennen gelernt habe, erst zum Laundryservice, wo ich meine restliche frisch gewaschene Wäsche abhole, dann ins Tukta, DAS Restaurant der Insel. Es ist extrem günstig, ein Essen kostet zwischen 1,50€ und 3€ für die exklusiveren Sachen. Ich bestelle ein Rotes Curry mit Süßkartoffel Fries, dann schlendern wir in aller Gemütlichkeit zum Resort zurück und setzte mich zurück auf meine Couch.

Da kommt Kalle, ein holländischer, 22 Jähriger Medizinstudent, der gerade seinen Bachelor gemacht hat, an die Theke und gibt seine Hausaufgaben ab, was ihn damit ebenfalls zum Open Water Diver macht. Genau wie ich hat er nicht wirklich eine Ahnung wie es jetzt weiter geht, wir haben aber schon gestern darüber gesprochen, dass beide den Nationalpark Khoa Sok im Auge haben. Ganz spontan buchen wir 5 Minuten später an der Rezeption unsere Fahrt dorthin, und ich storniere das Hostel für die Nacht, was mich einen ganzen Euro Anzahlung kostet. Kalle geht mit einem niederländischen Pärchen auf eine Rollertour, wozu ich aber heute keine Lust habe. Ich entspanne lieber und genieße die Ruhe, denn fast alle Schüler des Tauchzentrums sind zurzeit unter Wasser.

Ins Wasser will ich aber auch, deshalb laufe ich zur Freedom Bay, von der Lea morgens gesagt hat, sie sei heute dort. Nach circa einer Viertelstunde gemütlichen laufens erreiche ich die Bucht, für die man wohl eigentlich zahlen muss, ich aber übersehe den Ticketschalter und komme damit umsonst in den Genuss. Zu meiner freudigen Überraschung sehe ich nicht nur Lea im Wasser planschen, sondern auch Timo, Charlotte, Mitch und Matt (der eigentlich Finch heißt). Wir liegen ein paar Stunden bei bestem Wetter im Wasser und reden über unsere Tauchgänge, natürlich aber auch darüber hinaus. Irgendwann wird es für mich aber leider Zeit zu gehen, die Rezeption schließt um halb Sieben, und ich habe meinen Rucksack dort deponiert, bevor ich zur Bucht aufgebrochen bin. Vorher wollen wir aber noch zusammen einen Mangosalat mit Reis essen, was aber sofort verschoben wird, als wir ein Schild zu einem Aussichtspunkt sehen. Diesmal sehen wir alle den Ticketschalter, aber nachdem wir gerade mal einen Euro gezahlt haben klettern wir mit FlipFlops oder Barfuß einen Klettersteig hinauf, der denen in den Alpen in nichts nachsteht, außer vielleicht in der Höhe. Nach fünfminütiger Kraxelei sind wir auf dem Felsen, der die Aussichtsplattform dardstellt und der auf einer Landzunge ins Meer ragt. Wir haben eine wunderbare Aussicht auf die beiden Strände der Halbinsel unter uns, und in der Ferne erhebt sich ein Berg aus dem Dunst. Es ist so schön, dass wir getrost den Mangosalat vergessen und hier bis kurz vor Sonnenuntergang verbleiben, Fotos schießen und uns freuen, nicht im kalten Europa zu sitzen 😜.

Irgendwann wird es dann aber echt Zeit, wenn ich nicht ohne Klamotten reisen möchte, zurück zum Resort zu gehen. In der Bar dort verabschiedet sich Sandra ganz herzig von uns, besonders Lea und ich haben sie nach dem gemeinsamen Advanced richtig ins Herz geschlossen. Wir alle wollen dann noch ein gemeinsames Abendessen haben, bis uns auffällt das 40 Minuten nicht reichen um zum Tukta zu laufen und dort zu essen, wahrscheinlich nicht mal in einem thailändischen Schnellrestaurant. Wir versuchen es im nächstbesten, aber das essen kommt zu spät, weshalb Kalle und ich es mitnehmen. Wenig Später kommt dann auch schon das Taxi, das uns zur Fähre bringt.

Diese ist eigentlich ein schwimmendes Hostel, geschätzt 96 Leute schlafen dicht an dicht auf zwei Decks in Stockbetten, was definitiv eine supercoole Erfahrung war. Dirk und seine Frau (von der ich leider gerade den Namen vergessen habe), das Pärchen mit dem Kalle heute morgen auf Tour war, begleiten uns nun auf unserem Trip nach Khoa Sok. Wir setzten uns, weil der Raum mit knapp 100 Menschen etwas warm ist, nach draußen und genießen die laute Brise von der See. Ab und zu schwappt eine Welle auf das zweite Deck, auf dem wir sind, der Seegang ist aber leicht und sehr beruhigend. Wir unterhalten uns ein bisschen mit Sarah, einer Französin, über ihre Indienreise und natürlich sind auch immer kommende Reisen und Tipps zu diesen ein superspannender Gesprächsstoff. Gegen 10 werden wir dann aber alle müde, und ich quetsche mich mit Kalle in das recht schmale Doppelhochbett, dass mich durch den Seegangsanft und schnell in den Schlaf schaukelt.

Unter Koh Tao

Nach einer etwas längeren Schreibpause melde ich mich nun, befreit von der Schulbank wieder zurück aus Koh Tao. Wie angekündigt war der erste Tag der Tauchtheorie gewidmet, wir lernten die Handzeichen, für die Kommunikation unter Wasser unabdinglich, Sandra, die Tauchlehrerin, zeigte uns die Funktion des Equipments und erläuterte uns die Physik des Tauchens. Für alle außer mir etwas völlig neues, mit den Probetauchgängen in Bali letztes Jahr hatte ich allerdings einen kleinen Wissensvorsprung vor den restlichen 5 Teilnehmern. Lea (Schweiz), Karolína (Tchechien), Timo (Niederlande), Charlotte (UK), Boris (Deutschland) und ich waren eine sehr homogene Gruppe, die sich ab dem ersten Tag super verstand. Uns wurden Videos vorgeführt, in denen die ersten paar Kapitel des Schulbuchs zusammengefasst wurden, was uns gleich am ersten Tag 141 Seiten lesen ersparte. Das neue Wissen wurde sogleich in Hausaufgaben abgefragt, die wir am Ende des Kurses abgeben sollten. Die Fragen waren aber mit gesundem Menschenverstand einfach zu meistern, darum war das eher eine Einschränkung der Freizeit denn eine Herausforderung.

Der zweite Tag startete früh, um 8 Uhr versammelte sich die Truppe im Klassenzimmer um weiter Theorie zu pauken. Um 12 gabs dann eine Mittagspause, danach ging es in den Pool um das gelernte endlich praktisch anzuwenden. Übungen wie schwimmen, die perfekte Tariraung (also schweben im Wasser) Umgang mit dem Atemgerät. Insgesamt waren wir 5 Stunden im Wasser, als wir fertig waren war uns allen kalt.

Der dritte Tag war fast gleich aufgebaut, mit dem kleinen Unterschied, dass wir mittags im Meer tauchen waren. Da man in Salzwasser natürlich mehr Auftrieb hat war es diesmal nicht so leicht wie im Pool, und fast alle von uns wollten den ersten Tauchgang lieber schnell vergessen. Darum kam gleich ein weiterer dahinter, der weeeesentlich besser war (bezogen auf die Tarirung, oder auf englisch Bouancy). Abends schreiben wir im Licht der untergehenden Sonne alle zusammen die Prüfung in der Strandbar des Resorts. Total erschöpft ging es danach gleich ins Bett.

Boris und Ich

Timo und Charlotte

Lea und Karolína

Am vierten tag ging es sogar noch früher aus den Federn, der Truck, auf dessen Ladefläche wir mit eingepacktem Equipment zum Hafen und damit zum Tauchboot fahren, rollte schon um 7:15 Uhr vom Hof.

Am Hafen angekommen mussten wir erst einmal aufs Boot kommen, was nur durch das Kletter über andere Boote möglich war. Nach diesem schon nervenaufreibenden Manöver packten wir dann sofort unser Equipment aus und machten uns an die professionelle Montage der Einzelteile.

