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Rooftoprelaxing – 16.02 – 17.02. 2018

Ich melde mich heute nur kurz, denn die letzten beiden Tage war mal ein bisschen Erholung angesagt. Von Khao Sok ging es mit einem mittelgroßen Minibus nach Aonang, was sich circa zweieinhalb Stunden Südlich des Nationalparks befindet. Es ist unglaublich touristisch hier, also eine völlig neue Erfahrung gegenüber den sonst bewusst ruhigen Orten, in denen ich sonst war. Die Abende, die ich mit Ellen und Dirk auf dem abendlichen Basar verbrachte und mich durch Samosas, Frühlingsrollen, gebratenes und gerilltes, Kebab und Eis futtere, sind im vergleich zum restlichen Tag das Ereignisreichste. Ich liege im Schatten auf dem Dach unseres wirklich wunderschönen kleinen „Stayover“ Hostels und genieße meinen freien Tag. Nicht einmal an den 2 Kilometer entfernten Strand will ich laufen, heute und morgen, die heißesten Tage der Woche, sollen knapp 35 Grad erreichen. So bleibe ich einfach im Schatten liegen und verdöse 2 Tage in Thailand 😀

Awesome: gemütlicher Abend auf dem Dach unseres Hostels

Eine schöne Mosche in direkter Nachbarschaft: vor ihr gibt es das beste und günstigste Essen

Mit ein paar anderen Gästen unterhalten

Frühstück

Abendessen

http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_8164.movEis, das direkt vor einem zubereitet und gefroren wird. Mango, Erdbeere und Vanille, eine super Kombi!

Genießer

Kleines Nickerchen

Khoa Sok Nationalpark – 14.02 – 15.02.2018

Um 8 Uhr stehen wir auf, packen unsere Backpacks und checken aus. Wir frühstücken im Hostel von Ellen und Dirk, wobei ich mich auf eine mitgebrachte Packung Kokoscracker konzentriere. Nachdem wir die Rucksäcke im Zimmer der beiden verstaut haben wechsele ich den Verband an meiner Ferse, ziehe die Wanderschuhe an und dann gehts auch schon mit dem Minibus Richtung Haupteingang. Auf dem Weg halten wir noch kurz an, um die Gruppe mit Stirnlampen zu versorgen. Ich kaufe keine, aber nehme mir mit Dirk gleich noch Packung Streetfood mit, das himmlisch schmeckt, aber bei näherem Betrachten verdächtig nach Schweinefuss aussieht… 😀

Im Bus führt die ganze Gruppe, die größtenteils aus Niederländern besteht, gefolgt von Deutschen, zwei Schwedinnen, zwei Amerikanern und einem Briten, unglaublich interessante Gespräche über Vorurteile über bestimmte Länder. So sprechen wir mit den beiden Amerikanern, die aus Chicago und San Francisco kommen, beispielsweise über ihren Schulunterricht, Waffengesetze und natürlich auch über Trumpwähler. Besonders die Waffengesetzte bekommen in der Retroperspektive wieder ein stärkeres Gewicht, war doch erst gestern wieder ein Amoklauf in einer amerikanischen Schule mit 17 Toten. Aber gerade diese Gespräche erweitern unglaublich den eigenen Horizont, hinterfragt man sie doch gemeinsam und versucht, dem Kern der Vorurteile etwas näher zu kommen.

An uns zieht derweil eine atemberaubende Landschaft vorbei, die riesigen Speckstein- und Kreidefelsen, die sich teils bewaldet teils von Regen und Zeit glatt gewaschen über den Dschungel erheben sind unglaublich beeindruckend. Auf den Bildern, die ich zuhause gesehen hatte konnte ich mir nicht vorstellen, wie es hier wohl sei. Nun wo ich hier bin, und die teilweise 680 Meter senkrecht aufragenden Steilwände sehe, fehlen mir glatt die Worte sie zu beschreiben. An einem kleinen Hafen steigen wir dann vom Minibus um in motorisierte, typisch thailändische Langboote. Vom Wasser aus wirkt die Landschaft noch beeindruckender, und vielen wird hier das alter der Felsformationen so richtig bewusst. Man kann sich bildhaft vorstellen, wir hier schon vor 140 Millionen Jahren, als der Park entstand, Dinosaurier durch die Wälder gezogen, und seltsame Wesen auf der Jagd nach Beute durchs Wasser gezogen sind. Es hat etwas urtümliches, magisches hier über das Wasser zu gleiten. Und natürlich haben wir als Gruppe auf dem Boot einen Heidenspaß.

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Dann kommt, nach zirka einer Stunde Fahrt, unsere Unterkunft in Sicht: ein kleines Dorf von aus Bambus und Palmenblättern gebauten Hüttchen, die auf dicken Baumstämmen im Wasser treiben. Sobald wir angekommen sind schmeissen wir unsere Rucksäcke in die kleinen, schwimmenden Hütten und springen selbst in den See. Die Erwartung eines kühlenden Nass wird jedoch nicht bestätigt, das Wasser hat sicher angenehme 27, was verständlich ist, beträgt doch schon die Lufttemperatur knapp 32 Grad. Wir planschen eine Stunde im Wasser, nach einem kleinen Mittagessen geht es dann auf Wanderschaft. Wir steigen wieder in das Langboot, das uns nach zwei Minuten an einem lehmigen Ufer absetzt. Von dort aus geht es direkt in den grünen Dschungel Südthailands. Zum Glück habe ich neue Wanderschuhe, die meinen doch in Mitleidenschaft geratenen Fuss gut stützen, zudem einen Bambusstock, den ich zufällig gefunden habe und den ich nun als Krücke benutze. Weil hier so viele Leute sind, die noch weiter nach Neuseeland reisen, und ich es liebe ihnen Tipps für die Reise mit auf den Weg zu geben, und weil Herr der Ringe dort gedreht wurde bekomme ich ziemlich schnell den Spitznamen „Grandpa Gandalf“ verliehen. Ein Zauberer aus Tolkins Sagenwelt, der immer mit einem langen Gehstock durch die Gegend schreitet. Und dann ist da noch Dirk, der mir, als logischerweise Gruppenlangsamster, nicht von der Seite weicht. Er freut sich sichtlich darübe, etwas von der Gruppe abzufallen und die Ruhe zu genießen, die von dem Wald ausgeht. Natürlich ist es hier alles andere als still. Man hört exotisches Vogelgezwitscher, den Wind in den meterhohen Bambusrohren und ab und zu auch die Schrei einer Affenfamilie. Dirk will ein bisschen Reisen, um Stress abzubauen. Ich erzähle ihm während der Wanderung wie ich meine Reisen „plane“ und gebe ihm ein paar generelle Tips was Equipment, Unterkunftbuchung, etc angeht. Neben uns stehen gigantische Urwaldriesen, Palmenstauden und Bambus, es ist angenehm kühl im Statten des Laubwerks.

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Wir waten durch Bäche, bis meine Wasserfesten Schuhe von oben geflutet werden, das Wasser werde ich natürlich nicht mehr los. Das macht aber überhaupt nichts, denn schon bald sind wir am Eingang einer Höhle. Es ist ein teilweise über 15 Meter hoher Tunnel, von einem der Flüsse in den Fels gefressen. Und der Fluss ist natürlich immer noch in der Höhle, was für uns nasse Füße bedeutet. In der Höhle ist eine super Akustik, weshalb Andreas (der Engländer), Amanda (Schwedin) und ich Song um Song schmettern. Am besten klingt natürlich Bohemien Rhapsodie von Queen, das durch das Echo fast an das Original rankommt. Dabei vergesse ich völlig, Fotos zu machen, weder von den Stalagmiten, Stalaktiten, den Fledermäusen oder dem unterirdischen Fluss kann ich euch welche zeigen, aber wie ne Höhle aussieht weis man ja in der Regel. Mein Fuß macht erfreulicher weise mit, nach cirka einer Stunde sind wir aus der Höhle und der Austritt aus dem engen, dunklen Loch in das grüne, gleissende Licht ist ne ziemlich coole Erfahrung. Nach der Wanderung zurück zum Boot fahren wir wieder zu unseren FloatingHouses und schwimmen den Rest des Tages in dem klaren, warmen Wasser des Stausees oder kajaken mit den umsonst bereit gestellten Booten zu den kleinen Buchten, die das Dorf umgeben. Ich bin mal wieder in einem kleinen Paradies gelandet

Abends ging es dann auf eine einstündige Nachtsafari, die wir gemütlich vom Boot aus genießen konnten. Gelaufen sind wir heute genug. Wir treiben am Ufer und beobachten zwei kleine Äffchen, die direkt über uns in den Wipfeln der Bäume sitzen und nach Futter suchen.

