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Tipps für deine Neuseelandreise:

Abstract: Der Artikel gibt dir zu folgenden Themen Tipps, wenn du fragen hast, schreib doch einfach einen Kommentar:

Verpflegung, Supermarkt, Rabattkarten, Tankstellen, Auto kaufen/mieten,  Automarkt, Mechaniker, Versicherung, Konto, Bargeld, Proof-of-adress, Telefon, Übernachtungen,  Erste Woche, Auckland, Camping, Campermate, Kosten, Aktivitäten, Route, Arbeit, Working-Hostels

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Fangen wir mal mit dem Einfachsten an: der Verpflegung. Am günstigsten isst man in Neuseeland, wenn man sich vegetarisch ernährt, Fleisch kostet richtig viel und besonders von Würstchen sollte man meiner Meinung nach die Finger lassen, die schmecken einfach nicht. Gemüse ist günstig, besonders Mais, Avocados und Paprika waren meiner Erinnerung nach billiger als in Deutschland. Will man die Knausrigkeit auf die Spitze treiben, so kauft man am besten Reis oder Nudeln als sättigende Beilage. Eine Packung davon kostet ca 70 Cent, was ca 40 Euro-Cent entspricht. Von Kartoffeln lässt man als Camper lieber die Finger, die brauchen einfach zu lange um gar zu werden, und man möchte seine 7$ Gaskartusche ja nicht nur für ein Essen „verbraten“. Vom Konsum von Kaffe, Tabak und Alkohol ist abzuraten, sie sind ebenfalls sau teuer (der günstigste Wein fängt bei 30$ an!)

Als Supermarkt/Discounter bietet sich „Pack n‘ Save“ an, die gibt es überall, und entspricht Aldi hier. Viele der Filialen haben eigene Tankstellen, bei denen man mit einem Kassenbon sogar ein paar Cent pro Liter spart. Das gilt allerdings (soweit ich mich erinnere) erst ab einem Einkaufswert von 25 oder 50$. Auch mit der „Onecard“, die es bei „Countdown“ der anderen großen Supermarktkette Neuseelands gibt kann man nach dem Payback-Prinzip Punkte sammeln und diese dann bei „Caltex“ oder „BP“ Tankstellen einsetzen, um billiger an Benzin zu kommen. Ich schreibe bewusst Benzin, da ich empfehle keinen Dieselwagen zu kaufen/leihen, da auf diese eine extra Steuer erhoben wird, die nach gefahrenen Kilometern abgerechnet wird. Ein anderer Laden ist „Warehouse“ bei dem es alles für Reparaturen gibt, er entspricht den auch bei uns gängigen Baumärkten.

Pack n‘ Save von Innen

OneCard von Countdown

Falls man sich ein Auto selbst kaufen möchte, so empfiehlt sich für die Region Auckland der Carfair im Stadtteil „Ellerslie“ an der Pferderennbahn, der jeden Sonntag um 9:00 bis 12:00 startet. Zu Beginn der Backpackingseason sind die Preise gegenüber der Offseason ordentlich erhöht, unser Toyota Estima hat Anfang Dezember ca 4.500$ gekostet, und hätten wir Zeitdruck und nicht unglaubliches Glück gehabt den im April für 2.000$ verscherbelt. Es gibt noch einen kleineren Markt, den „Auckland City Car Fair“ in der „Alten Rd“ mitten in Auckland. Da er klein ist kann man dort auch mal schauen, die meisten Verkäufer sieht man aber Sonntags in Ellerslie eh. Das kann aber auch von Vorteil sein, quasi als Probe, um den Markt auszuchecken und eventuell Backpacker die unter Zeitdruck verkaufen müssen ausfindig zu machen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zu Beginn der Saison allerdings verschwindet gering, die meisten sind Professionelle Händler die die Autos im Winter einlagern und weiter verkaufen. Diese sind es auch meistens, die einem die Autos im Herbst wieder abkaufen – für einen Spottpreis. In Ellerslie gibt es dann auch Mechaniker, bei denen man sein zu kaufendes Auto für rund 150$ (meine ich) komplett durchchecken lassen kann.

Hier versuchen wir uns gerade als Händler

Die Mechaniker sind unabhängig von den Händlern und ihnen ist zu vertrauen, und sie in Anspruch zu nehmen ist auf jeden Fall ratsam! Sie sind zwar teuer, aber man spart sich durch sie eventuell den Kauf eines 5000$ teuren Schrotthaufens! Auch bietet sich der Kauf einer Versicherung an, wir haben unsere bei AA (dem ADAC-Pendant) für rund 450$ gegönnt – sie war 2016/17 die günstigste.