Unter Wasser machen wir natürlich auch Übungen, das beste sind aber natürlich die vielen bunten Fische, die sich hier in atemberaubenden Kulissen tummeln, geschaffen aus Fels und Korallen. Am besten ihr guckt euch das Video am Ende des Beitrags an, das gibt euch einen viel besseren Eindruck als ich es jemals schreiben könnte. Zwischen den Tauchgängen morgens und abends liegen ein paar Stunden, die wir für eine kleine Wanderung über die Insel nutzen. Das dachten wir zumindest, als wir losgingen. In der brutalen Hitze von 31 Grad 8 Kilometer laufen ist eigentlich ziemlich unklug, je nur einen halben Liter Wasser dabei zu haben ist dumm. Dass uns niemand zusammen gebrochen ist scheint wie ein Wunder, die Aussicht über die Insel entlohnte aber alle Mühen dreifach, es war schlicht phänomenal. Ko Tao hat eine sehr felsige Küste, aus dem Wasser ragen gigantiche Granitblöcke, und das Wasser ist so klar, dass man locker den 15 Meter tiefer gelegenen Meeresboden sehen kann. Die Hügel der Insel sind mit Palmen und Laubbäumen bewachsen, ab und zu lugt ein Bungalow aus dem Schatten der Bäume hervor, es ist alles fast schon kitschig schön. Hier kann man es wirklich aushalten. Das alles beobachten wir von einer Terasse, auf der ein knallrotes Sofa steht. Die Wände der dazugehörigen, verlassenen Bar sind mit kreide bunt bemalt, und auch wir schreiben ein paar Zeilen für die Nachwelt.

Das Meer direkt vor Augen beschleunigen wir nun unsere Schritte und laufen den letzen Kilometer. Der Weg spuckt uns an einer Bucht mit perlweißem Strand heraus, ein 9 Meter hoher Felsen ragt aus ihrer Mitte hervor. Mitch, Jeff (den alle nur Matt Damond nennen und die wir beim tauchen kennengelernt haben) und Timo klettern hinauf und springen in das klare Wasser, in dem ich ein bisschen tauche. Leider ohne Maske und Schnorchel, die habe ich nämlich im Zimmer gelassen. Es ist einfach ein Träumchen. Wir orden ein großes Glas Eiskaffe oder Kakao in der Strandbar und lassen die Sonne auf die Bäuche strahlen.

Dann wird es auch schon Zeit für unsere letzten beiden Tauchgänge des Open Water Kurses. Der ist zum Glück gegen einen kleinen Obolus komplett auf Video aufgenommen, weshalb ich dazu nicht viel sagen muss, außer: HAAAAMMER GEIL!!!!

Die letzen beiden Dives des Open Water Kurses hier als Video

Passwort: scuba

Naja, und genau aus diesem Grund haben Lea und ich dann auch beschlossen, gleich den Advanced Course, also den Fortgeschritten, auch noch hier zu machen. Wir bekommen beide je ein dickes Buch, und leider müssen wir das diesmal wirklich lesen, denn es gibt keinen Unterricht mehr. Am ersten Tag gehen wir morgens auf zwei Tauchgänge, Naturalist und Boancy in perfection genannt. Der Naturalist ist ein Tauchgang, bei dem man lernt die Fische zu bestimmen, die man hier zu Hauf sieht. In meinem Logbuch habe ich Folgende für diesen eingetragen: Butterflyfish, Longfinned bannerfish, Blueringed Anglefish, Hexagon Grouper, Blacktip Grouper, Bluelined Grouper, Cleaner Wrasse (die als Tauchhandzeichen einen Stinkefinger bekommen, weil sie mit dem Putzen bspw. von Ohren der Tauchern ziemlich nerven können), einen Rochen (Bluespotted ribbontail ray), Titan Triggerfish (der einzige gefährliche Fisch hier, weil er Taucher zur Nestverteidigung angreift und mit seinen hauergleichen Zähnen hier schon manch eine Flosse geschrottet hat), Fusiliere, Golden Travelleys, Rabbitfish und und und. Tauchen macht natürlich gleich zehnmal so viel Spass, wenn man sich mit seinem Buddie über die Fische auch schon unter Wasser unterhalten kann. Der zweite Dive war dann der Versuch, die perfekte Schwerelosigkeit zu erreichen (durch ein gutes Gleichgewicht von Blei und Luft in Weste und Lunge). Einfach, und darum ein absoluter Fundive. Besonders lustig, weil Sandra nur Minuten nachdem sie uns vor dem Triggerfisch gewarnt hatte, von eben diesem angegriffen wird. Sie verhält sich richtig und schwimmt zur Seite weg, ohne dass etwas passiert. Der anwesende Kameramann, von der Szene ganz begeistert, kommt dem Fisch allerdings filmend zu nah, welcher daraufhin auf ihn schwenkt und den Kameramann angreift. Dieser macht genau das, was man nicht tun soll und steigt auf. Das natürlich in Panik viel zu schnell und der Fisch ihm dicht auf den Fersen. Es passiert natürlich nichts, ausser dass der Kameramann mit dem Spott seiner Kollegen leben muss, was Lea und mich königlich amüsiert. „Pass auf, da unten könnten Fische sein, du hast doch Angst davor“ und „Unter Wasser sieht alles 30% größer aus, in Wahrheit wurdest du von einem Zwergkaninchen angegriffen“ lassen den ganzen Truck herzlich lachen.

Am nächsten Tag gehts wieder um 7:15 Uhr aufs Meer, der erste Tauchgang ist ein Deepdive auf 31 Meter runter, bei dem die Sicht allerdings nicht gut war. Unten machen wir einen Test um zu zeigen, dass wir unter keiner Stickstoffnarkose leiden, was neben einer Dekompressionskrankheit zu den gefährlichsten Angelegenheiten unter Wasser gehört. Stickstoff im Körper ist generell scheisse, darum machen wir auch die Saftystops auf 5 Metern, damit dieses austreten kann. Der Test ist einfach, man muss nur auf die Zahlen 1 – 13 Tippen, und je nachdem ob sie von einem Dreieck oder einem Viereck umgeben sind sich auf die Nase oder die Stirn tippen.

Der zweite Dive des Tages ist ein Navigationsdive, Wayne, der Tauchlehrer für heute zeigt uns, wie wir uns unter Wasser mit Kompass, Sonnenlicht und natürlichen Gegebenheiten orientieren können.

Das beste des Tages war aber definitiv der Nightdive. Um 6 Uhr abends fahren wir wieder raus aufs Meer, schnallen uns eine Taschenlampe um und tauchen in das schwarz werdende Wasser. Die Sicht ist phänomenal, und im Kegel unserer Lampen sehen wir aus den Augenwinkeln gilzernde Schuppen an uns vorbeiziehen, und auch die Korallen und Anemonen werfen mystische Schatten in das Wasser und auf den Grund. Ein unglaubliches Schauspiel. ganz besonders schön wird es, als wir unsere Lampen abblenden, und wir in völliger Dunkelheit ein paar Zentimeter über dem Boden schweben. Macht man nun kleine Bewegungen mit der Hand leuchten plötzlich blaue Pünktchen vor einem auf: Lumineszierendes Plankton. Viiiel besser als Glühwürmchen!

Als wir dann wieder auftauchen strahlt uns ein Meer aus Sternen entgegen und Lea und ich sind frisch gebackene Advanvced Diver. Auf dem Boot feiern wir mit Keksen und heißem Tee, dann in der Strandbar des Resorts mit einer Karaokeparty. Als die für beendet erklärt wird schnappen wir uns ein taxi und fahren an einen anderen Strand, wo wir zu toller Musik bis halb 3 weiter feiern. Was für ein toller Abschluss für den Tauchkurs.

Noch ein paar Bilder von Sandra im Nachtrag:

Heute ist nicht viel passiert, ich habe den Rucksack gepackt und aus dem Hostel ausgecheckt. Um 11:45 geht es nach einer kurzen Einkaufstour (6 Liter Wasser, Kekse, Brötchen, man kann nie wissen wie hoch die preise auf einer Insel werden können) iund einem kleinen snack vom BBQ-Stand mit einem Shuttlebus zur Big Buddha Statue, neben der ein Pier liegt. Nach einer Stunde Warten kommt eine Fähre, die mich über Phangan nach Ko. Tao schifft. Erinnerungen an die Cook Street und Lombok werden wach. Wasserfester SaveKleiner Snack

In Ko Tao angekommen fluten Massen von Taxifahrern und Shuttleservices auf die Ankommenden ein, meines sehe ich jedoch nicht. Nach einer 3/4 Stunde habe ich genug, verhandele einen guten Preis mit einem Fahrer und lasse mich zum Buddha View Resort fahren, wo man mich direkt fragt ob ich Sven sei, man habe überall nach mir gesucht… nunja, offenbar nicht sehr gründlich. Ich checke ein und werde von James direkt in den Schulungsraum geführt, um Papierkram zu erledigen. Bei dem Resort handelt es sich nämlich um eine PADY Tauchschule, und ich werde die nächsten Tage hier einen Tauchschein machen. Uns wird ein langes Video über Druckverhältnisse und die technischen Geräte gezeigt, Wissen, das ich schon durch Physikunterricht und Balitauchgänge zur Genüge auch in der Praxis habe. Das wars für heute allerdings schon, wir bekommen ein paar Hausaufgaben, die ich bei untergehender Sonne am Strand erledige. Bald aber schon motivationslos gehe ich das erste Mal diesen Urlaub im Meer baden, es ist herrlich.