Danach gehts zum Abendessen, es gibt Fisch, verschiedene Arten von Curry und gebratenem Gemüse, dazu Reis. Wir sitzen bis lange in die Nacht zusammen und haben viel Spass beim gemeinsamen Gespräch. Zufällig setzt sich hierbei der „Jungstertable“ zusammen, ich bin mit 20 Jahren der älteste. Die beiden Schwedinnen haben genau wie der Rest gerade die Schule beendet, und die Pläne der Leute sind faszinierend. Ich genieße die Gesellschaft und gehe erst sau spät über den schwankenden Pier zu meiner Hütte zurück.

Der nächste morgen beginnt früh. Genauer gesagt sehr früh. Um halb 5 beginnt der Dschungel wach zu werden, wenn er denn überhaupt geschlafen hat. Die Vögel starten ihr Konzert, die Affen schreien, die über dem See glitzern Sterne verblassen langsam, und ein müder Sven versucht, ein hübsches, übermüdetes Foto von sich zu schießen. Klappt nicht so gut 😀

Noch vor dem Frühstück geht es wieder auf das Langboot und wir fahren hinaus auf den See. Die Sonne geht hinter den Bergen auf und taucht sie in blauoranges Licht. Und dann schaltet der Bootsmann den Motor aus und wir hören die Stille.http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_8005-1.mov

Ich schwärme noch im Boot, wie schön jetzt doch ein Pfannkuchen mit Bananen und Honig wäre, und zum großen Amüsement meiner Begleiter gibt es genau das, als wir anlegen. Wir frühstücken, dann gehe ich mit Amanda (einer der Schwedinnen) auf eine schöne Kajaktour. Das war echt super, wir hatten die Buchten für uns alleine, und weil wir nur flüsternd unterwegs waren, um die friedvolle Atmosphäre zu genießen, kamen wir ganz unverhofft in einen ganz besonderen Genuss. Direkt neben uns am Ufer, in zirka 3 Metern Entfernung sitzt eine Affenfamilie. Knapp 15 Tiere sitzen beieinander und lausen sich gegenseitig. Überwältigend, die Tiere in freier Natur zu sehen.

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Die anderthalb Stunden auf dem Wasser verfliegen wie im Flug, und leider ist danach unsere Zeit im Khoa Sok Nationalpark schon wieder vorbei. Wir steigen wieder in das Langboot, das uns zu einer weiteren Höhle bringt. Diesmal mache ich Fotos und lasse diese einfach mal auf den Leser wirken.

Wir fahren an eine kleine Halbinsel, wo es gebratenen Reis mit Gemüse gibt und wir ein herrliches Bad nehmen. Auch hier wieder einfach nur Bilder, um euch neidisch zu machen 😀

Nach all der schönen Zeit beginnt aber mit der Ankunft am Hafen der Stress. Wir haben keine Unterkunft, also fahren wir erstmal zu Dirk und Ellens Hostel, weil da ja unsere Rucksäcke liegen. Die sehr netten Besitzer des Hostels bieten uns sofort an, dort zu Übernachten, weil es aber ein bisschen teuer ist sagen wir, wir überlegen es uns. 10 Minuten später bestätigen wir unseren Aufenhaltswunsch… nur ist uns jemand zuvor gekommen. 1 Minute bevor wir zu ihr gegange sind hat jemand online den letzten Bungalow gemietet. Ok Scheisse gelaufen. Wir essen schnell zu Mittag, dann miete ich ein anderes Hostel für die Nacht via „Hostelworld“ und die netten Besitzer des Hostels, für das wir zu spät dran waren, bringen uns sogar umsonst dahin. Wir lassen dafür natürlich ein kräftiges Trinkgeld springen. Bei 32 Grad mit den Backpacks ne halbe Stunde laufen ist kein Zuckerschlecken.

Am Hostel gebuchten Hostel angekommen, in dem auch die Schwedinnen und der Engländer untergekommen sind, werden wir jedoch noch einmal bitter enttäuscht. Bei der Buchung ist etwas schief gegangen, wir haben für morgen gebucht, nicht für heute… Und auch hier wurde der letzte Raum 5 Minuten vorher weggeschnappt. Murphy’s Law schlägt mit aller Macht zu. Und es kommt noch dicker. Den Weg zum nächsten Hostel finden wir nicht auf anhieb, wir laufen nämlich in genau die entgegengesetzte Richtung. Bei 32 Grad wohlgemerkt.

Dann wiederholt sich ein Missgeschick vom letzten Jahr, Kalle vergisst seine Kreditkarte im Geldautomaten, wie ich letztes Jahr auf Bali. Wir verbringen über anderthalb Stunden uns mit Händen und Füßen – was am Telefon verdammt schwer ist – mit dem Callcenter zu verständigen und hoffen, dass Kalle die Karte bis morgen wieder bekommt, denn dan geht es für uns beide weiter.

Wir laufen in abendlicher Kühle bei 26 Grad zu unserem Hostel, was super ist. Wir wohen in einem Baumhaus ein paar Meter über dem Boden, und eine Bar ist in direkter Nachbarschaft. Dort haben wir uns mit den Schwedinnen Amanda und Louise, Andreas dem Briten und Ellen und Dirk aus den Niederlanden verabredet, und wir genießen ein paar Getränke zusammen.

Ende gut, Alles gut

Blog von Louise: http://louiseresedagbok.blogg.se

Bad Timing – 13.02.18

Um 4:30 legt das Schiff in Suratthani an und wir werden schon von Taxifahrern erwartet. Wir steigen auf eines, das uns dann zu einem kleinen Reisebüro fährt. Es sieht aus wie die Wartehalle eines sehr kleinen Bahnhofs, es stehen Bänke bereit auf denen wir uns etwas müde niederlassen. Die Inhaberin meint, wir sollten definitiv 250 Baht pro Person zahlen, um den schnelleren Bus zu nehmen. Wir lehnen in freudiger Erwartung eines Bus voller Locals ab, der uns langsam über das Festland Thailands nach Westen bringen sollte. Eine halbe Stunde später sinkt das Angebot plötzlich auf 100 Baht, wir lehnen aber weiterhin ab. Eine weitere halbe Stunde später kommt ein moderner Reisebus vor die Tür gerollt, und plötzlich wird uns gesagt, das sei unserer. Wir sind überrascht, das hatten wir natürlich überhaupt nicht erwartet, sind uns aber wenigen Minuten später im Bus einig: wir sind gerade ungewollt einer Tourifalle entgangen!

Die Busfahrt zum Khoa Sok Nationalpark ist einfach unglaublich, die Landschaft, die an meiner linken vorbeizieht ist atemberaubend schön. Ich entdecke Bananenstauden und andere tropische Laubbäume, und selbstverständlich eine Menge Palmen. Aus dem Grün des Regenwaldes ragen gigantische Kreidefelsen empor, schätzungsweise bis zu 200 Meter hohe Steilwände weissen Gesteins türmen sich aus dem Dschungel. Das alles beschienen von der aufgehenden Sonne.

