Wellington

 

05.01 2017

Heute haben wir alle herrlich geschlafen, obwohl wir uns gestern so die Bäuche mit Spätzle voll gestopft haben. Das hielt uns aber keineswegs von einem ausgiebigen Frühstück, wieder mit den Kleinen, ab. Dann hieß es leider schon Abschied nehmen, also Zimmer aufräumen und pünktlich um 11 ging es, mit Abschiedsküsschen und gewinke überhäuft, Richtung City Centre.

Dort haben wir Jungs erstmal bei der Creswick Garage unseren Hugo abgeliefert, um das Bremslicht und die etwas klemmende Bremse reparieren lassen. Dabei wollte ich auch gleich noch die nicht funktionierende Schiebetür reparieren lassen, wogegen sich Chris erst aussprach, weil ein paar Teile dafür fehlten, und es ziemlich Zeit gekostet hätte, eventuell so viel, dass die Arbeit heute nicht fertig werden könnte . Schlussendlichen einigten wir uns aber auf die Reparatur, weil eh schon so viel Arbeitszeit für die Fehlersuche bezahlt werden musste. Solange hatten wir allerdings dann natürlich kein Auto, weshalb wir alle im Zweisitzer der Mädchen fahren mussten. In der Hauptstadt versteckt man sich deshalb lieber unter den Schlafsäcken vor neugierigen Blicken…

Zuerst ging es für Julia und Chris zum langersehnten Friseur, während Eva und ich uns das Parlament anschauten. Leider hatten wir natürlich keine Tour gebucht, weshalb wir nicht in den Plenarsaal kamen, aber im Foyer lief ein interessanter Film über Wahlrecht, Politisches System und die Gesetzgebung in Neuseeland, was sehr interessant war. Das Parlament sieht wohl von innen ziemlich genau so aus wie das Britische.

Dann ging es weiter zum Te Papa Museum, um das noch ein bisschen ausgiebiger zu betrachten, gestern hatten wir da ja leider nur wenig Zeit. Diesmal ging es in die Kunstabteilung, wo neuseeländische und europäische Kunst ausgestellt war. Am interessantesten waren Bilder von Maoris, einmal im europäischen Anzug, und einmal in ihren traditionellen Gewändern.

Dann erreichte uns ein Anruf der Werkstatt, dass die Bremse fertig sei, und wir jetzt nochmal speziell den Auftrag für die Tür erteilen sollten, da inzwischen Teile besorgt wurden. Weil wir wissen wollten, was genau kaputt war fuhren wir wieder im Tarnmodus hin und ließen uns das genau erklären, denn am Telefon war das ein bisschen schwer zu durchblicken. Nochmal kurz debattiert beließen wir es beim Reparieren der Tür, holten uns eine Pizza und fuhren dann das Auto der Mädels zum registrieren, denn die Registration war genau heute abgelaufen. Das ging ohne weitere Probleme im Postoffice in der Tanke. Diese war gegenüber eines Parks, in dem wir dann ein bisschen Zeit verstreichen ließen, bis um halb 6 die Werkstatt anrief, dass die Arbeit nun erledigt sei. Wir also ins Auto und wieder hin. Der Mechaniker wollte uns die erledigte Arbeit zeigen, die Tür klemmte allerdings immer noch, so dass er sie überhaupt nicht aufbekam. So musste wohl oder übel der für unser Auto zuständige Techniker aus seinem Feierabend zurück zur Werkstatt, und nochmal ran. Nach einer weiteren 3/4 Stunde, in der sich auch die Mädels ihre Pizza gönnten, hat es dann endlich zu aller Zufriedenheit funktioniert – die zusätzliche Arbeitszeit wurde uns aber zum Glück und freundlicherweise nicht zusätzlich berechnet.

Jetzt wieder vollends motorisiert galt es, die Zeit bis zur Fähre um 1:30 Uhr zu nutzen, beziehungsweise eher rum zu bekommen. Deshalb fuhren wir zum Mount Victoria Lookout, quasi der Hausberge mitten in der Stadt von Wellington, das ohnehin sehr steil gelegen in einer Art Fjord liegt. Von dem Lookout hat man eine phänomenale Sicht über die Stadt, über der gerade die Sonne unter zu gehen begann. 

Deshalb war es allerdings so kalt, dass wir zum Meer gefahren sind, und die aufgepeitschte See vom Auto aus angeguckt haben, und danach Herr der Ringe Teil 2 auf meinem Laptop. Weil wir alle noch ein kleines Hüngerchen verspürten ging es dann noch mal zum Mecces – ja, gerade leben wir sehr ungesund – und haben dort ein paar neue Burger getestet. Eigentlich hatte Eva n BigMac (ohne Fleisch) und wir alle den „the Boss“ – der mit Abstand aller beste Burger den ich jemals gegessen habe. Keine Ahnung warum, aber der war sowas von köstlich, man hätte es von McDonalds niemals erwartet. Deshalb gabs noch ein kleines Dessert hinterher (Apfeltasche und Eis).