Nach einem kleinen, überraschend günstigen Abendessen im Resortrestaurant gehe ich in mein Zimmer, das zwar nicht schlecht, aber ausbaubar ist. Es gibt keine richtigen Fenster, sondern nur Mückengitter, Geräusche und auch Mücken kommen trotzdem herein. Der Toilette fehlt die Spülung und auch das Toilettenpapier, es steht ein Wassereimer und eine Brause bereit, der geneigte Asienreisende kommt hier voll auf seine Kosten und muss wissen damit umzugehen😜🙄

Ich beschliesse früh ins Bett zu gehen, der Kurs morgen beginnt um 8 Uhr, es steht Theorie auf dem Lehrplan.

Inselirrfahrt oder die Goldenen Dächer des „Orients“ glitzern am Horizont

Nach einem Omelett Brunche gegen 11 packe ich wieder meinen kleinen Daypack, schwinge mich auf den scooter und fahre, diesmal auf der Ostseite der Insel, nach Süden. Wellen schlagen an die grauen Felsen neben der Strasse, man hält kurz für ein Foto. Bei einem Schild zum Strand biege ich ab, stelle dann aber fest, dass ich überhaupt keine Lust zum Schwimmen habe, also geht es weiter in Richtung der wohl am meisten gehypten Touristenattraktion der Insel, die eher Instinkt denn Ästhetik anspricht. Ein paar Schlitzohren haben in einer Felsformation, dem Hin Ta Hin Yai, primäre Geschlechtsorgane gedeutet, was jetzt natürlich in Scharen Chinesen und Russen, die größte Gruppe unter den Touristen hier, anlockt. Tja, was mich hier hergetrieben hat weis ich allerdings auch nicht so recht… Hin Ta Hin Yai bedeutet frei übersetzt Grossvater und Grossmutterfelsen, der steinerne Fallus ragt deutlich über dem Meer empor. Grossmutter übersehen hier die meisten, durch Vorabrecherche wei ich jedoch wo sie vermeintlich liegt, und näher mich für ein Foto dem Meer. Leider ist der Seegang so stark, dass meine Schuhe nass werden, noch bevor dieser unglaublich denkwürdige Ort festgehalten ist. Naja, drauf gepfiffen, ich wollte ja eigentlich auch gar nicht herkommen.

Eigentlich bin ich nämlich auf derm Weg zum Tar Nim Waterfall & Magical Garden, zu dem ich ja schon gestern wollte. Stattdessen biege ich beim nächstbesseren Schild noch weiter nach Süden ab zur Laem Sor Pagoda. Die Gegend wandelt sich urplötzlich, die Bebauung schwindet, ein sauber angelegter Wald nimmt den Platz von Restaurants, Bars und Bungalows ein. Die Palmen stehen in Reih und Glied, wahrscheinlich wir hier im Süden der Insel Palmöl gewonnen. Durch die Baume schimmert das Blau des Meeres und plötzlich glitzert es Golden durch die Palmwedel: Die Pagode. Sie ist wesentlich kleiner als erwartet, kenne ich doch nur die gigantische Pagode irgendwo in Mumbai, die uns während des Schüleraustauschs 2012 gezeigt wurde. Schön ist sie dennoch, bewacht von zwei Dämonsstatuen steht sie aus Korallensteinen gefertigt auf einem Plateau und trotz der See. Offenbar mit Buddhareliquien aus Sri Lanka bestückt steht sie hier seit 1908. Überall sind kleine Götterstatuen aufgestellt, es riecht nach Räucherstäbchen, Kerzenwachs und Salzwasser.

Jetzt kann ich wenigstens sagen, dass ich überall auf der Insel war, außer beim Elefantentrekkingwasserfall, das möchte ich nicht unterstützen, auch nicht durch 50 Cent Parkplatzgebühr. Einzig die Werbeschilder für das Elefantenreiten sind lustig, sie ähneln verblüffend dem kleinen Elefanten aus der Sendung mit der Maus.

Nach diesem kleinen Abstecher zur Pagode gehts nun aber wirklich zum Statuengarten. Naja zumindest fast, einmal falsch abgebogen und ich befinde mich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Holzweg. Auf steilen Dschungelpfaden, maximal 1,50 Meter breit winde ich mich immer höher einen Berg hinaus, bis ich plötzlich vor einer Sackgasse stehe. Hmm, ich hab mich wohl etwas verfahren… Also drehe ich um und beim dritten Anlauf finde ich dann auch endlich die verdammte Strasse, wehe jetzt kommt noch ein Sperrgebiet.

Dem ist aber nicht so, auch wenn die Strasse nicht wesentlich besser ist als der Holzweg, auf dem ich mich eben befand. Dafür leiten mich die plärrenden Lautsprecher der Safaritrucks, in denen Touristen massenweise angeschwemmt werden. An einem kleinen Ticketschalter ziehe ich eine Eintrittskarte für 2€, dann gehts über eine kleine Treppe zum Flussbett hinunter. Unter einem Mini-Mini-Wasserfall planschen vergnügt ein paar Leute, nachdem ich gestern aber fast alleine in einem viel cooleren Fluss gebadet habe finde ich das schon fast lächerlich. Interessanter sind die hier aufgestellten Statuen, die wohl die hiesige Götter- und Sagenwelt darstellen. Ohne nähere Erklärungen sind sie zwar hübsch anzusehen, der Mehrwert fehlt jedoch irgendwie. Und zu voll ist es auch. Deshalb gehe ich nach nicht mal 10 Minuten wieder zu meinem Scooter und hoffe, dass der mich wieder heile den Berg wieder herunter bringt. Die Spritanzeige ist durch die Berg- und Irrfahrt schon gefährlich lange im roten Bereich.

Trotz der Bedenken schafft es mein kleiner Roller bis zur nächsten Tanke und sage der Tankwartin sie solle für 20 Baht auffüllen. Der Preis rattert hoch 17,47…18,92… und hält exakt bei 20,00. Die hats drauf 😄.

Eigentlich möchte ich jetzt nur noch nach Hause und entspannen, da sehe ich schon wieder eine goldene Pagode, diesmal auf einem Berg, glitzern. Guut, dass nehme ich noch mit. Über exakt 100 Stufen steige ich über einen schön angelegten Weg hinauf, und dann geradewegs auf das Dach der Pagode. Dass man dafür eigentlich (wirklich fast nix) zahlen muss übersehe ich blöderweise, aber da eh niemand ausser mir da ist, kann mir Buddha das wohl verzeihen.<<<< ussicht ist überwältigend. Koh Samui liegt im Sonnenlicht unter mir, die Vögel zwitschern und man hat einen tollen Blick auf die Landebahn des Flughafens, auf dem gerade eine weitere Propellermaschine neue Urlauber anliefert.<<<< ier sehe ich auch die größte Shopping Mall der Insel, CentralFestival, und der statte ich auch noch einen kurzen Besuch ab. Ist aber wie jede Mall der Welt, also langweilig, einzig der Footcourd ist interessant. Der macht mich so hungrig, dass ich mich schon auf den nächsten Tagespunkt freue, ein Abstecher im Hard Rock Café Koh Samui.<<<< tellt sich allerdings als ungeahnt schwierig heraus, die einzige Zufahrt ist eine nicht ausgeschilderte Einbahnstrasse, und erst die "One-Way!" Rufe der Händler lassen mich darauf aufmerksam werde. Die Suche nach einer geeigneten Umgehung frisst knapp eine viertel Stunde, dann laufe ich, damit ich endlich was zu essen bekomme. Noch schnell Geld abheben, denn mit den geschätzten Preisen für einen Burger komme ich nicht ganz hin. Es klappt mir jedoch ganz schön der Mund auf, als ich die wirklichen Preise sehe, für ein Abendessen könnte ich hier locker zwei Tage drei Mahlzeiten mit Backpackerriecher finden. Und son T-Shirt ist mir dann doch auch zu kostspielig. <<<< aufe also Schnurstracks zurück zum Roller und gebe Gas, mein Magen fühlt sich betrogen und rebelliert gegen meinen Geiz. Er freut sich aber um so mehr, als ich zehn Minuten später in meinen lokalen Stammrestaurant sitze, einen grossen Teller Frühlingsrollen, in Curry gekochten Fisch und Reis verdrücke und nebenbei mit Mama facetime. Ein entspannterAbschluss des Tages, dem nur noch die zeitintensive aber freudige Blogvollendung hinzuzufügen ist.