Wir kommen gegen 10 in Khoa Sok an, und laufen die 2,6 Kilometer, mit einem kleinen Abstecher in ein Restaurant und einem kleinen Irrlauf zum falschen Resort, zu unserem Hostel. Dirk und Elen sind in einem anderen, allerdings nur 300 Meter entfernt und so verbringen wir den Vor- und Nachmittag vor ihrer Hütte (wir haben auch unsere eigene aus Palmwedelmatten und Wellblech). Wir spielen ein holländisches Kartenspiel und mit der Katze, die mit uns im Schatten am liebsten in meiner Mütze liegt.Leider verletze ich mich beim öffnen einer Tür total doof an der Ferse, da klafft jetzt eine 5 cm Wunde, die aber dank ausgebildeter Krankenschwester (Ellen) und angehendem Arzt (Kalle) hervorragend versorgt wird. Sorgen muss man sich also um mich nicht, nur um die zweitägige Wanderung, die wir nur 20 Minuten vor der Verletzung gebucht haben 🤷🏼‍♂️

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf gehen, bzw. humpeln wir noch ein bisschen im Dorf herum, trinken ein paar Mangoshakes, kaufen Verbandsmaterial und einen wasserfesten Sack für morgen, essen etwas und gehen dann schlafen. Es liegen grossartige Tage vor uns, soviel sei gesagt!

Viewpoint und Schaukelschiff – 12.02.18

Heute kann ich das erste mal seit einer Woche wieder ausschlafen, und das tue ich nach der langen Party gestern auch definitiv. Da ich um 10 jedoch auschecken muss klettere ich notgedrungen um viertel vor 10 aus dem Bett, ziehe meine Kopfhörer aus den Ohren und wickel meinen Schal vom Kopf, der wunderbar als Licht- und Schalldämpfer fungiert. Schnell packe ich meinen Backpack., was mittlerweile wirklich sehr routiniert abläuft. Ich buche noch schnell ein Hostel für heute abend, um 10 sitze ich dann in der Lobby des Resorts und gebe den Schlüssel für Raum Nummer 15 ab. Ich lege den Rucksack draußen in die Sonne und setzte mich selbst auf die Couch vor der Theke der Rezeption. Bis ca. Halb 2 schreibe ich den Blog, dann gehe ich mit Rayen, einem Schotten den ich auch beim Tauchen kennen gelernt habe, erst zum Laundryservice, wo ich meine restliche frisch gewaschene Wäsche abhole, dann ins Tukta, DAS Restaurant der Insel. Es ist extrem günstig, ein Essen kostet zwischen 1,50€ und 3€ für die exklusiveren Sachen. Ich bestelle ein Rotes Curry mit Süßkartoffel Fries, dann schlendern wir in aller Gemütlichkeit zum Resort zurück und setzte mich zurück auf meine Couch.

Da kommt Kalle, ein holländischer, 22 Jähriger Medizinstudent, der gerade seinen Bachelor gemacht hat, an die Theke und gibt seine Hausaufgaben ab, was ihn damit ebenfalls zum Open Water Diver macht. Genau wie ich hat er nicht wirklich eine Ahnung wie es jetzt weiter geht, wir haben aber schon gestern darüber gesprochen, dass beide den Nationalpark Khoa Sok im Auge haben. Ganz spontan buchen wir 5 Minuten später an der Rezeption unsere Fahrt dorthin, und ich storniere das Hostel für die Nacht, was mich einen ganzen Euro Anzahlung kostet. Kalle geht mit einem niederländischen Pärchen auf eine Rollertour, wozu ich aber heute keine Lust habe. Ich entspanne lieber und genieße die Ruhe, denn fast alle Schüler des Tauchzentrums sind zurzeit unter Wasser.

Ins Wasser will ich aber auch, deshalb laufe ich zur Freedom Bay, von der Lea morgens gesagt hat, sie sei heute dort. Nach circa einer Viertelstunde gemütlichen laufens erreiche ich die Bucht, für die man wohl eigentlich zahlen muss, ich aber übersehe den Ticketschalter und komme damit umsonst in den Genuss. Zu meiner freudigen Überraschung sehe ich nicht nur Lea im Wasser planschen, sondern auch Timo, Charlotte, Mitch und Matt (der eigentlich Finch heißt). Wir liegen ein paar Stunden bei bestem Wetter im Wasser und reden über unsere Tauchgänge, natürlich aber auch darüber hinaus. Irgendwann wird es für mich aber leider Zeit zu gehen, die Rezeption schließt um halb Sieben, und ich habe meinen Rucksack dort deponiert, bevor ich zur Bucht aufgebrochen bin. Vorher wollen wir aber noch zusammen einen Mangosalat mit Reis essen, was aber sofort verschoben wird, als wir ein Schild zu einem Aussichtspunkt sehen. Diesmal sehen wir alle den Ticketschalter, aber nachdem wir gerade mal einen Euro gezahlt haben klettern wir mit FlipFlops oder Barfuß einen Klettersteig hinauf, der denen in den Alpen in nichts nachsteht, außer vielleicht in der Höhe. Nach fünfminütiger Kraxelei sind wir auf dem Felsen, der die Aussichtsplattform dardstellt und der auf einer Landzunge ins Meer ragt. Wir haben eine wunderbare Aussicht auf die beiden Strände der Halbinsel unter uns, und in der Ferne erhebt sich ein Berg aus dem Dunst. Es ist so schön, dass wir getrost den Mangosalat vergessen und hier bis kurz vor Sonnenuntergang verbleiben, Fotos schießen und uns freuen, nicht im kalten Europa zu sitzen 😜.

Irgendwann wird es dann aber echt Zeit, wenn ich nicht ohne Klamotten reisen möchte, zurück zum Resort zu gehen. In der Bar dort verabschiedet sich Sandra ganz herzig von uns, besonders Lea und ich haben sie nach dem gemeinsamen Advanced richtig ins Herz geschlossen. Wir alle wollen dann noch ein gemeinsames Abendessen haben, bis uns auffällt das 40 Minuten nicht reichen um zum Tukta zu laufen und dort zu essen, wahrscheinlich nicht mal in einem thailändischen Schnellrestaurant. Wir versuchen es im nächstbesten, aber das essen kommt zu spät, weshalb Kalle und ich es mitnehmen. Wenig Später kommt dann auch schon das Taxi, das uns zur Fähre bringt.

Diese ist eigentlich ein schwimmendes Hostel, geschätzt 96 Leute schlafen dicht an dicht auf zwei Decks in Stockbetten, was definitiv eine supercoole Erfahrung war. Dirk und seine Frau (von der ich leider gerade den Namen vergessen habe), das Pärchen mit dem Kalle heute morgen auf Tour war, begleiten uns nun auf unserem Trip nach Khoa Sok. Wir setzten uns, weil der Raum mit knapp 100 Menschen etwas warm ist, nach draußen und genießen die laute Brise von der See. Ab und zu schwappt eine Welle auf das zweite Deck, auf dem wir sind, der Seegang ist aber leicht und sehr beruhigend. Wir unterhalten uns ein bisschen mit Sarah, einer Französin, über ihre Indienreise und natürlich sind auch immer kommende Reisen und Tipps zu diesen ein superspannender Gesprächsstoff. Gegen 10 werden wir dann aber alle müde, und ich quetsche mich mit Kalle in das recht schmale Doppelhochbett, dass mich durch den Seegangsanft und schnell in den Schlaf schaukelt.

Unter Koh Tao

Nach einer etwas längeren Schreibpause melde ich mich nun, befreit von der Schulbank wieder zurück aus Koh Tao. Wie angekündigt war der erste Tag der Tauchtheorie gewidmet, wir lernten die Handzeichen, für die Kommunikation unter Wasser unabdinglich, Sandra, die Tauchlehrerin, zeigte uns die Funktion des Equipments und erläuterte uns die Physik des Tauchens. Für alle außer mir etwas völlig neues, mit den Probetauchgängen in Bali letztes Jahr hatte ich allerdings einen kleinen Wissensvorsprung vor den restlichen 5 Teilnehmern. Lea (Schweiz), Karolína (Tchechien), Timo (Niederlande), Charlotte (UK), Boris (Deutschland) und ich waren eine sehr homogene Gruppe, die sich ab dem ersten Tag super verstand. Uns wurden Videos vorgeführt, in denen die ersten paar Kapitel des Schulbuchs zusammengefasst wurden, was uns gleich am ersten Tag 141 Seiten lesen ersparte. Das neue Wissen wurde sogleich in Hausaufgaben abgefragt, die wir am Ende des Kurses abgeben sollten. Die Fragen waren aber mit gesundem Menschenverstand einfach zu meistern, darum war das eher eine Einschränkung der Freizeit denn eine Herausforderung.