Um überhaupt irgendwas zu kaufen braucht man natürlich erstmal Geld, welches per Überweisung ca. eine Woche nach Neuseeland benötigt. Dafür erfordelich ist ein neuseeländisches Konto. Das haben wir bei der Kiwibank eröffnet, weil sie Teil der neuseeländischen Post ist, die ihre Filialen in wirklich fast jedem Kaff haben. Damit wäre dann auch die Versorgung mit Bargeld garantiert, wobei dieses kaum benötigt wird, da man alles mit Kontaktlosen Karten bezahlen kann – auch ein Eis für 70 Cent bei Burger King ist überhaupt kein Thema (aber zu Fastfood komme ich noch).

Für das Konto benötigt man einen „Proof of Adress“, also ein Dokument, das beweist, dass du in Neuseeland eine Wohnung hast. Wir haben das so gelöst, dass unser damaliger Air BnB-Host uns netterweise eine seiner Stromrechnungen mitgegeben hat, auf deren Briefkopf seine Adresse vermerkt war. Quasi ein Freifahrtsschein für uns, denn diesen Brief hätten wir jederzeit für alles Verwenden können – also ein Glücksfall. Viele Hostels bieten diesen „Proof of Adress“ aber auch als Service an, für einen Aufpreis von 10-25$ soweit ich mich an Gesehenes richtig erinnere. Häufig braucht man zu Beginn der Saison einen Termin bei der Bank, also sei am besten flexibel, sowohl was die Filiale, als auch die Zeit angeht, und bring davon genug mit, das kann schon mal ne Woche dauern. Solange bietet es sich auf jeden Fall an, über genug selbst mitgebrachtes Bargeld von zu Hause zu verfügen! Wir hatten uns da zu Beginn beim Zeitmanagement etwas verschätzt und waren über jegliche Rechnung froh, die mit dem Handy und Paypal zu bezahlen waren (wobei da die Wechselkurse teilweise echt scheisse sind).

Sollte man genug von dabei haben: besonders für den Automarkt, denn dort zahlt man Bar!

Das Konto zu eröffnen geht dann aber sehr schnell, zumal man dank unpersonalisierter Karte (also ohne eigenen Namen drauf) sofort überall bezahlen kann. Danach zahlt man sein Bargeld einfach aufs Konto, und geht damit am besten direkt in den nächsten Supermarkt, kauft sich etwas günstiges und kehrt zur Bank zurück. Mit dem Beweis, dass sich auf dem Konto auch Geld befindet (der Rechnung) kann man nun auch eine Steuernummer beantragen, und bekommt diese auch sofort überreicht. Die ist überlebenswichtig wenn man einen Job ergattern möchte, ohne diese würde man schwarz arbeiten, und das ist sicherlich keine gute Idee.

Mit dem frischen Konto kann man dann auch spätestens jetzt zu einem Telefonanbieter gehen, um eine Sim-Card zu holen. Wir haben uns für Vodafone entschieden, denen wurde in diversen Internetforen die höchste Netzabdeckung nachgesagt, ist aber auch nicht ganz günstig. Uns war das wichtig, weshalb wir für die zugegeben vielen 3GB monatlichen Daten auch fast 35$ zahlten, dafür konnte man an den SMS und Freiminuten dank der App massiv schrauben.

Für Übernachtungen bietet sich in der ersten Woche auf jeden Fall ein Hostel an. Die „Base“ in der Queensstreet, der Haupteinkaufstraße in Auckland ist für viele Backpacker die erste Anlaufstelle. Sie ist günstig… aber darum nicht unbedingt auch gut. Ich fand sie zu voll, unser Zimmer lag in der Nähe der Bar und war darum auch Nachts ziemlich laut, nix für Leute mit Jetlag, aber sicher Top um abends mal aus zu gehen. „Silverfern Backpackers“ und die „YHA“ waren andere Hostels die wir in Auckland aufgesucht haben, allerdings alle 3 erst als wir abgereist sind. Besonders die YHA ist ganz praktisch, weil sie mit einem deutschen Jugendherbergsausweis vergünstigt zu bekommen ist. Zwar nicht ganz billig wäre sie meine erste Wahl der von mir besuchten Unterkünfte, aber es gibt ja genug Websites auf denen man Hostels für seinen Geschmack finden kann. Wir haben für unsere Ankunft jedoch zuerst Air-Bnb gewählt. Die 2 Tage dort haben wir aber fast komplett verpennt, aber dank des herzlichen Gastgebers der uns bei vielem helfen konnte denncoh perfekt. Danach haben wir Couchsurfing gemacht, was ich bei unserem Host aber nur bedingt empfehlen kann, der war nicht ganz so cool drauf wie der Typ von Air-BnB. Kann man nix machen.