Gut gefüllt stiegen wir in unsere Autos und fuhren zum Check-In. Wir zeigen der Frau am Eingang unsere Tickets und sie murmelt etwas unverständliches: „better… go inside… need to ask…“. Wir parken erstmal ganz gemütlich nebeneinander, dann das große Fragezeichen:„was hat die grad gesagt?“ „keine Ahnung, wir dachten ihr hättet zugehört und das verstanden“ „öh, na super, und nu?“

Eine furchtbare Ahnung beschlich uns, als wir unsere Tickets noch mal näher anschauen: 5. Januar, 1:30 Abfahrt Wellington – Picton. „Aber heute ist doch der 5. stimmt doch all…“ „Leute, heute ist der 5.! Wenn wir jetzt um 1 Uhr nachts abfahren ist der 6!….“ Entsetzen in den Augen, alle gleichzeitig „Fuck! Das gibt’s doch nicht!“

So bleib uns erstmal nichts anderes übrig als in das Büro zu gehen und mal kurz unser kleines Problemchen zu erläutern. Zum Glück war das überhaupt kein Problem, nur die günstigste Klasse war schon ausgebucht, weshalb wir zwangsläufig für 30$ upgraden mussten, was uns aber sowas von egal war, wir waren einfach nur erleichtert nicht ein komplett neues Ticket kaufen zu müssen! Mal wieder Schwein gehabt. Dann hieß es aufs Boarding warten, wo wir die Zeit nutzen und noch kurz die Augen schlossen. Hierbei wurden wir allerdings von unserem ersten deutlich spürbaren Erdbeben kurz gestört, dass einen Wert von 5,3 auf der Richterskala erreichte! Gut gefedert im Auto liegend war es allerdings eigentlich ganz lustig.

Nach dem Parken unter Deck ging es dann zu den Plätzen, da die Fähre allerdings doch nicht so voll war wie gedacht, und die Stühle zu weit auseinander um darauf zu schlafen, machten wie uns unter den Stühlen auf dem Boden bequem. Der heftige Seegang schaukelte uns für manche mehr für andere weniger angenehm in den Schlaf, begleitet von der Geräuschkulisse des schwappenden Meeres, den ängstlichen Hunden unter Deck, und den nicht ganz Seefesten Menschen in unserer Nähe. Wir als erprobte Wattenmeersegler hatten damit allerdings größtenteils keine Probleme – im Gegenteil, ich fand es herrlich. Um 6 kamen wir dann in Picton an, doch dazu morgen mehr.

Parlamentsgebäude von außen, sehr interessant: 4 verschiedene Architekturstile verwendet

 


04.01.2017

Meine Nacht war trotz eines richtigen Bettes, richtigen Toiletten und ner Dusche leider ziemlich kurz und deshalb nutze ich die Zeit bis zum Sonnenaufgang weise mit der Planung des zukünftigen Studiengangs, bzw. den Recherchen dazu. Es ist allerdings noch keine endgültige Entscheidung gefallen, das hat noch etwas Zeit.

Als die Sonne aufgegangen war beschloss ich, mich draußen in den Garten zu setzen, wurde dabei allerdings von den kleinen Mädels hier erwischt. Daisy (3) und Eve (5) rannten auf mich zu, als ich unsere Vorräte für das Frühstück aus dem Auto holte, und spielten gleich mit unseren Tellern eine Runde Frisbee. Bis die anderen alle wach und anwesend waren war ich mit meinem morgendlichen Sportprogramm quasi schon durch, und so setze sich Kindergärtner Sven erstmal wohlverdient an den Frühstückstisch.

Klammeräffchen

Frühstück in der Sonne

Die beiden Kleinen ließen es sich aber nicht nehmen, mit uns bei schönstem Sonnenschein auf der Terrasse zu frühstücken. Es war herrlich amüsant, und die beiden sind einfach nur zum knuddeln. Groß war der Trennungsschmerz, als sie dann ins Kino und wir in die Stadt fuhren. Das haben wir allerdings erst nach einer fast dreistündigen intensiven Reinigung unserer beider Gefährte in Angriff nehmen können. Dort besuchten wir das Cable Car Museum, was sehr interessant war und von dem man, da an der obersten der Stationen des alternativen öffentlichen Verkehrsmittels gelegen, eine wunderschöne Sicht über Wellington hat, die von der Lage ein bisschen an Rio erinnert.

Cable Car und Stadt
Der alte Maschinenraum
Die alten Wagen (Anno 1905)
Parkimpressionen

Unser Plan war also bei schönstem Wetter zur Talstation zu laufen, vorher noch zum Parlament zu gehen und dann mit dem Cable Car wieder nach oben zu fahren. Sagen wir’s mal so, den Weg nach unten durch einen tollen Park haben wir bei schönstem Wetter machen können, das schlug allerdings plötzlich so rasch um, dass wir von einer Sekunde im Regenschauer liefen, dass es uns das Wasser nur so ins Gesicht peitschte. Wir rannten also los, ohne wirklich zu wissen wohin, bis wir plötzlich vorm Ministery of Education zu stehen kamen, und dort Unterschlupf suchen. Und nein Papa, keine Ahnung wo das Gesundheitsministerium ist – leider.

