Raranga

26.01. 2017
Nach einer saukalten und auch ziemlich windigen Nacht auf dem Campingplatz in Renwick fuhren wir nach einem ebenfalls recht windigen Frühstück gegen kurz nach 9 nach Blenheim zur Library, Akkus füllen, Blog schreiben, das selbe Prozedere wie immer. Im Countdown besorgten wir uns danach ein bisschen Toast, der Verbrauch des selbigen ist hier ungemein hoch.

Nette Idee

Die ISite hatte uns gestern eine Wanderung bei Rarangi in der Whites Bay empfohlen, weshalb wir dann dort hin fuhren. Dort fanden wir einen kleinen Parkplatz am Meer, und gingen ersteinmal an den Strand. Dort gab es herrliche Wellen, die direkt neben uns an eine Klippe schlugen, die es für uns natürlich zu erklettern galt! Keine Sorge, es war nicht allzu gefährlich, und gelohnt hat es sich definitiv, denn wir kamen in eine kleine Bucht, genannt Monkey Bay, mit einem kurzen aber schönen Strand, und zwei Höhlen, wobei sich die hintere der beiden sogar als teilweise gefluteter Tunnel in eine andere Bucht herrausstellte.

Eingang zur Grotte

Kleine Kletterpartie

Monkey Bay

Plötzlich tauchte aber eine Familie mit Kleinkind auf, die unmöglich den Weg über die schroffen Felsen genommen haben konnte und so stoßen wir auf einen gemütlichen und extrem kurzen Wanderweg, der uns direkt am Parkplatz rausspuckte und den wir vorher einfach ignoriert hatten. Nach diesem kleinen Ausflug und dem längeren chillen am Strand beschlossen wir gegen 1 Uhr endlich zur Wanderung aufzubrechen. Wir schmierten uns beide ein paar Brote, packten etwas zu trinken ein und los ging es. Das Schild deutete auf eine leider ziemlich kurze Wanderung von gerade einmal einer Stunde hin, dennoch stiefelten wir los. Wie sich etwas später herausstellte war die einstündige Strecke nur bis zum Startpunkt der eigentlichen Wanderung, und so konnten wir uns vergnügt auf eine viereinhalb stündige Tour freuen.

Der Weg war allerdings bedeutend anstrengender als beispielsweise der Abel Tasman, der im Vergleich dazu wie ein asphaltierter Fahradweg in Paderborn war – sprich anspruchslos. Die Steigung war um einiges stärker und auch der Weg selbst machte es uns nicht leicht, da er viel schlechter ausgebaut war, als alle Wanderwege zuvor. Spaß hat es aber auf jeden Fall gamacht, und die Landschaft wechselte während dessen eindrucksvoll. Zuerst kamen wir durch einen von Büschen dominierten Streckenabschnitt, die aber nach und nach dicken Bäumen wichen bis sich diese zu knorrigen, von Moos behangenden Riesen entwickelten. Man kam sich ein bisschen vor wie Mirakulix in seinem Druidenwald.

Die Aussicht über die Ebene von Blenheim ist fantastisch

Ein paar Stunden später standen wir dann vor einem Schild. Entweder wir liefen den Rundweg weiter, oder wir bestigen Mount Robertson. Natürlich beschlossen wir auf den Berg zu kraxeln! Dieser hatte genau 1036 Höhenmeter, die wir, da vom Strand kommend, auch alle gelaufen sind. Nicht gerade unanstrengend. Dafür war die Sicht über die Ebene unter uns, in der Blenheim liegt, atemberaubend. Nur ganz oben am Gipfel konnte man wegen viel zu hohen Bäumen überhaupt nichts sehen. Das war natürlich extrem schade, aber wir hatten ja unsere Brote, weshalb wir uns wenigstens damit etwas trösten konnten. Leider hatte Chris diese in Ermangelung anderer Dosen in unsere Waschmittelbox gepackt… man kann sich denken wonach diese Brote schmeckten.

Dann war es auch schon halb 5, höchste Zeit für den Abstieg. Auf dem Weg trafen wir noch einen Kiwi, der uns wissend einen Berg am Horizont zeigte, und nicht ohne Stolz verkündete, dass dies der erste Berg Neuseelands sei, den Edmunt Hillary bestiegen hatte. Wer weis, eventuell folgen wir ja seinem Beispiel…

Wieder auf Meereshöhe angelangt landeten wir auf einem DOC Campingplatz, der uns so gut gefiel, dass wir beschlossen hier heute Nacht zu schlafen, anstatt nach Renwick zurück zu fahren. Zu dem Campingplatz später mehr. Das letze Stündchen Wanderung ging dann durch ein schönes Stückchen Pinienwald, der sehr nach Italienrlaub roch und klang. Den schweren Pinienharzgeruch in der Nase und die Zirkaden im Ohr liefen wir in einem Affenzahn zurück zur Monkey Bay, um Hugo zu holen. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz nahmen wir auch unsere ersten Tramper mit, ein französisches Pärchen die für sechs Wochen durch die Lande ziehen. Am Campingplatz angekomme verloren wir diese allerdings schnell aus den Augen, denn sie wollten eigentlich zu einem campingplatz einige Kilometer entfernt in der Robin Hod Bay, der aber gratis war.

Aussicht auf die Whites Bay

Wir beschlossen ersteinmal duschen zu gehen, Chris kam allerdings sehr schnell wieder und meinte, die Dusche oben sei kalt. Also gingen wir mit dem gesammten Equipment Richtung großem Badehaus. Auf dem Weg dahin fing uns aber die Campingplatzbesitzerin aus, lachte als sie von unserem Plan hörte und sagte mit ausladender Geste und verschmitzem Gesicht „Oh, aaaaall showers here are cold!“
Sich in unser Schicksal einfügend gingen wir trotzdem weiter, eine kalte Gemeinschaftdusche war Chris dann aber doch zuviel und ging zurück in die Einzeldusche neben unserem Auto. Ich blieb dort, denn wer sonst duscht um halb 9 bei den abendlichen Temperaturen noch kalt? Ich sollte recht behalten und blieb die ganze Zeit allein, zugegebender Maßen blieb ich aber auch nicht lange.

Beim Abendessen, es gab immernoch Reste vom Reis, lernten wir drei Deutsche kennen, einen Hamburger und ein Pärchen aus Paderborn. Mit diesen wanderten wir, als es dunkel genug dafür war, zu einer Felswand im Wald, wo wir das schummrige Licht der Glühwürmchen betrachten konnten.

Mit Glück kann man hier das bläulich schimmernde Licht der Glühwürmchen erahnen

Schön, aber doch nicht so spektakulär wie erwartet. Nach dem langen Tag ging es dann auch zügig ins Bett, nachdem alle Mücken aus dem Auto beseitigt wurden.

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