Die Ruhe vor dem Sturm

Wie befürchtet stehe ich heute viiiiel später auf als geplant: um 10 Uhr. Ich lasse das Frühstück aus, mache mich fertig und gehe die paar Meter zum nächsten Rollerverleih. Ich miete einen Scooter für 200 Baht, und fahr einfach drauf los. Das ist hier nicht weiter problematisch, bedenkt man, dass ich auf einer Insel bin und irgendwann wird man schon wieder am Startpunkt ankommen. Zuversicht hilft. Dennoch habe ich mir vorab ein paar Ziele ausgesucht, die ich sehen möchte. Eine 12 Meter hohe, goldene Buddhastatue steht da ganz oben auf der Liste und so fahre ich drauf los. An einem kleinen Strand mache ich halt um ein paar Fotos von der Bucht zu machen, dann gehts weiter.

Irgendwann beginne ich mich aber doch zu fragen, wann denn diese Statue kommt, auf der Karte sah das so nah aus. Ich krame das Smartphone aus der Tasche und verdrehe die Augen: vorbeigefahren. Das ist das Problem an Touristenattraktionen, es gibt so viele Schilder für Restaurant und anderen Kram drum rum, dass man die eigentlich wichtigen Infos übersieht. Nach einigen Minuten komme ich wieder an den kleinen Strand und muss mit erstaunen feststellen, dass man von diesem die Statue sogar sieht. Ich hatte sie nur hier, abgelenkt von den Booten und dem Wald im Hintergrund, einfach übersehen. Den Gashebel zu mir ziehend gebe ich wieder Gas und finde nun den kleinen Seitenweg zum Heiligtum. Auf dem Damm, der das „Festland“ mit der kleinen Insel, auf der die Statue steht, parke ich meinen Roller und schlendere auf das Areal. Natürlich gibt es hier T-Shirts mit Thailandaufdrucken in grellen Farben, Pfannkuchen und grinsende Buddhastatuetten. Die lasse ich links liegen und steuere auf das grosse Pendant zu. Warum auch immer, ich das wirklich nicht mehr nachvollziehen, renne ich nicht sofort die 73 Stufen nach oben, mache mein Bild und bin nach 5 Minuten wieder weg, wie die meisten hier. Ich setzte mich erst einmal in den Schatten eines Baumes, um den mit Fliessen eine Bank gemauert wurde. Hier bleibe ich sitzen, 20 Minuten im kühlen schatten und lasse den Ort auf mich wirken. Plötzlich bin ich ruhig, fast schon unheimlich entspannt, ohne genau zu wissen warum, denn um mich rum hetzten die Touristen um mit peinlichen und teils echt respektlosen Posen ihre Urlaubserinnerung zu knipsen. Im Hintergrund rufen die Händler. Sogar Flugzeuge fliegen direkt an der Statue vorbei, was bestimmt super von oben aussieht.http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_7504.mov

Total entspannt nähere ich mich der Statue etappenweise, denn neben ihr befinden sich ein paar Schreine, die auch durchaus interessant sind. Man soll hier die Schuhe ausziehen, es duftet nach Räucherstäbchen und dem Blumenschmuck, der den Raum verziert. In einem befinden sich Statuen von drei alten Mönchen, die noch älter aussehen als die Personen, die sie Darstellen sollen. Sie sind mit kleinen Flecken Blattgold und Silber bedeckt, was ihnen eine mysteriöse Patina gibt. Daneben ein dicker grinsender Buddha und, warum auch immer, eine alte Weltkarte, auf der noch die Sowjetunion den Osten dominiert. Rechts sind ein paar Statuen, unter denen sich Klingelbeutel für jeden einzelnen Wochentag und für Geburtstage befinden. Dem gegenüber ist eine Ziegelbrennerei, in der man für 50 baht (1,25€) einen Ziegel kaufen und einen Wunsch darauf schreiben kann. Dieser wird dann irgendwo verbaut.

Nachdem das Areal gründlich erkundet ist, steige ich die Treppen zur Statue hoch. Oben hat man einen wunderbaren Ausblick über die Bucht (die ich ja schon fotografiert hatte), Singvögel zwitschern in den Bäumen und die sanften Klänge der Glocken, die in einer Art Kreuzgang hängen, runden das Erlebnis ab. Wirklich schön! http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_7525.mov

Was viele übersehen, gleich vis-á-vis befindet sich eine Sammlung Götterstatuen, die aus dem Meer herausragen. Auch das ein Anblick, der sich lohnt. Aus den Shops tönt ruhige Musik, die sich irgendwie asiatisch anhört (Insider). Nach nun fast einer Stunde auf dem Gelände beschliesse ich nun doch endlich weiter zu fahren. Die gut ausgebaute Strasse führt mich an der Küste entlang nach Westen an Läden, Restaurants und Wohnhäusern vorbei, sodass man überhaupt nicht sagen kann, wann der eine Ort aufhört und der andere anfängt. Ganz Ko Samui ist wie ein Donut bebaut.

Als ich einen schönen Schotterweg in den Wald sehe halte ich an, um ein Foto zu schiessen. Dabei entdecke ich zufällig direkt neben der Einfahrt ein Restaurant, dass keine englische Karte zeigt und in dem nur Locals sitzen. Da es mittlerweile 13:00 Uhr war und ich immer noch nichts gegessen hatte war das perfekt. Ich bestellte und wenig später standen ein saftig gegrilltes Hühnchen mit knusprig, glasierter Haut, ein Salat aus Scheinefleisch, Reis und eine kühle eisgekühlte Cola vor mir. Hoffentlich macht mir das Eis nicht noch Probleme, denn das sollte man hier eigentlich niemals essen. Aber seis drum, das Essen ist köstlich. Das muss man den Thais lassen, kochen können sie hervorragend. Auch hier spiele ich wieder mein „Was ist wohl drin“ Spiel, das mir sichtlich Spass macht, Köche und Kunden lächeln mir erfreut zurück. (Diesmal waren übrigens Zitronengrass, Charlotten, Knoblauch, sehr scharfe Chilli, Sesam und Pfefferminze im Salat). Dazu wird umsonst roher Weißkohl, rohe Bohnen und Thaibasilikum gereicht, der übrigens eine leichte Lakritznote hat.

Weiter gehts auf meiner Tor über die Insel, jetzt ziehe ich mir aber trotz der Wärme ein Tuch gegen die Auspuffgase über die Nase, der Hals beginnt schon zu kratzen. Ich brettere mit gemütlichen 40 Km/h auf der Strasse nach Südwest, als irgendwann ein Schild auftaucht: Hin Lat Waterfalls steht darauf. Es stellt sich heraus, dass es sich hierbei um einen kleinen Geheimtipp auf der Insel handelt, Touristen sieht man hier gerade einmal 7, inklusive mir. Ich stelle den Roller ab, suche mir einen versteckten Platz um die Badehose anzuziehen und sehe mir dabei die buddhistischen Tempel an, die am Flusslauf liegen. Das Wasser sprudelt über riesige Felsblöcke, zwischen denen sich knorrige Wurzeln junger Bäume winden. In dem kühlen klaren Wasser schwimmen kleine Fischchen – und ich. Die Felsen bilden natürliche Pools, in denen vor allem Locals ihren Schulschluss verbringen. Nachdem man sich etwas abgekühlt hat laden die warmen Felsen zum verweilen und wieder warm werden auf. Von oben scheint sie Sonne durch die Blätter, es ist einfach perfekt. (Ich will euch ja nicht neidisch machen, aber wärt ihr hier könnte das jeder bestätigen – schade seid ihrs nicht 😄)<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< r, die Tour wird wohl doch länger als gedacht. Viel schlimmer: die Sonne beginnt unterzugehen. Eine Sache will ich aber noch unbedingt sehen, denn auch sie wird im Internet als Must-Do gelistet. Der Tar Nim Waterfall & magic Garden. Es handelt sich dabei um einen wohl wunderschönen Garten, in dem viele Statuen kunstvoll arrangiert auf einem Berg stehen. Da will ich hin, und so quäle ich meinen kleinen Roller eine sich steil windende Strasse hoch, die ich erst beim dritten mal Vorbeifahren entdecke. Das liegt unter anderem an der mittlerweile schlechten Sicht, es regnet wie aus Kübeln und ich bin schon klatschnass, als ich meinen Roller neben zwei Kanadiern unter einen Strassenbaum parke, um wenigstens nicht noch nasser zu werden. Dabei ist es eigentlich ganz angenehm, es kühlt ein bisschen, aber die dicken tropfen pieksen wie Nadeln wenn man schneller als 20 Km/h fährt, und da kann mans dann auch gleich lassen. Auf dem Berg angekommen bremst mich ein Schild und ein Wachmann: Militärisches Sperrgebiet, kein Zutritt. Na super...<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< u dem ich will, Na Mueang 2, habe ich kein Glück. Es daurt 30 Minuten one-way dort hin zu laufen, und die habe ich, angesichts der fortgeschrittenen Zeit, nicht mehr. Und auf die Elefanten, die einen dahin tragen will ich beim besten Willen nicht. Wer weis wie die gebrochen wurden, dass sie dicke, lauffaule Touris durch die Gegend kutschieren. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< ttraktionen auf morgen zu verschieben und tuckere nach Hause, wo ich um 18:00, kurz vor Sonnenuntergang auch heile ankomme. Seit dem sitze ich am Blog, um die armen Menschen in der Kälte Europas neidisch zu machen 😁