Queensstreet

Was aber auf jeden Fall zu beachten ist, ist die Entfernung des Wohnorts beispielsweise zur Queensstreet. Überall sonst ist eher wenig los, wer was erleben will sollte ins Zentrum, was dank Bus und Bahn super geht, aber in unserem Fall ca. 7$ pro Strecke kostete – nicht ideal um Gels zu sparen.

Ist man unterwegs so variieren die Preise je nach dem, wie man unterwegs ist. Ist man Camper, und schläft im Auto oder Zelt, so lässt es sich auf sogenannten DOC-Campingplätzen richtig Geld sparen. Sie sind vom „Department of Conservation“ die für den Naturschutz zuständig sind. Die Campingplätze liegen meist mitten in der Wildnis und sind wunderschön, sind dafür aber oft nur rudimentär ausgestattet – Stichwort Plumpsklo. Diese sind aber überraschend sauber und fast immer in Topzustand. Dafür sind die Preise unschlagbar: häufig gratis, aber kaum teurer als 10$! Meist steht eine Spendenbox da, und man vertraut darauf, dass die Gäste auch zahlen. Natürlich gibt es auch besser ausgestattete Plätze, insgesamt ist die Preisspanne beim Campen von 0 bis ca 25$ üblich, darüber eher aussergewöhnlich. Anders sieht das bei Hostels aus, diese fangen nicht unter 25$ pro Person und Nacht an. Seinen Strom läd man am besten in „Librarys“, die gibt es fast überall, haben lange Öffnungszeiten und fast alle sogar freies WLAN. Finden lassen sich diese, aber auch öffentliche Duschen, Campingplätze, Krankenhäuser, Supermärkte und alle wichtigen Institutionen mit der dringen zu empfehlenden App Campermate

Ein Beispiel für einen DOC-Campingplatz

Solange man in Auckland ist und sofern man keine eigene Küche zur Verfügung hat, ist Fastfood der einzige Weg, etwas zu essen zu bekommen. Neuseeland hat zwar ein unglaublich umweltbewusstes Immage, aber Schein unterscheidet sich hier definitiv vom Sein. PizzaHut und Dominos bieten für umgerechnet nur 3€ pro Pizza die günstigste Grundversorgung und war darum stehts unsere Wahl, alles andere bewegt sich preislich ab 7$.

Kosten pro Monat beliefen sich bei uns bei insgesammt rund 1.000 $ pro Monat. Diese können sich aber durch Aktivitäten erhöhen, wobei bei uns im Schnitt eben jene Tausend Dollar herauskamen. Definitiv empfehlen lässt sich hier die Region um Queenstown. Sie ist berühmt dafür den Bungeejump erfunden zu haben, dementsprechend viele gibt es hier. Sowohl den höchsten Jump als auch die größte Schaukel des Landes finden sich hier. Die Nevis Swing schlägt mit rund 270$ zu buche, der Bungee mit rund 370$, die allerdings lieber auszugeben sind als das Geld für die Swing, die ich als weniger spektakulär empfunden habe. Bei Motueka lässt sich ein wunderbarer Basejump für 450$ machen.

Wo und wie findet man Arbeit?