Der zweite Tag startete früh, um 8 Uhr versammelte sich die Truppe im Klassenzimmer um weiter Theorie zu pauken. Um 12 gabs dann eine Mittagspause, danach ging es in den Pool um das gelernte endlich praktisch anzuwenden. Übungen wie schwimmen, die perfekte Tariraung (also schweben im Wasser) Umgang mit dem Atemgerät. Insgesamt waren wir 5 Stunden im Wasser, als wir fertig waren war uns allen kalt.

Der dritte Tag war fast gleich aufgebaut, mit dem kleinen Unterschied, dass wir mittags im Meer tauchen waren. Da man in Salzwasser natürlich mehr Auftrieb hat war es diesmal nicht so leicht wie im Pool, und fast alle von uns wollten den ersten Tauchgang lieber schnell vergessen. Darum kam gleich ein weiterer dahinter, der weeeesentlich besser war (bezogen auf die Tarirung, oder auf englisch Bouancy). Abends schreiben wir im Licht der untergehenden Sonne alle zusammen die Prüfung in der Strandbar des Resorts. Total erschöpft ging es danach gleich ins Bett.

Boris und Ich

Timo und Charlotte

Lea und Karolína

Am vierten tag ging es sogar noch früher aus den Federn, der Truck, auf dessen Ladefläche wir mit eingepacktem Equipment zum Hafen und damit zum Tauchboot fahren, rollte schon um 7:15 Uhr vom Hof.

Am Hafen angekommen mussten wir erst einmal aufs Boot kommen, was nur durch das Kletter über andere Boote möglich war. Nach diesem schon nervenaufreibenden Manöver packten wir dann sofort unser Equipment aus und machten uns an die professionelle Montage der Einzelteile.

Unter Wasser machen wir natürlich auch Übungen, das beste sind aber natürlich die vielen bunten Fische, die sich hier in atemberaubenden Kulissen tummeln, geschaffen aus Fels und Korallen. Am besten ihr guckt euch das Video am Ende des Beitrags an, das gibt euch einen viel besseren Eindruck als ich es jemals schreiben könnte. Zwischen den Tauchgängen morgens und abends liegen ein paar Stunden, die wir für eine kleine Wanderung über die Insel nutzen. Das dachten wir zumindest, als wir losgingen. In der brutalen Hitze von 31 Grad 8 Kilometer laufen ist eigentlich ziemlich unklug, je nur einen halben Liter Wasser dabei zu haben ist dumm. Dass uns niemand zusammen gebrochen ist scheint wie ein Wunder, die Aussicht über die Insel entlohnte aber alle Mühen dreifach, es war schlicht phänomenal. Ko Tao hat eine sehr felsige Küste, aus dem Wasser ragen gigantiche Granitblöcke, und das Wasser ist so klar, dass man locker den 15 Meter tiefer gelegenen Meeresboden sehen kann. Die Hügel der Insel sind mit Palmen und Laubbäumen bewachsen, ab und zu lugt ein Bungalow aus dem Schatten der Bäume hervor, es ist alles fast schon kitschig schön. Hier kann man es wirklich aushalten. Das alles beobachten wir von einer Terasse, auf der ein knallrotes Sofa steht. Die Wände der dazugehörigen, verlassenen Bar sind mit kreide bunt bemalt, und auch wir schreiben ein paar Zeilen für die Nachwelt.

Das Meer direkt vor Augen beschleunigen wir nun unsere Schritte und laufen den letzen Kilometer. Der Weg spuckt uns an einer Bucht mit perlweißem Strand heraus, ein 9 Meter hoher Felsen ragt aus ihrer Mitte hervor. Mitch, Jeff (den alle nur Matt Damond nennen und die wir beim tauchen kennengelernt haben) und Timo klettern hinauf und springen in das klare Wasser, in dem ich ein bisschen tauche. Leider ohne Maske und Schnorchel, die habe ich nämlich im Zimmer gelassen. Es ist einfach ein Träumchen. Wir orden ein großes Glas Eiskaffe oder Kakao in der Strandbar und lassen die Sonne auf die Bäuche strahlen.

Dann wird es auch schon Zeit für unsere letzten beiden Tauchgänge des Open Water Kurses. Der ist zum Glück gegen einen kleinen Obolus komplett auf Video aufgenommen, weshalb ich dazu nicht viel sagen muss, außer: HAAAAMMER GEIL!!!!

Die letzen beiden Dives des Open Water Kurses hier als Video

Passwort: scuba

Naja, und genau aus diesem Grund haben Lea und ich dann auch beschlossen, gleich den Advanced Course, also den Fortgeschritten, auch noch hier zu machen. Wir bekommen beide je ein dickes Buch, und leider müssen wir das diesmal wirklich lesen, denn es gibt keinen Unterricht mehr. Am ersten Tag gehen wir morgens auf zwei Tauchgänge, Naturalist und Boancy in perfection genannt. Der Naturalist ist ein Tauchgang, bei dem man lernt die Fische zu bestimmen, die man hier zu Hauf sieht. In meinem Logbuch habe ich Folgende für diesen eingetragen: Butterflyfish, Longfinned bannerfish, Blueringed Anglefish, Hexagon Grouper, Blacktip Grouper, Bluelined Grouper, Cleaner Wrasse (die als Tauchhandzeichen einen Stinkefinger bekommen, weil sie mit dem Putzen bspw. von Ohren der Tauchern ziemlich nerven können), einen Rochen (Bluespotted ribbontail ray), Titan Triggerfish (der einzige gefährliche Fisch hier, weil er Taucher zur Nestverteidigung angreift und mit seinen hauergleichen Zähnen hier schon manch eine Flosse geschrottet hat), Fusiliere, Golden Travelleys, Rabbitfish und und und. Tauchen macht natürlich gleich zehnmal so viel Spass, wenn man sich mit seinem Buddie über die Fische auch schon unter Wasser unterhalten kann. Der zweite Dive war dann der Versuch, die perfekte Schwerelosigkeit zu erreichen (durch ein gutes Gleichgewicht von Blei und Luft in Weste und Lunge). Einfach, und darum ein absoluter Fundive. Besonders lustig, weil Sandra nur Minuten nachdem sie uns vor dem Triggerfisch gewarnt hatte, von eben diesem angegriffen wird. Sie verhält sich richtig und schwimmt zur Seite weg, ohne dass etwas passiert. Der anwesende Kameramann, von der Szene ganz begeistert, kommt dem Fisch allerdings filmend zu nah, welcher daraufhin auf ihn schwenkt und den Kameramann angreift. Dieser macht genau das, was man nicht tun soll und steigt auf. Das natürlich in Panik viel zu schnell und der Fisch ihm dicht auf den Fersen. Es passiert natürlich nichts, ausser dass der Kameramann mit dem Spott seiner Kollegen leben muss, was Lea und mich königlich amüsiert. „Pass auf, da unten könnten Fische sein, du hast doch Angst davor“ und „Unter Wasser sieht alles 30% größer aus, in Wahrheit wurdest du von einem Zwergkaninchen angegriffen“ lassen den ganzen Truck herzlich lachen.