13.744 erste Schritte aus der Türe

Die Sonne strahlt durch die Vorhänge in mein Zimmer und wärmt es schon um 8 Uhr auf angenehm tropische Temperaturen. Mein erster Weg führt mich noch vor dem Frühstück zu einem Geldautomaten, denn ohne Moos is erstmal nix los. Nach Überprüfung aller Automaten im Umkreis von 2 Kilometern muss ich jedoch leider feststellen, dass ausnahmslos alle eine nicht kleine Servicegebühr verlangen – Mist. Aber nützt ja nix, ich brauche ja Geld. Mit lautem Zähneknirschen hebe ich das dann auch ab und schlendere zurück zum Hostel, um zu Frühstücken. Dabei sammele ich erste Impressionen der Gegend. Es ist warm, deutlich wärmer als zurzeit zu Hause, zum Glück. Es ist leicht bewölkt und in der Luft liegt ein deutlich zu hörendes, elektrisches Knistern. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, und die Stromkabel freundlich gesagt, dürftig angebracht. Aber das ist ja alles nichts neues.

Neben Shops an denen Touristenbedarf (Luftmatten, Sonnenbrillen, Handtücher) und Kitsch verkauft wird komme ich auch an einem kleinen Pier an einem künstlichen See vorbei. Er gehört wohl zu einem Hotel und auf ihm werden Mittwochs Floating Markets abgehalten. Wer schon länger liest weiß: Zu so einem wollten wir auch schon in Bangkok… Leider verpasse ich wohl auch diesen, das Hostel habe ich nur bis Dienstag gebucht.

Selbstverständlich stehen am Wegesrand auch wieder buddhistische Schreine, reichlich verziert und mit bunten Blumen behangen. Ein schöner Anblick.

Dann gibts Frühstück, Toast, Spiegelei, ein komisches Würstchen, kühlen Mangosaft (leider mit Eis, damit sollte man hier eigentlich vorsichtig sein, hoffentlich fang ich mir damit nix ein) und Schwarztee. Nebenbei läuft koreanisches Kinderfernsehen, die Betreiber des Hostels sind Koreaner. Dann gehe ich aufs Zimmer und schmeisse die Klimaanlage an, es ist halb 10 und unglaublich warm. Dann schreibe ich den Blog und und entspanne. Mittags schlendere ich zum Strand, mittlerweile ist es bewölkt und windig, also angenehm Kühl um spazieren zu gehen. Ich schnappe mir meinen orangenen Rucksack und laufe einfach mal drauf los. Nach nur wenigen Metern finde ich zufällig einen Weg in eine offene Bucht, umschlossen von ein paar kleinen Inselchen. Der goldweisse Sand wird von dem herrlich warmen Meerwasser um meine Füße gespült und ich laufe in den Wellen weiter. Irgendwann bekomme ich Hunger, auch weil am Strand für „Cheap Streetfood“ geworben wird. Ein Blick auf die Preise sagt mir aber, mit 300 Baht, also 7,60€, scheint mir cheap doch etwas weit ausgedehnt. http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_7463.mov

Man sagt ja immer, man soll dahin wo die locals gehen, und weit weg von den Touristen essen. Da ich eh nix zu tun habe stiefele ich also einfach weiter an der Hauptstrasse entlang, dass Linksverkehr ist fällt mir erst jetzt so richtig auf. Im Kopf überlege ich mir schon, morgen einen Roller zu mieten und in den Süden der Insel zu fahren, wenn das Wetter mitmacht. Nebenbei berechne ich meine täglich mögliche Ausgabenhöhe und wie man denn weiter Reisen könnte. So vor sich hin grübelnd sehe ich dann plötzlich ein kleines Strassenrestaurant, auf das die oben genannten Kriterien passen. In der Auslage sehe ich eine Suppe und bestelle: 60 Baht (also 1,50€), dass ist günstig! Und guuut. Die Suppe ist köstlich würzig, die Einlage besteht aus Glasnudeln, Sojasprossen, Frühlingszwiebeln, Rindfleischstreifen und Schweinefleischkügelchen. Als die Suppe aufgegessen ist sehe ich auch den Grund für den intensiven, leckeren Geschmack: Innereien…

Die lassen ich dann doch lieber in der Schüssel, aber es bleibt dabei, die Suppe war köstlich. Ich setzte meine kleine Tour fort und kaufe in einem Supermarkt zwei grosse Flaschen Wasser. Gerade im Hostel angekommen fängt es an wie aus Eimern zu gießen, ein richtiger Tropensturm. Ich setze mich an den Schreibtisch und tippe den Blog und lege mich dann aufs Bett um ein bisschen zu entspannen.

Etwas später gehe ich zum Essen, diesmal ein grösseres Restaurant im Ortskern, aber dennoch günstig. Ich bestelle einen White Snapper, also Fisch, der in Neuseeland unbezahlbar war. Hier kostet er 3 Euro ind schmeckt himmlisch. Generell kann man hier sehr gut Fisch essen, der fangfrisch auf die Teller wandert. Vor vielen Restaurants stehen sogar Aquarien, frischer geht nicht. Da ich alleine esse und mich mit niemandem unterhalten kann mache ich mir einen Spass daraus, die Zutaten zu erschmecken, was einfacher ist als gedacht: Chilli, Charlotten, Knoblauch, Zitronengrass und Thaibasilikum. Und frischer grüner Pfeffer, der in ganzen Dolden auf dem Teller liegt. Dazu gibts natürlich Reis.

Als ich aufgegessen habe schlendere ich noch ein wenig durch die Souvenirshops und schaue mir neben furchtbarem Kitsch auch wunderschöne Holzschnitzereien an, die aber vorerst nicht in meinen Rucksack wandern. Abends telefoniere ich noch ein bisschen, was bis Mitternacht andauert und damit meinen Plan, schnell in den neuen Tag-Nachtrhythmus zu kommen erstmal auf Eis legt…

Eine etwas unerwartete Reise

„Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ – J.R.R Tolkin

Tja, was soll ich sagen: Genau das ist das Ziel meiner Reise, einfach mal los und gucken, wohin es mich so treibt. Am 28. Januar waren alle mühevollen Arbeiten für die Uni abgeschlossen, und auch mein Dienst bei der Post sollte für diesen Monat in zwei Tagen enden. Da ich keine weiteren Aufgaben im Februar hatte, beschloss ich, mal wieder meine Rucksack zu packen, ein Ticket zu kaufen und ein neues Abenteuer zu wagen.

Drei Tage später, am 1. Februa,r steige ich in meinen ehemaligen Schulbus – mit dem grossen grauen Rucksack, der schon letztes Jahr in Neuseeland dabei war. Diesmal allerdings alleine ohne Reisebegleitung.