Wenn du nicht nur Geld ausgeben möchtest, sonder auch wieder etwas verdienen willst, dann wirst du um arbeiten wohl nicht herum kommen. Klassiker sind hier Farmwork wie Erntehilfe, etc. Wichtig ist, dass du dafür ein spezielles Working-Visa brauchst, dass nur einmal im Leben beantragt werden kann, dir dafür aber 12 Monate Aufenthalt in Neuseeland ermöglicht (Im Ggs. zum Tourist-Visa, das 6 Monate Einreise erlaubt). Ausserdem brauchst du ein Konto, wie ich weiter oben schon erklärt habe. Wenn du dir es leicht vorgestellt hast, dort Arbeit zu finden, rate ich zur Vorsicht. Mit dir kommen tausende junge Menschen ins Land, die mit dir konkurrieren, und die Jobs sind meist Saisonarbeit, die nur für wenige knappe Wochen zur Verfügung ist (Kellner oder Ähnliches werden meist nur ab 3 Monaten gesucht, und temporär unmöglich zu bekommen). Um dir eine Menge Frust bei der Arbeitssuche zu ersparen, würde ich in ein Working-Hostel gehen, anstatt wie wir Tage lang Orchard um Orchard, Farm um Farm abzugrasen. Wenn du das trotzdem machen möchtest, nenne ich hier kurz die drei wichtigsten Regionen dafür: auf der Südinsel haben wir besonders in der Region um Nelson geguckt, wo viel Obst angebaut wird, und um Blenheim, wo wir schliesslich mit einem Working Hostel fündig wurden. Auf der Nordinsel ist besonders die Region um  Napier und Hastings für Kiwis bekannt, auch dort kann man es zu den entsprechenden Saisons mal versuchen.

Was ist ein Working-Hostel? Das sind eigentlich ganz normale Unterkünfte, in denen sich aber der Host zudem um die Vermittlung von Arbeit zwischen Farmen, etc und dir kümmert. Wir waren 2017 in Blenheim auf der Südinsel, einem der grössten Weinanbaugebiete der Insel, im Station Backpackers, die uns einen Job auf einem Weinberg besorgt haben. Unsere Aufgabe dort war das zurechtschneiden der Reben, Vorbereitungen für die Ernte und Unkraut jähten. Diesen Job haben wir 3 Wochen gemacht, und knapp 1000$ verdient (glaube ich) – das hat uns dann aber auch gereicht, und wir waren froh wieder unterwegs zu sein.

Um dir auch ein bisschen bei der Reiseroute unter die Arme zu greifen, möchte ich dir gerne unsere Karte zeigen. Hier siehst du alle unsere Übernachtungen in nummerierter Reihenfolge, und in den Beschreibungen auch die dazugehörigen Blogposts, falls dich etwas näher interessiert. Wir sind im Prinzip in einer 8-Form gereist, und sind von Nordosten den Küsten entlang nach Südwesten gefahren, und dann wieder nach oben. Die Strassen sind teilweise nicht so gut wie man es von zu Hause gewohnt ist, häufig wirst du über Gravelroads (Schotterstrassen) fahren müssen. Die grossen Highways sind aber selbstverständlich bestens ausgebaut. Plane dennoch genügend Zeit ein, wenn du von A nach B möchtest. Das liegt einerseits an den oben genannten Strassenverhältnissen, aber auch an der teils kurvigen Strecken und den Speedlimits, die hier wirklich Sinn machen, halte dich daran (auch wegen der Strafzettel)! In Neuseeland wirst du häufig Schilder sehen, auf denen bsp. „80 is not a goal“ steht. Ein Motto, das man sich zu Herzen nehmen kann, auch weil man die abwechslungsreiche Landschaft, versteckte Wasserfälle oder andere Highlights wie Herr-der-Ringe Drehorte nicht verpassen möchte ;). Im Folgenden zeige ich dir noch ein paar absolute Klassiker, die man nicht verpassen darf!

Nevis Swing
Und Bungee

Hierbei sieht man den Abel Tasman Nationalpark der ein absolutes MUST-DO ist. Hier kann man von eintägigen Kajaktouren bis zu mehrtägigen Wanderungen alles machen, und was einer meiner absoluten Highlights des Landes!

Raften und der Besuch eines typischen Maoridorfs in Roroura sind weitere tolle Aktivitäten in der geothermal aktiven Region, in der man auch einen Stadtpark mit kleinen Schlammvulkanen besichtigen kann. Auch Hot Beaches wie an der Cathedral Cave (Drehort von bspw. Narnia) oder Kawhia sind zu empfehlen. Besonders letzterer, da er nicht so überlaufen ist, und zudem wärmer. Und natürlich Hobbiton, das Set für die Herr der Ringe Triologie gehört auf die Route jedes Neuseelandreisenden, spätestens hier wird man zu Fan, versprochen.

Das kulturelle Erbe wird gerne gezeigt – wie hier beim Tanzen Auch Schnitzereien gibt es überall im Dorf

Traditionelle Speisezubereitung durch Geothermie

Eingang zu einem Maori Dorf

Ansonsten wäre es das soweit, wenn aber noch Fragen bestehen, schreib es gerne in die Kommentare 😀

Viel Spaß beim bereisen dieses wunderbaren Fleckchen Erde

Sven