Schicksalsberg und andere Abenteuer

Um 5:15 weckte uns sanft unser Handy und schmiss uns aus dem Bett, denn heute war die Wanderung am Schicksalsberg aus „Herr der Ringe“ geplant, die mit ca 6 Stunden reiner Wanderzeit angegeben ist. Zum Frühstück gabs also Haferschleim, erstens weil es satt macht und zweitens, weil es warm ist, was bei den morgendlichen Temperaturen hier göttlich ist.

Mit dem Auto ging es dann zum einigermaßen in der Nähe des Campingplatz gelegenen Parkplatz, von dort aus wir ein Shuttle auf die andere Seite des Berges gebucht hatten – damit man einfach „nur“ zu seinem Auto zurück laufen muss.

Im Bus wurden wir auf Maori begrüßt, denn der Nationalpark ist Maori Land, und anschließend kurz über die bevorstehende Wanderung informiert. Logischerweise ist man dann nicht der einzige am Startpunkt, und so stiefelten wir in einem Pulk von gefühlt 500 oder mehr Touristen durch die staubige zerklüftete Vulkanlandschaft, die immer mehr wie von einem anderen Planeten zu werden schien.

Drei Wandersleut

Nach ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden erreichten wir einen Wegweiser, der uns entweder auf die geplante Route weiter geschickt hätte, oder mit einem klitzekleinen Umweg von 3 Stunden auf den Gipfel des Vulkans, den man auch aus den Filmen kennt.

Da sind wir hochgekraxelt, nur ohne Ring

Nach einer kurzen Diskussion beschlossen wir trotz einiger Vorbehalte das Wagnis einzugehen, und auf den Berg zu klettern, was echt hart war. Das liegt zum einen an der wirklich extremen Steigung des Vulkans, zum zweiten daran dass es keinen richtigen Wanderweg sondern nur ungefähre Pfade und zum dritten daran, dass die Pfade nicht etwa aus festgetretener Erde bestand, sondern aus der Vulkanasche und dem leichten Bimsstein, auf dem es nahezu kein Halten gab. Mehrfach hörten wir den Warnruf „Rocks!“ und schon wenige Sekunden später kullerten Steine an uns vorbei.

Ein bisschen Landschaft

Nach circa 3/4 des Weges wurde Eva und mir das zu viel, zumal wir auch mit unseren großen Backpacks, indem wir unsere Vorräte transportierten und die je abwechselnd von einer Person pro Auto getragen wurde, dabei hatten, was ja ne zusätzliche Belastung von ein paar Kilo war. Wir sind also kurz vor dem Hügel umgekehrt und haben alles mit genommen, damit Christoph und Julia es möglichst leicht nach oben hatten.

Der Abstieg ging extrem schnell, da wir uns einfach auf einer kleinen Aschelavine nach unten schlittern ließen, weshalb wir schon nach einer halben Stunde unten am Fuß des Vulkans waren.

So steil ging’s am Schicksalsberg nach unten

Die Zeit bis die anderen wieder da waren nutze ich spontan für ein kleines Nickerchen, die Nacht war einfach kurz. Nach einer 3/4 Stunde waren dann auch unsere Bergsteiger wieder unten und es ging weiter auf unserem eigentlichen Track, der unteranderem an wunderschönen Schwefelseen vorbeiführte, die definitiv besser aussahen als rochen.

Schwefelseen

Alle Details des Wanderwegs würde wahrscheinlich den zeitlichen Rahmen sprengen, wir waren insgesamt knapp 10 Stunden unterwegs, zu erwähnen sind allerdings noch die köstlichen Pausenbrote, die die Mädels gestern Abend noch für uns geschmiert hatten. Nach der Wanderung dann ging es dann zu dem Campingplatz, den wir für diese Nacht ausgesucht hatten. Dort hieß es zu unserer Überraschung allerdings: ausgebucht. Mist, was machen wir jetzt? Wildcampen wäre zwar ne Option, aber nach so’ner Wanderung würde man dann doch ganz gerne duschen. So sind wir erstmal weiter gefahren und haben in der Stadt nach Unterkunftsmöglichkeiten gesucht, denn der nächste Campingplatz war laut Website auch schon ausgebucht. Alles in allem eine ziemlich beschissene Situation.

Geschafft!

Doch das Glück war uns hold, die beiden Jungs, die wir letzte Woche in Taupo auf dem Campingplatz kennen gelernt hatten, und die Mädels schon im Coromandel, haben durch Evas Talent soziale Kontakte zu pflegen Wind von der Sache bekommen, und waren just an dem Tag auf dem Campingplatz, der uns weg geschickt hatte. Alex hat dort wohl so lange Überzeugungsarbeit geleistet, bis wir schlussendlich doch dort campen konnten, etwas zusammen gequetscht, aber immerhin nicht in der Wildnis.

Als Vorwand wurde ein Geburtstag genannt, welcher zu unserer Überraschung allerdings tatsächlich statt fand. So kämpften wir bis Mitternacht gegen die Müdigkeit um danach noch freundlicherweise ein Stück Schokokuchen und 2 Bier abzugreifen, was hier unglaublich freundlich und unglaublich teuer ist. So hatten wir auf jeden Fall einen denkwürdigen und tollen Tag.

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