In Säckingen düse ich schnell zum Ticketschalter, um meine Monatskarte zu besorgen, mit der ich zum Basler Flughafen will. Dafür bleiben mir gerade mal 5 Minuten, dann kommt schon Zug. Mit dem fahre ich zum Badischen, steige um Richtung SBB, dann in den 50er Bus zum Flughafen. Einchecken verläuft reibungslos, schon sitze ich in der kleinen Intercity-Schüssel nach Amsterdam, wo ich fünf Stunden Aufenthalt habe, die ich größtenteils im „Airportpark“ verbringe. Irgendwann bekomme ich Hunger und warte bei Burgerking, bis ich dran bin, da fällt mir mit Schrecken ein, dass ich Boarding und Abflugzeit verwechselt habe und sprinte los. Gott sei dank ist mein Rucksack mit nur noch 13 Kilo wesentlich leichter als letzes Jahr. Airportpark in Amsterdam

Airportpark Amsterdam

Am Boardingschalter freut man mich zu sehen und ich steige in die Maschine, und zack, es geht los! Hab ich eigentlich schon gesagt wohin? Es geht nach… „Ladies and Gentlemen, Captains speaking. Engine 3 is kaputt, wir haben das Triebwerk ausgestellt, weil wir ein Ölleck haben. Wir müssen zurück nach Amsterdam und ein neues Flugzeug organisieren. Leider sind wir momentan zu schwer um zu landen, wir müssen erstmal 40 Tonnen Treibstoff über der Nordsee dumpen.“ Wir kreisen also an Hamburg und Aurich vorbei, fliegen ein bisschen über die friesischen Inseln und wenig später sind wir wieder in Holland.

Lange Rede kurzer Sinn, irgendwann geht es gegen 11 Uhr weiter, meine Holländischen Sitznachbarn und ich machen uns über die Situation lustig und haben ne menge Spaß, was auch an dem gratis Wein liegt, den uns die Crew heimlich zusteckt.

Ich schlafe im neuen Flieger sofort ein, zwinge mich aber um 4 Uhr wieder aufzustehen, um Jetlag vorzubeugen. Durch ein großzügig bemessenes Zeitfenster in Hongkong schaffe ich es, trotz der massiven Verspätung nicht nur den Anschlussflug zu bekommen, sondern auch dem Restaurant, in dem Chris und ich letztes Jahr unser Mittagessen hatten einen Besuch abzustatten.

irgendwo über Russland oder ChinaRestaurantbesuch

Restaurant in Hongkong (oben), Irgendwo zwischen Russland und China (unten)Nach insgesamt 30 Stunden und zwanzig Minuten Reisezeit komme ich bei herrlich warmen Temperaturen auf Koh Samui in Thailand an, wo es jedoch so dunkel ist, dass ich vom Inselparadies erstmal nix sehe.

Mit einem Shuttle gehts zum Hostel, das nur 10 Minuten vom Flughafen entfernt liegt. Ich bekomme meinen Zimmerschlüssel für ein 4er Gemeinschaftszimmer, in dem aber Gott sei Dank niemand ist. Nach einer Dusche falle ich ins Bett und penne ein. Willkommen in Thailand!Angekommen

Angekommen in Koh Samui, ThailandGanz nettes, leeres (!) Zimmer

Das leere Hostelzimmer

26.05. 2017 – Reality Tour, beide Seiten der Schere

Zum Frühstück gibt es wieder Omelett mit Tomaten und Zwiebeln, dazu den köstlichen indischen Tee, der auch ein bisschen Schärfe in sich trägt. Gestern hatte uns der Host von einer Führung einer Organisation namens Reality Tour erzählt, eine Tour durch Dharavi, das größte Slum Asiens, wenn nicht sogar der Welt. Wir haben ganz ehrlich Skrupel, ob wir dieser Tour beiwohnen sollen, ein einerseits weil wir es irgendwie falsch finden, als reiche ganz offensichtliche Europäer mit dem Rucksack durch eine der Gegenden zu laufen, in dem die Ärmsten der Armen wohnen. Andererseits bin ich mir auch nicht sicher ob ich das wirklich sehen möchte, das Bild eines bettelnden indischen Mädchens vor fünf Jahren verfolgt mich immer noch und ist seit dem sehr präsent in meinem Kopf, und eigentlich sind es solche Bilder, die man nicht sehen und verdrängen möchte.

Schlussendlich ist aber genau das der Grund, der Tour doch zuzustimmen, denn man muss einfach wissen worauf auch unser Wohlstand aufbaut, und die Augen vor Tatsachen zu verschließen ist generell die dümmste Sache, die man machen könnte. Also setzen wir uns nach dem Frühstück ins Zimmer, ich schreibe schnell den Blog, dann ist es Mittag und wir setzen uns in den Zug zur Station „Lower Parel“.

Dort angekommen müssen wir erst einmal den Treffpunkt finden, nach einigem herumfragen, in die Irre geleitet werden und erneutem fragen finden wir diesen dann, sehr auffällig an der Traube Weißer zu erkennen, die deutlich aus der Masse herausragen. Wir Gesellen uns dazu, und da Mumbai ja nicht das typischste Urlaubsziel ist treffen wir hier einen Haufen interessante Leute, die uns auch sofort freundlich anquatschen. Ein französisches Pärchen ist auf dem Weg von Kambodscha über Indien in den Iran, was laut ihren Freunden ein super schönes Reiseland sei. Auch die drei Jungs von denen ich gelesen habe (die mit dem Londoner Taxi) haben das geschrieben, es scheint also irgendwas zumindest dran zu sein. Dann ist da noch ein junger Typ aus Amerika, der 10 Wochen durch Indien und Asien reisen möchte und ein Kardiologe aus Freiburg, der auf einer Konferenz hier ist und nebenbei auch noch etwas vom Land sehen möchte. Die Truppe ist also bunt, und wir sind gespannt was uns erwartet. Insgeheim mache ich mich auf das Schlimmste gefasst.

Die Gruppe wird in zwei kleinere Grüppchen von vier beziehungsweise fünf Personen geteilt, wir sind mit dem Guide Champ, dem deutschen Kardiologen und einer Italienerin unterwegs, die allerdings lieber auf ihr altes Klapphandy einhämmert als sich mit uns zu unterhalten.

Auf der von den unten fahrenden, Zügen vibrierenden Überführung startet unsere Führung mit ein paar Fakts and Figures.

In ganz Mumbai gibt es über 2000 Slums! Das allein muss man sich mal vorstellen. Die Definition eines Slums dabei ist wohlgemerkt ein nicht genehmigtes Gebäude oder eine Siedlung dieser auf regierungseigenem Grund und Boden. Also kann in der Theorie auch ein Hundertmillionen Dollar Gebäude ein Slum sein, wenn es nur schwarz gebaut wurde – in der Praxis übrigens auch, denn dieses Beispiel gibt es wirklich.

„Unser“ Slum ist mit der Größe von 500 Fußballfeldern und einer Einwohnerzahl von offiziell einer Millionen Menschen das größte Slum Asiens (wenn nicht gar der Welt, das müsste aber noch mal recherchiert werden bevor ich das so ohne Klammern schreibe), inoffiziell ist die Einwohnerzahl allerdings mindestens um die Hälfte höher. In Mumbai leben insgesamt fast 11,5 Millionen Menschen in einem Slum, und teilen sich teilweise zu neunt und mehr eine winzige Wohnung, die kleiner ist als ein typisch europäisches Badezimmer.

Obwohl die Regierung (bis 2004) Sozialwohnungen beim diesem Slum gebaut hat wollen dessen meisten Bewohner in ihren Hütten bleiben und nicht in 30m^2 gratis zur Verfügung gestellten Wohnungen ziehen.

Und warum das so ist, dass zeigt uns unser Guide jetzt.

Dharavi ist kein Ort an dem die Menschen im Dreck in kleinen Hütten vor sich hinvegetieren, Däumchen drehen und in Verzweiflung ertrinken. Ganz im Gegenteil, das Slum ist ein summender Bienenkorb der Produktivität, der Freundlichkeit und der Nachbarschaftshilfe. Die Gemeinschaft greift ineinander wie ein Uhrwerk und ist vor allem eins: Produktiv.

Der Hauptwirtschaftszweig der Stadt in der Stadt, dem „Core of Mumbai“ ist das Recycling von Plastik. Jeden Tag werden zehn Tonnen Plastikmüll angeliefert, sortiert, gereinigt, geschreddert, eingeschmolzen und zu Pellets verarbeitet, die dann von Großkonzernen in Tastaturen, Handys, Stühle und vieles mehr verwandelt. Diesen Prozess sieht man ja am besten bei der Sendung mit der Maus, wir wissen jetzt, wie die Pellets entstehen.

Wir werden auf das Dach einer Plastikwäscherei geführt, von dem man wirklich einen Eindruck bekommt, wie riesig das Gebiet ist, und wie dicht es bebaut ist. Auf den Dächern stapelt sich Müll, Kinder spielen aber auch Fußball. Fotos machen ist aus zweierlei Gründen nicht erlaubt, erstens wegen des Respekts gegenüber der Menschen die hier leben, andererseits ist as auch eine Vorsichtsmaßnahme, niemand soll sich provoziert fühlen und wir wollen alle nicht in eine brenzlige Situationen kommen, also halten wir uns daran.