Am nächsten Tag gehts wieder um 7:15 Uhr aufs Meer, der erste Tauchgang ist ein Deepdive auf 31 Meter runter, bei dem die Sicht allerdings nicht gut war. Unten machen wir einen Test um zu zeigen, dass wir unter keiner Stickstoffnarkose leiden, was neben einer Dekompressionskrankheit zu den gefährlichsten Angelegenheiten unter Wasser gehört. Stickstoff im Körper ist generell scheisse, darum machen wir auch die Saftystops auf 5 Metern, damit dieses austreten kann. Der Test ist einfach, man muss nur auf die Zahlen 1 – 13 Tippen, und je nachdem ob sie von einem Dreieck oder einem Viereck umgeben sind sich auf die Nase oder die Stirn tippen.

Der zweite Dive des Tages ist ein Navigationsdive, Wayne, der Tauchlehrer für heute zeigt uns, wie wir uns unter Wasser mit Kompass, Sonnenlicht und natürlichen Gegebenheiten orientieren können.

Das beste des Tages war aber definitiv der Nightdive. Um 6 Uhr abends fahren wir wieder raus aufs Meer, schnallen uns eine Taschenlampe um und tauchen in das schwarz werdende Wasser. Die Sicht ist phänomenal, und im Kegel unserer Lampen sehen wir aus den Augenwinkeln gilzernde Schuppen an uns vorbeiziehen, und auch die Korallen und Anemonen werfen mystische Schatten in das Wasser und auf den Grund. Ein unglaubliches Schauspiel. ganz besonders schön wird es, als wir unsere Lampen abblenden, und wir in völliger Dunkelheit ein paar Zentimeter über dem Boden schweben. Macht man nun kleine Bewegungen mit der Hand leuchten plötzlich blaue Pünktchen vor einem auf: Lumineszierendes Plankton. Viiiel besser als Glühwürmchen!

Als wir dann wieder auftauchen strahlt uns ein Meer aus Sternen entgegen und Lea und ich sind frisch gebackene Advanvced Diver. Auf dem Boot feiern wir mit Keksen und heißem Tee, dann in der Strandbar des Resorts mit einer Karaokeparty. Als die für beendet erklärt wird schnappen wir uns ein taxi und fahren an einen anderen Strand, wo wir zu toller Musik bis halb 3 weiter feiern. Was für ein toller Abschluss für den Tauchkurs.

Noch ein paar Bilder von Sandra im Nachtrag:

Heute ist nicht viel passiert, ich habe den Rucksack gepackt und aus dem Hostel ausgecheckt. Um 11:45 geht es nach einer kurzen Einkaufstour (6 Liter Wasser, Kekse, Brötchen, man kann nie wissen wie hoch die preise auf einer Insel werden können) iund einem kleinen snack vom BBQ-Stand mit einem Shuttlebus zur Big Buddha Statue, neben der ein Pier liegt. Nach einer Stunde Warten kommt eine Fähre, die mich über Phangan nach Ko. Tao schifft. Erinnerungen an die Cook Street und Lombok werden wach. Wasserfester SaveKleiner Snack

In Ko Tao angekommen fluten Massen von Taxifahrern und Shuttleservices auf die Ankommenden ein, meines sehe ich jedoch nicht. Nach einer 3/4 Stunde habe ich genug, verhandele einen guten Preis mit einem Fahrer und lasse mich zum Buddha View Resort fahren, wo man mich direkt fragt ob ich Sven sei, man habe überall nach mir gesucht… nunja, offenbar nicht sehr gründlich. Ich checke ein und werde von James direkt in den Schulungsraum geführt, um Papierkram zu erledigen. Bei dem Resort handelt es sich nämlich um eine PADY Tauchschule, und ich werde die nächsten Tage hier einen Tauchschein machen. Uns wird ein langes Video über Druckverhältnisse und die technischen Geräte gezeigt, Wissen, das ich schon durch Physikunterricht und Balitauchgänge zur Genüge auch in der Praxis habe. Das wars für heute allerdings schon, wir bekommen ein paar Hausaufgaben, die ich bei untergehender Sonne am Strand erledige. Bald aber schon motivationslos gehe ich das erste Mal diesen Urlaub im Meer baden, es ist herrlich.

Nach einem kleinen, überraschend günstigen Abendessen im Resortrestaurant gehe ich in mein Zimmer, das zwar nicht schlecht, aber ausbaubar ist. Es gibt keine richtigen Fenster, sondern nur Mückengitter, Geräusche und auch Mücken kommen trotzdem herein. Der Toilette fehlt die Spülung und auch das Toilettenpapier, es steht ein Wassereimer und eine Brause bereit, der geneigte Asienreisende kommt hier voll auf seine Kosten und muss wissen damit umzugehen😜🙄

Ich beschliesse früh ins Bett zu gehen, der Kurs morgen beginnt um 8 Uhr, es steht Theorie auf dem Lehrplan.

Inselirrfahrt oder die Goldenen Dächer des „Orients“ glitzern am Horizont

Nach einem Omelett Brunche gegen 11 packe ich wieder meinen kleinen Daypack, schwinge mich auf den scooter und fahre, diesmal auf der Ostseite der Insel, nach Süden. Wellen schlagen an die grauen Felsen neben der Strasse, man hält kurz für ein Foto. Bei einem Schild zum Strand biege ich ab, stelle dann aber fest, dass ich überhaupt keine Lust zum Schwimmen habe, also geht es weiter in Richtung der wohl am meisten gehypten Touristenattraktion der Insel, die eher Instinkt denn Ästhetik anspricht. Ein paar Schlitzohren haben in einer Felsformation, dem Hin Ta Hin Yai, primäre Geschlechtsorgane gedeutet, was jetzt natürlich in Scharen Chinesen und Russen, die größte Gruppe unter den Touristen hier, anlockt. Tja, was mich hier hergetrieben hat weis ich allerdings auch nicht so recht… Hin Ta Hin Yai bedeutet frei übersetzt Grossvater und Grossmutterfelsen, der steinerne Fallus ragt deutlich über dem Meer empor. Grossmutter übersehen hier die meisten, durch Vorabrecherche wei ich jedoch wo sie vermeintlich liegt, und näher mich für ein Foto dem Meer. Leider ist der Seegang so stark, dass meine Schuhe nass werden, noch bevor dieser unglaublich denkwürdige Ort festgehalten ist. Naja, drauf gepfiffen, ich wollte ja eigentlich auch gar nicht herkommen.

Eigentlich bin ich nämlich auf derm Weg zum Tar Nim Waterfall & Magical Garden, zu dem ich ja schon gestern wollte. Stattdessen biege ich beim nächstbesseren Schild noch weiter nach Süden ab zur Laem Sor Pagoda. Die Gegend wandelt sich urplötzlich, die Bebauung schwindet, ein sauber angelegter Wald nimmt den Platz von Restaurants, Bars und Bungalows ein. Die Palmen stehen in Reih und Glied, wahrscheinlich wir hier im Süden der Insel Palmöl gewonnen. Durch die Baume schimmert das Blau des Meeres und plötzlich glitzert es Golden durch die Palmwedel: Die Pagode. Sie ist wesentlich kleiner als erwartet, kenne ich doch nur die gigantische Pagode irgendwo in Mumbai, die uns während des Schüleraustauschs 2012 gezeigt wurde. Schön ist sie dennoch, bewacht von zwei Dämonsstatuen steht sie aus Korallensteinen gefertigt auf einem Plateau und trotz der See. Offenbar mit Buddhareliquien aus Sri Lanka bestückt steht sie hier seit 1908. Überall sind kleine Götterstatuen aufgestellt, es riecht nach Räucherstäbchen, Kerzenwachs und Salzwasser.

Jetzt kann ich wenigstens sagen, dass ich überall auf der Insel war, außer beim Elefantentrekkingwasserfall, das möchte ich nicht unterstützen, auch nicht durch 50 Cent Parkplatzgebühr. Einzig die Werbeschilder für das Elefantenreiten sind lustig, sie ähneln verblüffend dem kleinen Elefanten aus der Sendung mit der Maus.

