20.04. 2017 – Anflug auf eine andere Welt

 

Um drei Uhr klingelt der Wecker, wir sammeln unseren Kram zusammen und machen uns auf leisen Sohlen aus dem Staub, denn im Zimmer liegen noch drei weitere Personen. Der Check-Out geht schnell und problemlos über die Bühne und so stehen wir schon wenige Minuten nachdem wir aufgestanden waren in der kühlen Morgenluft der Millionenmetropole und wandern die Queen Street hinauf zur Bushaltestelle des Skybusses. Die Stadt ist angenehm ruhig, nur wenige Menschen sind noch unterwegs. Letzte Partygänger und Taxifahrer, die ebendiese einsammeln, die ersten Lieferanten. Unser Blick fällt ein letztes Mal auf den rot erleuchteten Skytower und die Hochhäuser um uns, dann kommt auch schon der Bus der uns zum Flughafen fährt. Dass wir das Land nun nach fast 5 Monaten verlassen ist uns immer noch nicht wirklich bewusst, aber die Vorfreude auf Bali ist gewaltig.

Diese Vorfreude wird allerdings kurzzeitig gedämpft als uns beim Check-in gesagt wird, dass wir so nicht fliegen können. Wie so? Naja, wir hatten nach guter alter Tradition keinen Rückflug gebucht, was wir dank Internet und Smartphone natürlich umgehend erledigen. Schwein gehabt, dass wir nicht vor 15 Jahren geflogen sind…

Mit unserem Boardingpass in der Hand gehen wir erst mal frühstücken, allerdings nicht so pompös und köstlich wie noch gestern Morgen, sondern bei Mecces. Danach ist es auch schon Zeit ins Flugzeug zu steigen, wir füllen das benötigte Formular zur Ausreise aus Neuseeland aus und begeben uns zur Maschine. Die Triebwerke fahren hoch und wir werfen einen kurzen Blick zurück auf das Land, dass wir nun wirklich lange bereist haben, bevor wir ihn vor uns auf die Bildschirme richten und uns die nächsten Stunden bedudeln lassen.

Lecker…

Um 9:10 Ortszeit landen wir angenehm in Sydney, begeben uns durch den etwas versteckten Eingang in den Transitbereich und haben nun 7 Stunden des Wartens vor uns. Aber auch die bekommen wir einigermaßen schnell dank viel Musik und dem schnellen freien WLAN des Airports rum. Zwischendurch haben wir noch nach einem Restaurant gesucht, um Mittag zu Essen, was aber durch verdammt hohe Preise und geringes Angebot nicht wirklich vergnüglich war. Schließlich viel unsere Wahl auf einen Wrap für jeden und eine Portion Pommes, die wir uns teilten.

unser Flieger
Skyline von Sydney im Hintergrund

Um kurz vor 5 ging es dann endlich weiter, und da wir fast am Fenster saßen hatten wir einen gigantischen Ausblick auf die Stadt im abendlichen Licht. Natürlich konnten wir auch die Harbour-Bridge und die berühmte Oper sehen, die von hier oben aber viel kleiner aussieht als erwartet.

Die nächsten sieben Stunden verbrachten wir dann ziemlich eingequetscht in einer kleineren Maschine mit Filmen, schlafen konnte man bei so wenig Platz nicht. Um halb zehn Ortszeit, was halb zwei in Neuseeland entspricht landen wir dann endlich in Denpasar auf Bali. Noch im Gateway fällt uns die angenehme Wärme auf die uns entgegenstrahlt und dass wir dafür viel zu warm angezogen sind.

Endlich auf Bali gelandet

Dass wir in einer völlig anderen Welt gelandet sind wird sofort klar, als wir aus dem Gebäude treten. Während wir in Auckland damals nicht den Hauch eines Kulturschocks erlebt haben trifft er uns hier wie ein Schlag. Mit unseren riesigen Backpacks sind wir wie Leuchttürme für jeglichen Taxifahrer im Umkreis von 400 Metern, und wirklich jeder rennt uns hinterher und will uns in sein Auto locken, teilweise mit echt penetranter Nerverei, die uns übermüdete Reisende doch ziemlich strapaziert.