Als wir wieder vom Dach steigen tauchen wir weiter ein in das Slum. Es zu beschrieben ist unglaublich komplex, aber ich will es einmal versuchen. Fangen wir mal damit an was man sieht. Auf den Wegen, die teilweise aus gestampfter Erde, aus gebrochenen Betonplatten oder auch aus Pflastersteinen besteht liegt sehr viel Plastikmüll – ein Resultat des Hauptwirtschaftszweigs. Man muss echt aufpassen, wohin man tritt, um nicht in ein Schlagloch – oder schlimmer, mit seinen FlipFlops in einen Abwasserkanal mit undefinierbar weißem schleimigen Wasser zu treten. Das resultiert aus den Chemikalien, die beim Reinigungsprozess verwendet werden. Zu beiden Seiten der Gassen ragen die Mauern der Behausungen auf, aber auch der Geschäfte, die hier betrieben werden. Von bunten Tüchern, Lebensmitteln, Haushaltsgegenständen über Lederwaren und frisch gekochtem Essen kann man hier alles bekommen, was man zum Leben braucht. Teilweise stehen die Gebäude allerdings so dicht, dass man neben seinen Schultern nur noch je fünf Zentimeter Platz hat, ein Überholmanöver wird so gleich ungeheuer kompliziert. Erst recht wenn ein Kanal unter einem liegt, und besonders, wenn nicht nur der Boden ein Hindernis ist, sondern auch alles was über einem hängt. Die Elektroinstallationen sind wild durcheinander hängende Kabel, die auch häufig mal mit einem unisolierten Ende nach unten baumeln.

Die Gassen sind dunkel wie die Nacht, es gibt aber auch breite Straßen auf dem das Leben rumort, bunte Tücher im Wind flattern und knalliges Gemüse auf den Auslagen auf einen Kunden wartet. In jedem Viertel des Slums sind die Leute unterschiedlich, im muslimischen beispielsweise laufen viele Frauen in schwarzer Vollverschleierung umher (allerdings ohne zu arbeiten, das dürfen die meisten scheinbar nicht), während im Hinduistischen die Frauen in Farbenfrohe Saris gehüllt zusammen sitzen und Papadums (Brot) backen.

Dunkle schmale Gassen im Slum

Das führt uns auch direkt weiter zum Geruch. Natürlich riecht es an manchen Ecken nicht so gut, das erklärt sich von selbst wenn sich 1500 Menschen ein Toilettenhäuschen teilen müssen. Überwiegend ist die Luft aber sauber und an manchen stellen riecht es nach so köstlichem Essen, dass einem das Wasser nur so im Munde zusammen läuft. Gewürze wie Kümmel, Fenchel, Kardamom, Zimt und Anis strömen genauso durch die Gassen wie frisches Fladenbrot, gesottenes Hühnchen und natürlich das Essen der Imbissbuden: Samosas, Curries und vieles mehr. Man hört das Rufen der Händler, das debattieren der Käufer, das Knattern der Rikschas und natürlich deren Hupen. Es dröhnt Hämmern aus den Werkstätten der Kofferbauer und Ledertreiber und das mechanische Knacken der Zuckerrohrmühlen, die die Menschen mit erfrischenden Getränken versorgen.

Vor einer großen Menge aufgestapelter Farbeimer macht Champ halt und erklärt, dass auch diese recycelt werden. Die Eimerer werden über dem Feuer erhitzt, um die noch verbleibende Farbe auszutrocknen. Diese wird dann ausgescharrt, die Eimer gesäubert, auf Lecks überprüft, repariert, umlackiert und zurück an die Firmen verkauft.

Weiter geht’s an der öffentlichen Toilette vorbei zum Fuß- und Spielplatz. Die Kinder begrüßen uns fröhlich winkend und so steigern wir uns in ein wahres Winkkonzert, dass nicht enden will, mit lachenden Menschen auf beiden Seiten. Ein Lächeln ist eben die beste Art der Kommunikation. Leider wird die gute Laune etwas gedämpft als Champ von den hygienischen Problemen des Slums berichtet. Besonders in der Regenzeit ist die Gefahr für Krankheiten wie Malaria oder Typhus extrem hoch, das durch Fäkalien und diverse Chemikalien verunreinigte Wasser dringt in die beschädigten Wasserrohre ein, und verseucht das ohnehin nicht sehr saubere Wasser umso mehr. Die Bewohner kochen hier das Wasser ohnehin ab, wenn sie welches haben. Fließend Wasser gibt es nämlich nur für eine Stunde am Morgen, eine halbe Mittags und noch einmal eine volle Stunde am Abend, damit muss im wahrsten Sinne hausgehalten werden. Das Leben ist hier eben nicht nur tolle Gemeinschaft, sondern eben auch hart und gemein.

Der Fußballplatz

Unser Guide führt uns weiter zu einem Laden in dem Lederprodukte verkauft werden und zeigt uns hier, wie aus einfachem Ziegenleder durch Druckstempel Leder erzeugt wird, dass täuschendecht einem Alligator gleicht. Der Laden führ die „slumeigene“ Marke Dharavi, dessen Logo ein Herz ist. Wie gesagt wird das Gebiet ja auch Core (also Herz) of Mumbai genannt. Das liegt an der Form der Siedlung, die durch die Begrenzung zweier Bahngleise und zweier bogenförmigen Straßen tatsächlich an ein Herz erinnert. Lederjacken und Handtaschen sind nicht ganz unser Stil, weshalb wir hier heute nichts kaufen.

Weiter geht es dafür in die Schule, die die Organisation geründet hat und nun auch zum Teil mit Hilfe freiwilliger Mitarbeiter aus der ganzen Welt betreibt. Es ist nur ein kleiner Raum mit an die Wand geschobenen Tischen und Stühlen, zur Zeit sind Sommerferien in Indien und niemand ist hier der unterrichtet werden könnte. Der Unterricht besteht aus den vier wichtigsten Dingen die man können muss: Lesen, schreiben, Grundrechenarten und einen Computer bedienen.

Im Großen und Ganzen kann man sagen dass „Reality Trips“ wirklich großartige Arbeit leistet. Sie zeigt westlichen Besuchern das Leben in einem Armenviertel und sensibilisiert sie zumindest ein bisschen, wenn auch geschönt, für das Leben hier. Über 80% der Einnahmen durch die Führungen gehen zurück in das Slum um dort Entwicklungsarbeit zu leisten, was wirklich eine großartige Sache ist.

Nun beginnt die letzte Etappe der Tour, welche uns durch das Viertel der Töpfer führt. Sie sind die reichste „Zunft“ im Slum und haben die größten Häuser, allerdings dafür auch den starken Rauchgeruch der Brennöfen die ganze Zeit in der Nase. Diese werden interessanterweise nicht mit Holz befeuert, sondern mit Stoff und Baumwollresten, da diese nicht so hochtemperaturig verbrennen und die Töpferware so nicht springt.

Töpfer und Brennöfen

Ich denke jetzt haben sowohl wir als auch du, lieber Leser genug von dem Slum erfahren, sollten aber noch fragen offen sein, gerne in die Kommentare. Wir beenden hiermit die Tour, lassen noch eine Onlinebewertung da und versichern, unseren Freunden hiervon zu erzählen (hiermit geschehen). Wir bekommen auch noch einen Link mit Fotos, die die Organisation als andenken gemacht hat, dann fahren wir auch schon mit 8 Mann zurück zum Bahnhof.

Mit dem Zug geht es dann zurück zur Andheri Station, wo wir erst einmal im McDonalds was essen gehen. Wir sind einfach ein bisschen ängstlich was Straßenessen hier angeht obwohl wir da in Thailand keinerlei Skrupel hatten. Mit der Rikscha fahren wir dann ins Cinepolis, ein großes Kino wo wir den fünften Teil der Fluch der Karibik Reihe ansehen wollen. Es war gar nicht so einfach ein Kino zu finden das hier Hollywood-Streifen zeigt, Bollywood ist hier das einzig Wahre.

Nach zwei Stunden warten, die ich mit der ersten Hälfte dieses Eintrags fülle, können wir endlich in den Saal, 3D Brillen auf und los geht der Genuss. Aber noch nicht sofort. Bevor der Film startet werden die Besucher aufgefordert sich zu erheben und der Nationalhymne Indiens zu lauschen. Total schräg, dieser Patriotismus! Wir finden es eher lustig als ernst, ich muss aber sagen dass die Hymne wirklich schön klingt. Mit Ausnahme einer 15 minütigen Pause (ätzend!) verläuft aber sonst alles wie gewohnt – der Film ist bombastisch, die Story aber nur im Mittelfeld. So haben wir in gewissermaßen heute beide Seiten der Schere zwischen arm und reich erlebt, das Slum und die Dekadenz des Kinos, in dem alles schöner ist als es in Wirklichkeit ist. Damit hat es allerdings auch etwas mit dem Slum gemeinsam, denn das ist so erklärt auch schöner, als es ein vierzehnjähriges Ich damals erlebt hat.