Nach diesem kleinen Abstecher zur Pagode gehts nun aber wirklich zum Statuengarten. Naja zumindest fast, einmal falsch abgebogen und ich befinde mich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Holzweg. Auf steilen Dschungelpfaden, maximal 1,50 Meter breit winde ich mich immer höher einen Berg hinaus, bis ich plötzlich vor einer Sackgasse stehe. Hmm, ich hab mich wohl etwas verfahren… Also drehe ich um und beim dritten Anlauf finde ich dann auch endlich die verdammte Strasse, wehe jetzt kommt noch ein Sperrgebiet.

Dem ist aber nicht so, auch wenn die Strasse nicht wesentlich besser ist als der Holzweg, auf dem ich mich eben befand. Dafür leiten mich die plärrenden Lautsprecher der Safaritrucks, in denen Touristen massenweise angeschwemmt werden. An einem kleinen Ticketschalter ziehe ich eine Eintrittskarte für 2€, dann gehts über eine kleine Treppe zum Flussbett hinunter. Unter einem Mini-Mini-Wasserfall planschen vergnügt ein paar Leute, nachdem ich gestern aber fast alleine in einem viel cooleren Fluss gebadet habe finde ich das schon fast lächerlich. Interessanter sind die hier aufgestellten Statuen, die wohl die hiesige Götter- und Sagenwelt darstellen. Ohne nähere Erklärungen sind sie zwar hübsch anzusehen, der Mehrwert fehlt jedoch irgendwie. Und zu voll ist es auch. Deshalb gehe ich nach nicht mal 10 Minuten wieder zu meinem Scooter und hoffe, dass der mich wieder heile den Berg wieder herunter bringt. Die Spritanzeige ist durch die Berg- und Irrfahrt schon gefährlich lange im roten Bereich.

Trotz der Bedenken schafft es mein kleiner Roller bis zur nächsten Tanke und sage der Tankwartin sie solle für 20 Baht auffüllen. Der Preis rattert hoch 17,47…18,92… und hält exakt bei 20,00. Die hats drauf 😄.

Eigentlich möchte ich jetzt nur noch nach Hause und entspannen, da sehe ich schon wieder eine goldene Pagode, diesmal auf einem Berg, glitzern. Guut, dass nehme ich noch mit. Über exakt 100 Stufen steige ich über einen schön angelegten Weg hinauf, und dann geradewegs auf das Dach der Pagode. Dass man dafür eigentlich (wirklich fast nix) zahlen muss übersehe ich blöderweise, aber da eh niemand ausser mir da ist, kann mir Buddha das wohl verzeihen.<<<< ussicht ist überwältigend. Koh Samui liegt im Sonnenlicht unter mir, die Vögel zwitschern und man hat einen tollen Blick auf die Landebahn des Flughafens, auf dem gerade eine weitere Propellermaschine neue Urlauber anliefert.<<<< ier sehe ich auch die größte Shopping Mall der Insel, CentralFestival, und der statte ich auch noch einen kurzen Besuch ab. Ist aber wie jede Mall der Welt, also langweilig, einzig der Footcourd ist interessant. Der macht mich so hungrig, dass ich mich schon auf den nächsten Tagespunkt freue, ein Abstecher im Hard Rock Café Koh Samui.<<<< tellt sich allerdings als ungeahnt schwierig heraus, die einzige Zufahrt ist eine nicht ausgeschilderte Einbahnstrasse, und erst die "One-Way!" Rufe der Händler lassen mich darauf aufmerksam werde. Die Suche nach einer geeigneten Umgehung frisst knapp eine viertel Stunde, dann laufe ich, damit ich endlich was zu essen bekomme. Noch schnell Geld abheben, denn mit den geschätzten Preisen für einen Burger komme ich nicht ganz hin. Es klappt mir jedoch ganz schön der Mund auf, als ich die wirklichen Preise sehe, für ein Abendessen könnte ich hier locker zwei Tage drei Mahlzeiten mit Backpackerriecher finden. Und son T-Shirt ist mir dann doch auch zu kostspielig. <<<< aufe also Schnurstracks zurück zum Roller und gebe Gas, mein Magen fühlt sich betrogen und rebelliert gegen meinen Geiz. Er freut sich aber um so mehr, als ich zehn Minuten später in meinen lokalen Stammrestaurant sitze, einen grossen Teller Frühlingsrollen, in Curry gekochten Fisch und Reis verdrücke und nebenbei mit Mama facetime. Ein entspannterAbschluss des Tages, dem nur noch die zeitintensive aber freudige Blogvollendung hinzuzufügen ist.

Die Ruhe vor dem Sturm

Wie befürchtet stehe ich heute viiiiel später auf als geplant: um 10 Uhr. Ich lasse das Frühstück aus, mache mich fertig und gehe die paar Meter zum nächsten Rollerverleih. Ich miete einen Scooter für 200 Baht, und fahr einfach drauf los. Das ist hier nicht weiter problematisch, bedenkt man, dass ich auf einer Insel bin und irgendwann wird man schon wieder am Startpunkt ankommen. Zuversicht hilft. Dennoch habe ich mir vorab ein paar Ziele ausgesucht, die ich sehen möchte. Eine 12 Meter hohe, goldene Buddhastatue steht da ganz oben auf der Liste und so fahre ich drauf los. An einem kleinen Strand mache ich halt um ein paar Fotos von der Bucht zu machen, dann gehts weiter.

Irgendwann beginne ich mich aber doch zu fragen, wann denn diese Statue kommt, auf der Karte sah das so nah aus. Ich krame das Smartphone aus der Tasche und verdrehe die Augen: vorbeigefahren. Das ist das Problem an Touristenattraktionen, es gibt so viele Schilder für Restaurant und anderen Kram drum rum, dass man die eigentlich wichtigen Infos übersieht. Nach einigen Minuten komme ich wieder an den kleinen Strand und muss mit erstaunen feststellen, dass man von diesem die Statue sogar sieht. Ich hatte sie nur hier, abgelenkt von den Booten und dem Wald im Hintergrund, einfach übersehen. Den Gashebel zu mir ziehend gebe ich wieder Gas und finde nun den kleinen Seitenweg zum Heiligtum. Auf dem Damm, der das „Festland“ mit der kleinen Insel, auf der die Statue steht, parke ich meinen Roller und schlendere auf das Areal. Natürlich gibt es hier T-Shirts mit Thailandaufdrucken in grellen Farben, Pfannkuchen und grinsende Buddhastatuetten. Die lasse ich links liegen und steuere auf das grosse Pendant zu. Warum auch immer, ich das wirklich nicht mehr nachvollziehen, renne ich nicht sofort die 73 Stufen nach oben, mache mein Bild und bin nach 5 Minuten wieder weg, wie die meisten hier. Ich setzte mich erst einmal in den Schatten eines Baumes, um den mit Fliessen eine Bank gemauert wurde. Hier bleibe ich sitzen, 20 Minuten im kühlen schatten und lasse den Ort auf mich wirken. Plötzlich bin ich ruhig, fast schon unheimlich entspannt, ohne genau zu wissen warum, denn um mich rum hetzten die Touristen um mit peinlichen und teils echt respektlosen Posen ihre Urlaubserinnerung zu knipsen. Im Hintergrund rufen die Händler. Sogar Flugzeuge fliegen direkt an der Statue vorbei, was bestimmt super von oben aussieht.http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_7504.mov

Total entspannt nähere ich mich der Statue etappenweise, denn neben ihr befinden sich ein paar Schreine, die auch durchaus interessant sind. Man soll hier die Schuhe ausziehen, es duftet nach Räucherstäbchen und dem Blumenschmuck, der den Raum verziert. In einem befinden sich Statuen von drei alten Mönchen, die noch älter aussehen als die Personen, die sie Darstellen sollen. Sie sind mit kleinen Flecken Blattgold und Silber bedeckt, was ihnen eine mysteriöse Patina gibt. Daneben ein dicker grinsender Buddha und, warum auch immer, eine alte Weltkarte, auf der noch die Sowjetunion den Osten dominiert. Rechts sind ein paar Statuen, unter denen sich Klingelbeutel für jeden einzelnen Wochentag und für Geburtstage befinden. Dem gegenüber ist eine Ziegelbrennerei, in der man für 50 baht (1,25€) einen Ziegel kaufen und einen Wunsch darauf schreiben kann. Dieser wird dann irgendwo verbaut.