Schließlich wissen wir uns nicht weiter zu helfen als zurück in den Airport zu gehen und unseren Air BnB Host zu fragen, ob er uns abholen könnte. Der ist allerdings nicht zu erreichen, und so beschließen wir ca 20 Minuten später noch einen Versuch zustarten, diesmal aber mit neuer Taktik. Wir wollen uns bis zum offiziellen Taxistand durchschlagen, denn die Leute die den gesamten Flughafen zustopfen und Touris abfangen sind alles, aber keine richtigen Taxifahrer. Mit der Ausrede wir werden von unserem Hotel abgeholt schmettern wir jeden Versuch der Leute ab, doch noch Geld aus uns zu ziehen, und tatsächlich, unser Plan geht auf.

Wir kommen so also doch noch zum Taxistand, nur steht da bis auf ein einziges blaues Gefährt niemand sonst. Dennoch verhandeln wir den Preis (100.000 Indonesische Rupie, was 7€ entspricht) und fahren los. Der Fahrer scheint wohl nicht wirklich eine Ahnung zu haben, wo er denn überhaupt hin muss, ein Navi oder Handy mit einer Karte (oder diese gar analog) besitzt er offenbar nicht. Deshalb fahren wir drei oder vier Mal links ran (auch hier herrscht Linksverkehr) und er erkundigt sich nach dem Weg.

Gegen Mitternacht erreichen wir dann endlich unser Air BnB, dass sich als richtiges Hotel herausstellt, wir bezahlen den Fahrer bar, denn Geld haben wir in weiser Voraussicht schon am Flughafen abgehoben. Völlig fertig schmeißen wir uns in das große Bett und schlafen ein wenig später ein. Willkommen auf Bali

 

2 Gedanken zu „20.04. 2017 – Anflug auf eine andere Welt“

  1. Moin Sven,
    jetzt bist du – seid ihr – mit der Reise zum anderen Ende der Welt zum Weltenbummler (na ja, fast) geworden.
    Damit wird Alles immer noch spannender!

    Der Blog ist mitreißend mit deinen umfassenden und packenden Schilderungen, die nichts auslassen. Weder Stimmung bei Mensch und Natur, Land und Landschaft, ob Hunger oder Essensgenüsse, ob Fitsein samt Sporttreiben oder doch lieber Relaxen 😉
    Witzig, die Kunst, „sich auf den Arm nehmen können.“ Von wem du das wohl hast? Da kann man doch glatt was lernen, mich selbstverständlich einbezogen.
    Du läßt deine Leser auch an kleineren Enttäuschungen teilnehmen, die wiederum das Organisationstalent und Anderes fordern, oder?
    Wir erleben besondere Orte bis hin zum „kunstvollen Örtchen oder Sofa“. Was es nicht alles gibt!
    Deine Begeisterung und die Lebendigkeit deiner Berichte läßt einen gedanklich mit on Tour sein. Danke dafür! Und als meinen ganz persönlichen Dank sieh bitte auch dieses etwas längere Feedback an.
    Schon mal überlegt, ob Reisebegleiter (Studienreisen) vielleicht als lukrativer Semester/ Ferienjob in Frage kommt? Talent dafür
    ist jedenfalls vorhanden.
    Weiterhin viele Super -Erlebnisse, Eindrücke und Geschehnisse
    für dich/euch
    mit einer steifen Brise vom Dollart

    1. Danke Gossi, das Feedback freut mich wwirklich sehr, so weis man wirklich dass sich die Arbeit lohnt. Wenn du dich mit dabei fühlst dann hat es genau meine Erwartungen an den Bericht erfüllt. Tatsächlich hatten wir es kürzlich (bzw schon länger her, die Mädchen waren noch mit uns unterwegs) davon, sich für einen Ferienjob bei einer Reiseargentur zu bewerben, und warum nicht? Spannend wäre das sicher.
      Liebe Grüße vom morgentlichen Pool.

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