08.05 – 12.05 2017 – Gili Air

Am 08. packten wir mal wieder unseren Backpack, wir wollten eine neue Insel erkunden. Dafür hatten wir gestern bei unserem jetzigen Host einen Shuttle Service gebucht, der um ein Uhr eintreffen sollte. Wir gingen also noch schnell was in unserem Stammrestaurant essen und als wir zurück kamen war der Wagen auch schon da. 

Die riesigen Backpacks in den mit Menschen schon überladenen Kleinbus gestaltete sich als schwierig, zumal ich mit der Tante des Hosts, der gerade nicht da war, stritt, weil diese, und auch der Host der per Nokia-Knochenkommunikation dazu geschaltet war das Geld für unsere Übernachtungen wollte. Das hatten wir allerdings online an den anderen Host gezahlt, der uns ja dann mangels Hostels hier untergebracht hat. 

Der Fahrer hat das allerdings dann, nachdem er es irgendwie geschafft hat sein Tetris-Level zu beenden, sehr diplomatisch gelöst: „Ist mir scheiss egal ob die gezahlt haben oder nicht, du steigst jetzt ein, ich hab Zeitdruck!“

Dieser Argumentation könnte sich natürlich niemand entziehen, und ich sprang in den Wagen, während die völlig verdatterte Tante nur dem Wagen hinterhergehen konnte. Wenn wir dadurch jetzt eine Nachbarschaftsfede ausgelöst haben sollten – tut uns echt leid, aber wir standen ja unter Zeitdruck…

So raste der Bus nach Pamenang, durch einen Schleier von Regen, der kurzzeitig die Sicht trübte. Mal wieder Glück gehabt, dass das Wetter genau dann schlecht ist wenn wir nicht drauf angewiesen sind. 

Gegen halb drei kamen wir in Pamenang an und wurden bei einem kleinen Restaurant ausgeladen, in dem man vor dem Ablegen der Fähre in einer halben Stunde noch was essen könnte (der Fahrer hatte wohl keinen Zeitdruck…). Wir hatten das ja schon erledigt und waren so versorgt. Ein wenig später kam das Zeichen, wir schulterten unsere Sau schweren Backpacks und liefen zum Hafen. 

Dort mussten wir unser vorläufiges Ticket vom Restaurant in ein richtiges Ticket der Fähre tauschen.

Etwas später versuchten wir auf die schaukelnde Fähre steigen, die auch nur ein etwas größeres Fischerboot war. Das war einigermaßen kompliziert, wir mit fast 30 Bonuskilos um Bauch und Rücken versuchten vom weichen Sand aus in das in den Wellen lustig vor sich hin treibende Boot zu steigen. Mit Hilfe von ein paar freundlichen Mitpassagieren, die beherzt Zugriffen und einen an Board zogen gelang das dann auch, unter unserem Gewicht brach allerdings die Sitzbank der Fähre, Christoph und ich haben je ein Brett auf dem Gewissen.

In weniger als 20 Minuten waren wir übergesetzt, die kleine Insel Gili Air und ihre zwei Mit-Gilis im Hintergrund konnte man schon von Hafen aus sehen, was natürlich unsere Vorfreude weckte.

Dort angekommen kämpften wir uns an Land und durch die Menschenansammlung im Hafen und machten uns dann auf den Weg zum Hotel.

Den ersten und größten Erholungsfaktor sieht man sofort wenn man auf die Straßen blickt. Beziehungsweise man sieht ihn nicht, und das ist super. Es gibt keine Autos und auch keine Motorroller. Das macht die Insel sehr leise, himmlisch leise. Ganz abgesehen davon ist die ganze Insel ein Paradies auf Erden. Gebt sie einfach mal in die Google Bildersuche ein, dann ist schon klar warum. Es ist DAS Klischee von Südseeinsel. Türkises glasklares Wasser, Palmen überall und korallweißer Strand. Das hatten wir hier zwar überall sonst auch, aber Gili Air ist wie eine kleinere schönere Miniaturausgabe von Indonesien. Atemberaubend und definitiv ein Tipp für die nächsten Urlaube. 

Und unser Hotel, das Colour Cottage war auch super. Ein toller kleiner Pool, ein schönes großes Bett, Klimaanlage und Frühstück. Das beste war vielleicht allerdings das Badezimmer, das außerhalb der Hütte lag, in der wir schliefen. Es hatte kein Dach und so könnte man unter freiem Himmel duschen. Herrlich.

Die Gili Inseln waren so der absolut erholsamste Ort auf dem wir bislang waren. Mehr gibt’s dazu eigentlich auch nicht zu erzählen. Entweder wir lagen am Strand, am Pool oder saßen in unserem schnell gefundenen Stammrestaurant beim Essen. Wir waren so gern gesehene Gäste dass wir ganz schnell auch Köstlichkeiten aufs Haus bekamen, wie selbst gebackene Süßigkeiten aus einer Knolle, Manjok vielleicht, mit Nüssen und Kokosnussraspwln verfeinert, oder Salaks, Früchte die aussehen wie Feigen die sich als Gürteltiee verkleidet hatten, und nach Ananas schmeckten. Köstlich. Dort trafen wir auch Eva, eine holländische Backpackerin, die auch gerade aus Neuseeland gekommen war, weshalb man natürlich reichlich Gesprächsstoff hatte. Und wir alle merkten, wir müssen da mindestens noch mal so lange da hin, um all das zu sehen, was man tolles verpasst hat (Wanderungen und die Kekse des Kinos in Wanaka, die wohl ziemlich gut sein sollten). 

Die Zeit auf Gili war einfach nur bombastisch, und würden wir nicht in ein paar Tagen nach Bangkok wollen, würde ich hier gern auch noch ein zwei Monate bleiben. 

Ein Gedanke zu „08.05 – 12.05 2017 – Gili Air“

  1. Hi Sven,
    dein sehr aufmerksamer Blickwinkel samt „eingebauter“ Fotolinse lässt deine Erlebnisschilderungen stets brillieren. Trotz vorgenommener Relaxphase ist und bleibt es spannend ! Welch ein Genuss, das alles lesen zu können!

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