Nachdem das Areal gründlich erkundet ist, steige ich die Treppen zur Statue hoch. Oben hat man einen wunderbaren Ausblick über die Bucht (die ich ja schon fotografiert hatte), Singvögel zwitschern in den Bäumen und die sanften Klänge der Glocken, die in einer Art Kreuzgang hängen, runden das Erlebnis ab. Wirklich schön! http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_7525.mov

Was viele übersehen, gleich vis-á-vis befindet sich eine Sammlung Götterstatuen, die aus dem Meer herausragen. Auch das ein Anblick, der sich lohnt. Aus den Shops tönt ruhige Musik, die sich irgendwie asiatisch anhört (Insider). Nach nun fast einer Stunde auf dem Gelände beschliesse ich nun doch endlich weiter zu fahren. Die gut ausgebaute Strasse führt mich an der Küste entlang nach Westen an Läden, Restaurants und Wohnhäusern vorbei, sodass man überhaupt nicht sagen kann, wann der eine Ort aufhört und der andere anfängt. Ganz Ko Samui ist wie ein Donut bebaut.

Als ich einen schönen Schotterweg in den Wald sehe halte ich an, um ein Foto zu schiessen. Dabei entdecke ich zufällig direkt neben der Einfahrt ein Restaurant, dass keine englische Karte zeigt und in dem nur Locals sitzen. Da es mittlerweile 13:00 Uhr war und ich immer noch nichts gegessen hatte war das perfekt. Ich bestellte und wenig später standen ein saftig gegrilltes Hühnchen mit knusprig, glasierter Haut, ein Salat aus Scheinefleisch, Reis und eine kühle eisgekühlte Cola vor mir. Hoffentlich macht mir das Eis nicht noch Probleme, denn das sollte man hier eigentlich niemals essen. Aber seis drum, das Essen ist köstlich. Das muss man den Thais lassen, kochen können sie hervorragend. Auch hier spiele ich wieder mein „Was ist wohl drin“ Spiel, das mir sichtlich Spass macht, Köche und Kunden lächeln mir erfreut zurück. (Diesmal waren übrigens Zitronengrass, Charlotten, Knoblauch, sehr scharfe Chilli, Sesam und Pfefferminze im Salat). Dazu wird umsonst roher Weißkohl, rohe Bohnen und Thaibasilikum gereicht, der übrigens eine leichte Lakritznote hat.

Weiter gehts auf meiner Tor über die Insel, jetzt ziehe ich mir aber trotz der Wärme ein Tuch gegen die Auspuffgase über die Nase, der Hals beginnt schon zu kratzen. Ich brettere mit gemütlichen 40 Km/h auf der Strasse nach Südwest, als irgendwann ein Schild auftaucht: Hin Lat Waterfalls steht darauf. Es stellt sich heraus, dass es sich hierbei um einen kleinen Geheimtipp auf der Insel handelt, Touristen sieht man hier gerade einmal 7, inklusive mir. Ich stelle den Roller ab, suche mir einen versteckten Platz um die Badehose anzuziehen und sehe mir dabei die buddhistischen Tempel an, die am Flusslauf liegen. Das Wasser sprudelt über riesige Felsblöcke, zwischen denen sich knorrige Wurzeln junger Bäume winden. In dem kühlen klaren Wasser schwimmen kleine Fischchen – und ich. Die Felsen bilden natürliche Pools, in denen vor allem Locals ihren Schulschluss verbringen. Nachdem man sich etwas abgekühlt hat laden die warmen Felsen zum verweilen und wieder warm werden auf. Von oben scheint sie Sonne durch die Blätter, es ist einfach perfekt. (Ich will euch ja nicht neidisch machen, aber wärt ihr hier könnte das jeder bestätigen – schade seid ihrs nicht 😄)<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< r, die Tour wird wohl doch länger als gedacht. Viel schlimmer: die Sonne beginnt unterzugehen. Eine Sache will ich aber noch unbedingt sehen, denn auch sie wird im Internet als Must-Do gelistet. Der Tar Nim Waterfall & magic Garden. Es handelt sich dabei um einen wohl wunderschönen Garten, in dem viele Statuen kunstvoll arrangiert auf einem Berg stehen. Da will ich hin, und so quäle ich meinen kleinen Roller eine sich steil windende Strasse hoch, die ich erst beim dritten mal Vorbeifahren entdecke. Das liegt unter anderem an der mittlerweile schlechten Sicht, es regnet wie aus Kübeln und ich bin schon klatschnass, als ich meinen Roller neben zwei Kanadiern unter einen Strassenbaum parke, um wenigstens nicht noch nasser zu werden. Dabei ist es eigentlich ganz angenehm, es kühlt ein bisschen, aber die dicken tropfen pieksen wie Nadeln wenn man schneller als 20 Km/h fährt, und da kann mans dann auch gleich lassen. Auf dem Berg angekommen bremst mich ein Schild und ein Wachmann: Militärisches Sperrgebiet, kein Zutritt. Na super...<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< u dem ich will, Na Mueang 2, habe ich kein Glück. Es daurt 30 Minuten one-way dort hin zu laufen, und die habe ich, angesichts der fortgeschrittenen Zeit, nicht mehr. Und auf die Elefanten, die einen dahin tragen will ich beim besten Willen nicht. Wer weis wie die gebrochen wurden, dass sie dicke, lauffaule Touris durch die Gegend kutschieren. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< ttraktionen auf morgen zu verschieben und tuckere nach Hause, wo ich um 18:00, kurz vor Sonnenuntergang auch heile ankomme. Seit dem sitze ich am Blog, um die armen Menschen in der Kälte Europas neidisch zu machen 😁

13.744 erste Schritte aus der Türe

Die Sonne strahlt durch die Vorhänge in mein Zimmer und wärmt es schon um 8 Uhr auf angenehm tropische Temperaturen. Mein erster Weg führt mich noch vor dem Frühstück zu einem Geldautomaten, denn ohne Moos is erstmal nix los. Nach Überprüfung aller Automaten im Umkreis von 2 Kilometern muss ich jedoch leider feststellen, dass ausnahmslos alle eine nicht kleine Servicegebühr verlangen – Mist. Aber nützt ja nix, ich brauche ja Geld. Mit lautem Zähneknirschen hebe ich das dann auch ab und schlendere zurück zum Hostel, um zu Frühstücken. Dabei sammele ich erste Impressionen der Gegend. Es ist warm, deutlich wärmer als zurzeit zu Hause, zum Glück. Es ist leicht bewölkt und in der Luft liegt ein deutlich zu hörendes, elektrisches Knistern. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, und die Stromkabel freundlich gesagt, dürftig angebracht. Aber das ist ja alles nichts neues.

Neben Shops an denen Touristenbedarf (Luftmatten, Sonnenbrillen, Handtücher) und Kitsch verkauft wird komme ich auch an einem kleinen Pier an einem künstlichen See vorbei. Er gehört wohl zu einem Hotel und auf ihm werden Mittwochs Floating Markets abgehalten. Wer schon länger liest weiß: Zu so einem wollten wir auch schon in Bangkok… Leider verpasse ich wohl auch diesen, das Hostel habe ich nur bis Dienstag gebucht.

Selbstverständlich stehen am Wegesrand auch wieder buddhistische Schreine, reichlich verziert und mit bunten Blumen behangen. Ein schöner Anblick.