Mit der Rikscha geht’s dann nach Hause, wo weiter der Blog geschrieben wir. Mittlerweile ist es 1 Uhr Nachts, allerdings werde ich das erst nach dem Tag gestern posten. Ich wollte lieber das Slum zuerst schreiben, solange noch alle Eindrücke ganz frisch sind. Gute Nacht!

Fotos der Organisation von der Tour

25.04. 2017 – Imperiale Macht und Erinnerungen

Wir stehen heute deutlich früher auf als gestern, weshalb wir heute auch etwas mehr unternehmen können. Die Planung dafür wird grob am Frühstückstisch erledigt, vor uns steht ein Omelett mit Tomaten und Zwiebeln, dazu gibt es den köstlich würzigen, indischen Tee, der auch etwas scharf ist. Dabei kommen wir natürlich auch ins Gespräch mit unserem Host und ich meine etwas Stolz, dass ich schon zum zweiten Mal hier bin. Als er hört dass ich vor fünf Jahren hier war lacht er schallend auf und meint „Das ist nicht mehr das Mumbai, das du kennst. Hier hat sich alles Verändert. Es leben seit dem drei Millionen Menschen mehr in der Stadt. Wir haben jetzt eine Metro und einen neuen Flughafen, den sie vor zwei Jahren eröffnet haben.“ Das erklärt natürlich so einiges… Wie sehr sich die Stadt Verändert hat, dass wollen wir nun natürlich sehen.

Wir laufen nach dem Zähneputzen, was wir nur mit Wasser aus der Flasche erledigen, zur Hauptstraße und winken eine Rikscha heran. Mit dem kleinen Gefährt geht’s zum Bahnhof Andheri, wo wir am Schalter aus Gewohnheit ein Ticket für die zweite Klasse ziehen. Der Mann hinter der Glasscheibe schaut etwas verwirrt, können sich die beiden Weißen wirklich kein Erste Klasse Ticket kaufen?

Schlange am Schalter

Aber als wir an die Gleise treten wird klar weshalb er so geguckt hat: der Bahnhof ist geflutet von Menschen, unglaubliche Massen sind unterwegs. Mit einigem herumfragen finden wir dann zum Richtigen der neun Gleise, denn auf dem Ticket ist dieses nicht vermerkt. Zum Glück sind die Inder sehr hilfsbereit und können auch fast alle sehr gut Englisch.

Kennst du die Bilder von indischen Zügen aus dem Fernsehen? So überfüllt dass die Türen nicht mehr schließen und die Leute aus dem Zug hängen um noch mitzukommen? Das ist die Realität, und genau in so ein Gefährt steigen wir jetzt ein. Zum Glück können wir uns tief genug in den Zug graben um nicht außen zu stehen, wobei dass wegen der besseren Durchlüftung sehr begehrte Plätze zu sein scheinen.

Nach einem kurzen, ungeplanten Umstieg haben wir es dann auch geschafft, und der Zug rollt in Churchgate ein. Die Leute an den offenen Türen hüpfen aus dem noch fahrenden Zug, und traben im Galopp weiter zu ihren Zielen. Ein absolut verrückter Anblick, wie hier Männer im Anzug und Frauen in Saris einfach aus dem fahrenden Zug springen.

Wir warten lieber bis er angehalten hat und gehen dann zu Fuß Richtung Süden, in den Stadtteil Apollo Bandar, der kolonialen Altstadt des ehemaligen Bombays.

Hier reihen sich prachtvolle Steinhäuser im Stil des Historismus und der britischen Interpretation des Mogul-Baustils aneinander, die Tore, Bögen und Türme machen einen vergessen, dass man in Indien und nicht in einer orientalischen Version Englands ist. Die Gebäude sind wunderschön, wie ich sie in Erinnerung hatte.

Catcontent

Durch Zufall finden wir auch das „Prince of Wales Museum“ wieder, in dem wir auch schon damals waren. Es kommt mir kleiner vor als in Erinnerung, allerdings sind die Ausstellungsstücke noch immer wunderschön. Dreitausend Jahre alte Statuen von Göttern finden hier genauso Platz wie mittelalterliche indische Waffen, Schatzkisten aus Elfenbein, kunstvoll gewebte Stoffe und Kleidungsstücke, aber auch naturkundliche Ausstellungsstücke wie ausgestopfte Vögel, ein weißer Tiger und einen Babyelefanten, den ich schon damals schrecklich fand.

Wächtergottheit
Das Prince of Wales Museum

Bronzeguss
Schmuckkästchen aus reinem Elfenbein
Kunstvolle Malerei mit buntem Sand von tibetischen Mönchen
Der Park des Museums
Bunte Tücher
üble Waffen
Liftboys gibts hier auch noch
Das Museum 2012

Nach ein paar Stunden umherlaufen hatten wir dann aber genug von Museen, besonders wenn man in dem letzten halben Jahr in so vielen war. Wir setzen also unseren Weg weiter fort, ins Herz der imperialen Stadt.

Das merkt man besonders an einem Gebäude, dass sich wie ein Berg vor dem indischen Ozean erhebt: dem Gateway of India. Es ist ein riesiger sandfarbener Triumphbogen, errichtet von 1911 bis 1924 im Gedenken an den ersten Besuch eines britischen Monarchen in Indien, Georg V im Jahr 1911. Ich würde gerne ein Bildervergleich machen, ich vor dem Tor vor fünf Jahren und heute, leider war damals das Selfie noch nicht erfunden, also habe ich kein Bild von damals.

2017
2012

Dafür werden heute unzählige Fotos gemacht, denn neben Dem Tor scheine ich zur wichtigsten Attraktion auf dem Platz zu werden. Viele Inder bitten mich, sich mit ihnen ablichten zu lassen, was natürlich urkomisch ist, und deren Wunsch ich gerne nachkomme. Passiert ja nicht so häufig dass hier so ein hübsches Kerlchen über den Platz läuft 😀 .

Autogramm wollte er aber leider nicht 😀

Wir ziehen weiter, am Taj Mahal Palace, dem besten Hotel am Platz durch den Stadtteil Colaba und schauen uns ein bisschen um. An einer der diversen Zuckerrohrmühlen bleiben wir stehen um uns eine Erfrischung zu kaufen. Dabei handelt es sich um kleine Marktstände, in denen eine Walze ganze Zuckerrohre zermalmt und presst, um den Saft aus ihnen herauszuquetschen. Das indische Pendant zu unserem frisch gepressten Orangensaft quasi. Der Saft ist grüngelblich und ungeheuer süß, aber extrem erfrischend.

Während wir den Saft genießen kommen wir mit einem Inder ins Gespräch der in Hamburg Softwareentwickler ist, und der uns auf einen lokalen Markt führt, wo wir frische Gewürze und Tee kaufen. Dann geht e auch schon wieder zurück, erst mit dem Zug, dann der Rikscha, wir hatten einen Ereignisreichen und schönen Tag.

 

24.05. 2017 – Ein kurzer Rundumblick

 

Weil wir erst so extrem spät ins Bett gekommen sind ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir heute bis 14 Uhr schlafen, und damit die erste Hälfte des Tages verpassen. Wir stehen also spät auf, und gehen aus dem Hostel, um zu wissen, wo wir überhaupt gelandet sind.

Die dunkle Gasse durch die wir gestern Nacht gefahren sind stellt sich als schattiger kühler Weg durch einige Hinterhöfe heraus, die Leute arbeiten in kleinen Läden, die Kinder spielen Kricket auf der Straße und ein Tempel gibt uns einen Orientierungspunkt von der Hauptstraße aus, auf der das typisch indische Verkehrschaos herrscht.

Unsere Gasse
Das 6-Sterne  Hostel von außen (von innen ist es wirklich besser)
Rikscha

Oberste Priorität hat ein Frühstück, den Straßenständen trauen wir allerdings nicht wirklich, weshalb wir in die Filiale eines Lieferservices gehen, und dort gefülltes Fladenbrot bestellen. Die würzig scharfe Soße die nach Kreuzkümmel schmeckt finde ich köstlich, Chris liegt der Geschmack allerdings weniger.