Dunedin

07.02.2017 – 2 Monate hier

Wir würden heute früh wach und beschlossen, die so gewonnene Zeit auch gleich zu nutzen. Wir packten alles zusammen und fuhren zur Baldwin Street in Dunedin, eines der touristischen Highlights der Stadt. Warum ist eine normale Straße ein Highlight? Ganz einfach, es ist keine normale Straße, sondern die steilste bewohnte Straße der Welt! 

Und die sind wir dann erst einmal hochgekraxelt. Es war anstrengend, doch während unserer Wanderung in Blenheim haben wir schon steileres erklommen, also kein Problem für uns Sportler.

So sieht’s von unten aus

Oben unterhielten wir uns mit 3 Holländern, ein Vater und seine 2 Söhne, die freundlicherweise auch ein Bild von uns machten. Ein Kiwi wusste allerlei über die Straße zu berichten, so gibt es beispielsweise jedes Jahr ein „Wettrennen“ von Jaffarolls (phonetisch, keine Ahnung ob das richtig geschrieben ist), eine Süßigkeit hier, die die Straße runtergerollt wird. Man kauft sich eine Nummer auf der Schokorolle, und wenn seine als erstes unten angekugelt kommt, gewinnt man etwas. Des Weiteren wurden hier einige Rekorde aufgestellt, jemand ist hier hoch geskatet, ein anderer in 38 Sekunden mit dem Fahrrad hoch, unglaublich!

Danach fuhren wir in den Botanischen Garten und frühstückten am Ententeich, die Tiere warfen uns sehr neidische Blicke zu. Wir schlenderten ein bisschen umher und mopsten einen kleinen Büschel Rosmarin aus dem „mediterranen Garten“, wer weis wann man das noch gebrauchen kann? 

Morgens halb 9 in Neuseeland – erstmal ein Müsli
Mediterraner Garten

Anschließend fuhren wir zum Signals Hill Lookout, eine kleine kurvige Straße auf einen Berg über der Stadt. Die Aussicht war enorm, die Bucht in der die Stadt liegt, die winzig unter uns lag, wunderschön. Man konnte sogar unseren Campingplatz in der Ferne erahnen.

Dunedin
… und Umgebung

Die beiden Kiwis, die uns vor einigen Tagen den köstlichen Fisch schenkten hatten uns das Otago Settlers Museum empfohlen, weshalb wir uns dieses natürlich anschauten. Dort gab es sehr interessante Ausstellungsstücke, alte Eisenbahnen, Maorirelikte und alte Walfangboote und Harpunen. Dunedin war nämlich eine der ersten europäischen Walfangstationen in NZ, eventuell sogar die erste, aber da bin ich mir nicht mehr so sicher. Je weiter man im Museum vorankam desto neuer wurden die Exponate, so gelangten wir zu einer Halle von Oldtimern (wovon man hier übrigens auch eine ungeheure Menge auf der Straße sehen kann, was uns jedes Mal tierisch freut), und einem alten Linienbus. Dann kamen Jugendzimmer der 70er, 80er und 90er. Das war auf jeden Fall sehr interessant. Am meisten Spaß hatten wir aber an den Arcadeautomaten, deren miese Steuerung uns schier in den Wahnsinn trieb.

Eine schöne Dampflock
Ein Fangboot
Sogar Staubsauger sind hier zu finden
Back to the Future/80s (je nachdem)

Dann hatten wir auch schon genug von der Stadt gesehen, und fuhren über die Southern Scenic Route anstatt des Highways nach Incarvergill. Und dieser Umweg hat sich definitiv gelohnt, die Aussicht war unglaublich!

Die erste Strecke führte an langen weißen, von Grass bewachsenen Stränden und Dünen vorbei, bis sich die Landschaft in die typischen Auenlandhügel wandelte, auf denen Schafe und Rinder weideten. Wieder ein paar Kilometer weiter fuhr man durch Pinienwälder, bis man schließlich durch Sumpflandschaften fuhr. Da eine Brücke gesperrt war mussten wir einen ziemlichen Umweg über eine Schotterpiste nehmen, aber das war kein Problem. Wir hatten die gesamten 170 Kilometer was zu sehen, und es hat wahnsinnigen Spaß gemacht, hier zu fahren. 

Der Blick vom Scenic Drive

Zur Feier des 2 monatigen Jubiläums wollten wir uns dann heute auch mal ein Bierchen gönnen, fuhren in den Pack n Safe und kauften natürlich alles, außer dem Bier, den dieses darf hier laut einem regionalen Gesetz nicht im Supermarkt verkauft werden. Dafür tragen wir aber die beiden Mädels aus Colingwood Bzw Motueka wieder, was uns sehr gefreut hat. Diese waren die Ostküste runtergefahren und kamen gerade von Stuart Island. Zufälle gibt’s hier, das ist unglaublich. Der Markt lag ja nicht einmal auf unserer Route, und dass man dann auch noch gleichzeitig dadrin ist, ist ja wohl mehr als unwahrscheinlich.
Nachdem wir dann das Bier im Liquor Land gekauft hatten und auf dem Campingplatz angekommen waren, gab es ein kleines Telefonat mit den Mädels, die in Motueka nach Arbeit suchen, und danach Abendessen. 