Dann gibts Frühstück, Toast, Spiegelei, ein komisches Würstchen, kühlen Mangosaft (leider mit Eis, damit sollte man hier eigentlich vorsichtig sein, hoffentlich fang ich mir damit nix ein) und Schwarztee. Nebenbei läuft koreanisches Kinderfernsehen, die Betreiber des Hostels sind Koreaner. Dann gehe ich aufs Zimmer und schmeisse die Klimaanlage an, es ist halb 10 und unglaublich warm. Dann schreibe ich den Blog und und entspanne. Mittags schlendere ich zum Strand, mittlerweile ist es bewölkt und windig, also angenehm Kühl um spazieren zu gehen. Ich schnappe mir meinen orangenen Rucksack und laufe einfach mal drauf los. Nach nur wenigen Metern finde ich zufällig einen Weg in eine offene Bucht, umschlossen von ein paar kleinen Inselchen. Der goldweisse Sand wird von dem herrlich warmen Meerwasser um meine Füße gespült und ich laufe in den Wellen weiter. Irgendwann bekomme ich Hunger, auch weil am Strand für „Cheap Streetfood“ geworben wird. Ein Blick auf die Preise sagt mir aber, mit 300 Baht, also 7,60€, scheint mir cheap doch etwas weit ausgedehnt. http://sven-burkhardt.de/wp-content/uploads/2018/02/img_7463.mov

Man sagt ja immer, man soll dahin wo die locals gehen, und weit weg von den Touristen essen. Da ich eh nix zu tun habe stiefele ich also einfach weiter an der Hauptstrasse entlang, dass Linksverkehr ist fällt mir erst jetzt so richtig auf. Im Kopf überlege ich mir schon, morgen einen Roller zu mieten und in den Süden der Insel zu fahren, wenn das Wetter mitmacht. Nebenbei berechne ich meine täglich mögliche Ausgabenhöhe und wie man denn weiter Reisen könnte. So vor sich hin grübelnd sehe ich dann plötzlich ein kleines Strassenrestaurant, auf das die oben genannten Kriterien passen. In der Auslage sehe ich eine Suppe und bestelle: 60 Baht (also 1,50€), dass ist günstig! Und guuut. Die Suppe ist köstlich würzig, die Einlage besteht aus Glasnudeln, Sojasprossen, Frühlingszwiebeln, Rindfleischstreifen und Schweinefleischkügelchen. Als die Suppe aufgegessen ist sehe ich auch den Grund für den intensiven, leckeren Geschmack: Innereien…

Die lassen ich dann doch lieber in der Schüssel, aber es bleibt dabei, die Suppe war köstlich. Ich setzte meine kleine Tour fort und kaufe in einem Supermarkt zwei grosse Flaschen Wasser. Gerade im Hostel angekommen fängt es an wie aus Eimern zu gießen, ein richtiger Tropensturm. Ich setze mich an den Schreibtisch und tippe den Blog und lege mich dann aufs Bett um ein bisschen zu entspannen.

Etwas später gehe ich zum Essen, diesmal ein grösseres Restaurant im Ortskern, aber dennoch günstig. Ich bestelle einen White Snapper, also Fisch, der in Neuseeland unbezahlbar war. Hier kostet er 3 Euro ind schmeckt himmlisch. Generell kann man hier sehr gut Fisch essen, der fangfrisch auf die Teller wandert. Vor vielen Restaurants stehen sogar Aquarien, frischer geht nicht. Da ich alleine esse und mich mit niemandem unterhalten kann mache ich mir einen Spass daraus, die Zutaten zu erschmecken, was einfacher ist als gedacht: Chilli, Charlotten, Knoblauch, Zitronengrass und Thaibasilikum. Und frischer grüner Pfeffer, der in ganzen Dolden auf dem Teller liegt. Dazu gibts natürlich Reis.

Als ich aufgegessen habe schlendere ich noch ein wenig durch die Souvenirshops und schaue mir neben furchtbarem Kitsch auch wunderschöne Holzschnitzereien an, die aber vorerst nicht in meinen Rucksack wandern. Abends telefoniere ich noch ein bisschen, was bis Mitternacht andauert und damit meinen Plan, schnell in den neuen Tag-Nachtrhythmus zu kommen erstmal auf Eis legt…

Eine etwas unerwartete Reise

„Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“ – J.R.R Tolkin

Tja, was soll ich sagen: Genau das ist das Ziel meiner Reise, einfach mal los und gucken, wohin es mich so treibt. Am 28. Januar waren alle mühevollen Arbeiten für die Uni abgeschlossen, und auch mein Dienst bei der Post sollte für diesen Monat in zwei Tagen enden. Da ich keine weiteren Aufgaben im Februar hatte, beschloss ich, mal wieder meine Rucksack zu packen, ein Ticket zu kaufen und ein neues Abenteuer zu wagen.

Drei Tage später, am 1. Februa,r steige ich in meinen ehemaligen Schulbus – mit dem grossen grauen Rucksack, der schon letztes Jahr in Neuseeland dabei war. Diesmal allerdings alleine ohne Reisebegleitung.

In Säckingen düse ich schnell zum Ticketschalter, um meine Monatskarte zu besorgen, mit der ich zum Basler Flughafen will. Dafür bleiben mir gerade mal 5 Minuten, dann kommt schon Zug. Mit dem fahre ich zum Badischen, steige um Richtung SBB, dann in den 50er Bus zum Flughafen. Einchecken verläuft reibungslos, schon sitze ich in der kleinen Intercity-Schüssel nach Amsterdam, wo ich fünf Stunden Aufenthalt habe, die ich größtenteils im „Airportpark“ verbringe. Irgendwann bekomme ich Hunger und warte bei Burgerking, bis ich dran bin, da fällt mir mit Schrecken ein, dass ich Boarding und Abflugzeit verwechselt habe und sprinte los. Gott sei dank ist mein Rucksack mit nur noch 13 Kilo wesentlich leichter als letzes Jahr. Airportpark in Amsterdam

Airportpark Amsterdam

Am Boardingschalter freut man mich zu sehen und ich steige in die Maschine, und zack, es geht los! Hab ich eigentlich schon gesagt wohin? Es geht nach… „Ladies and Gentlemen, Captains speaking. Engine 3 is kaputt, wir haben das Triebwerk ausgestellt, weil wir ein Ölleck haben. Wir müssen zurück nach Amsterdam und ein neues Flugzeug organisieren. Leider sind wir momentan zu schwer um zu landen, wir müssen erstmal 40 Tonnen Treibstoff über der Nordsee dumpen.“ Wir kreisen also an Hamburg und Aurich vorbei, fliegen ein bisschen über die friesischen Inseln und wenig später sind wir wieder in Holland.

Lange Rede kurzer Sinn, irgendwann geht es gegen 11 Uhr weiter, meine Holländischen Sitznachbarn und ich machen uns über die Situation lustig und haben ne menge Spaß, was auch an dem gratis Wein liegt, den uns die Crew heimlich zusteckt.

Ich schlafe im neuen Flieger sofort ein, zwinge mich aber um 4 Uhr wieder aufzustehen, um Jetlag vorzubeugen. Durch ein großzügig bemessenes Zeitfenster in Hongkong schaffe ich es, trotz der massiven Verspätung nicht nur den Anschlussflug zu bekommen, sondern auch dem Restaurant, in dem Chris und ich letztes Jahr unser Mittagessen hatten einen Besuch abzustatten.

irgendwo über Russland oder ChinaRestaurantbesuch

Restaurant in Hongkong (oben), Irgendwo zwischen Russland und China (unten)Nach insgesamt 30 Stunden und zwanzig Minuten Reisezeit komme ich bei herrlich warmen Temperaturen auf Koh Samui in Thailand an, wo es jedoch so dunkel ist, dass ich vom Inselparadies erstmal nix sehe.

Mit einem Shuttle gehts zum Hostel, das nur 10 Minuten vom Flughafen entfernt liegt. Ich bekomme meinen Zimmerschlüssel für ein 4er Gemeinschaftszimmer, in dem aber Gott sei Dank niemand ist. Nach einer Dusche falle ich ins Bett und penne ein. Willkommen in Thailand!Angekommen

Angekommen in Koh Samui, ThailandGanz nettes, leeres (!) Zimmer

Das leere Hostelzimmer