Schutz im Bildungsministerium
Klatschnass ins Cable Car

Weil das Wetter allerdings nicht besser wurde, und sich unsere Parkzeit mal wieder dem Ende neigte, beschlossen Julia, Eva und Ich barfuß durch den Regen zur Station zu rennen. Mit FlipFlop geschweige denn Hörgeräten rennt es sich nämlich nicht all zu gut. Pitschnass ging es dann durch ein Hotel zur Station, und dann mit dem Car nach oben. Die erhoffte phänomenale Aussicht stellte sich allerdings dank schwerer tiefhängender Gewitterwolken über der Stadt nicht ein. Genossen haben wir es trotzdem. Ein paar Minütchen später holten wir dann Chris aus dem Ministerium ab und wir fuhren zum Nationalmuseum Te Papa, wo es eigentlich Ausstellungen zu allem gibt. Auch dort war uns durch die Öffnungszeiten leider nur ein kurzer Besuch vergönnt. Uns trieb unser Hunger eh nach Hause, denn geplant waren für heute Käsespätzle. Gekocht haben allerdings eher Chris und Julia, denn Eva und ich waren mit den beiden kleinen Mädels beschäftigt, die uns Klämmerchen in die Haare steckten und mit uns zu ihren Lieblingssongs tanzten. Wir hatten zumindest alle einen Riesenspass.

Maori


Glücklich und geschafft beim Abendessen. Man betrachte die formschönen Spätzle

Da war uns auch egal dass die Spätzle nicht ganz die Form hatten, die sie eigentlich haben sollten. Lecker war es auf jeden Fall. Jetzt sitzen wir alle in unserm Zimmer und gucken ein bisschen neuseeländisches Fernsehen und schreiben nebenbei die ein oder andere Zeile.


03.01.2017

Als wir heute aufstanden beschlossen wir ziemlich zügig weiter zu fahren, weil es aus allen Schleusen goss und der schlammige Untergrund unter uns komisch roch.

Bei strömendem Regen trugen uns unsere Gefährte mit höchstzulässiger Geschwindigkeit (100 km/h -_-) nach Wellington, wo wir dann um halb 11 auch ankamen. Allerdings etwas zu früh für unsere AirBnB Hostess, Check-In war nämlich eigentlich für 2pm vorgesehen, was wir aber fleißig überlesen hatten. Weil es immer noch regnete, und die Reinigung des Zimmers für nur noch eine halbe Stunde veranschlagt war legten wir uns einfach in unsere Autos zurück, die mittlerweile allerdings pottendreckig waren, kein Wunder. Deshalb beschlossen wir auch gleich noch nach einem Staubsauger für die Autos zu fragen, was uns für morgen auch zugesichert wurde – zum Glück. Weil wir noch nicht wirklich satt vom Frühstück waren, allerdings satt des Wartens auf besseres Wetter fuhren Chris und Ich zu PizzaHut, das ist einfach das günstigste und (er)füllendste, was man hier unten bekommt.

Heiße Versuchung

Nachdem die Pizza dann verköstigt und sich das Wetter gegen 3pm endlich positiv stabilisiert hatte beschlossen wir, in die Hauptstadt von Neuseeland aufzubrechen. Vorher ging es aber noch in das nahe Kino, um uns Tickets für den heutigen Abend zu besorgen. Das Kino war total schnuckelig, dazu aber später mehr.

Wellingtons Hafen ist echt sehr sehenswert, viele kleine Anleger, zudem ist alles parkähnlich mit kleinen Brücken und Stegen verbunden. Am besten hat uns aber die Schaukel am Meer gefreut, was alle anderen aber wohl mehr verwirrt hat, besonders den Knirps der neben uns schaukelte. Dem gefiel das nämlich gar nicht, dass wir höher kamen als er.

Wenn man nicht Autofahren müsste

Autos ganz alleine

Nach ein bisschen Lauferei in der wieder fast menschenleeren Stadt und einem kleinen Snack im BurgerKing, man sieht, heute saß das Geld ziiiemlich locker, ging es dann zum Kino, um „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ zu genießen. Das Kino ist auch ein Café, weshalb es herrlich nach viel zu teuren Kuchen und Kaffe riecht, alles in einem hübschen 20er Jahre Stil gehalten.

Und dann ging der Film los und fesselte uns für die nächsten Minuten in unsere Sitze. Er war auf jeden Fall jeden Cent des Tickets wert, das auch nicht ganz günstig war. Völlig beseelt ging es dann zurück „nach Hause“, obwohl man sich hier wirklich total zu Hause fühlt, weil die Hosts so lieb und freundlich sind. Nach ausgiebiger sozialer Interaktion ging es dann auch für alle in die Heia.

5 Gedanken zu „Wellington“

  1. Hallo Sven!Ganz toll wie fleissig Du die Reiseberichte schreibst,oder sind die Mädels als Sekretärinnen mit ange-stellt ?Kommt jetzt die Arbeitssuche? Viel Glück auf ’ner Farm oder sonstwas

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