Und das war köstlichst! Es gab Reis mit Rateatoullie, das wir mit gedünsteten Zwiebeln, Möhren und einem Schuss Bier verfeinerten. Auch kam der Rosmarin zum Einsatz, ein hervorragendes Essen für einen hervorragenden Tag.

Sehr glückliche Köche
Allein das sieht doch von nach gehobener Campernahrung aus, oder?
Lecker!
Der Mond

Mit bester Laune gingen wir dann gegen 11 ins Bett.

06.02 2017

Um 6 Uhr reißt der Wecker uns aus dem Schlaf, denn wir wollten weg sein, bevor hier alle Leite zur Arbeit fahren. Also schnell angezogen und los, zu einer kleinen Picknick-Ecke in der Stadt, neben der praktischerweise auch eine öffentliche Toilette stand. Wir packten unser Müsli mit Banane aus und frühstückten, während wir der Sonne zusahen, wie sie über den Häusern aufging.​

Als dann das Mahl beendet war fuhren wir schnell noch tanken, und danach nach Dunedin, wo wir auf einem Parkplatz neben der Uni einen Platz fanden. Das kam uns schon etwas komisch vor, aber es war ja noch früh. Generell war die Autobahn auch erstaunlich leer gewesen, trotz der frühen Stunde hätten zumindest ein paar Menschen unterwegs sein müssen, die Straße hatten wir allerdings für uns allein.

Je näher wir dem Zentrum kamen, desto seltsamer kam uns die Leere vor, ein kurzer Blick ins Netz reichte aber um herauszufinden, dass heute Nationalfeiertag war, an dem die Kiwis die Gründung ihrer Nation feiern. Also setzten wir uns vor der ISite auf eine Bank und genossen alleine das schnelle Internet. Es wurde ein bisschen gefacetimet, gesurft und recherchiert, und so war es dann auch schon 1 Uhr, Zeit Mittag zu essen. Das taten wir im PizzaHut, und weil wir gestern den Laden im Internet bewertet hatten, und dafür einen Gutscheincode bekamen, hatte jeder heute 1 1/2 Pizzen zur Verfügung. Im Laden war große Geschäftigkeit, da gerade der Superbowl stattfand. Wir konnten also die Halbzeitshow genießen und gingen dann weiter durch die Stadt.

Besonders schön war der historische Bahnhof, von dem allerdings nicht ganz ersichtlich ist, ob er noch in Betrieb ist. In dessen oberen Etage gab es eine Kunsthalle, in der wir ein paar Bilder betrachteten. 

Anschließend gingen wir in die Gallery der Stadt, um uns noch mehr Kunst anzuschauen. Diese war allerdings sehr seltsam, beispielsweise das Video eines Elefanten, dass 4 Minuten lang nur dessen Beine zeigt, während die Kamera im Kreis um das Tier fliegt. Auch die anderen Kunstwerke waren etwas komisch, aber es war wenigstens warm und trocken. 

Draußen regnete es, dennoch fuhren wir an den Campingplatz mit dem schönen Strand, auf dem wir gestern keinen Platz gefunden hatten, um uns diesen für heute zu reservieren. Dort angekommen bekamen wir buchstäblich den letzten Platz, alle anderen warn um halb 2(!) schon belegt. 

Wir machten es uns im Auto gemütlich und lasen den Rest des Tages, denn der Regen machte den geplanten Badetag nicht möglich (bzw. zu kalt). Der Tag endete sehr früh, da wir beide ziemlich müde waren, die Nacht war dann doch etwas kurz.
05.02 2017
Da Ich heute schon vor 7 wach wurde konnte ich die warmen Duschen in ausgiebiger weise nutzen, um danach gemütlich mit Chris in der Küche zu frühstücken. Leider hatte der Toaster einen Defekt, weshalb es nur halb getoastetes Toast gab.

Gegen 11 rollten wir dann vom Platz und fuhren auf dem Highway nach Süden, bogen allerdings ab, um an einer Landzunge Seelöwen zu sehen. Diese dösten überwiegend auf dem Sandstein, einige wenige trieben aber im Wasser, in dem dicke grüne Algenbänder schwommen, die ein bisschen wie Bandnudeln aussahen.

Die restliche Strecke fuhren wir nicht über die Schnellstraße, sondern über den sogenannten „Scenic Drive“, eine Sonntagsfahrerstrecke, die man gemächlich fährt und sich dabei die Gegend ansieht, die wirklich atemberaubend schön ist. Man tuckert durch einige malerische kleine Orte die Berge hinauf und hat dann einen herrlichen Ausblick über diverse Buchten und das Meer. Außerdem kreuzt man mehrfach die dortige Eisenbahnstrecke, immer mit der Warnung „Look for Trains“ – Bahnschranken sind hier nämlich nahezu unbekannt, was allerdings verständlich ist, bedenkt man, dass wir seit Auckland nur einen einzigen Zug gesehen haben.

Pünktlich zum Mittagessen kamen wir in Dunedin an, eine Studentenstadt die uns sehr gut gefällt. Die Gebäude sind hier im edwardianisch viktorianischen Stil errichtet, ein paar Neubauten gibt es natürlich auch. Die meisten Häuser sind Schulen für alle möglichen Disziplinen, Medizin, Justiz, und und und.

Zumindest trafen wir nach einiger Zeit im PizzaHut ein, und aßen mal wieder eine schöne warme Pizza. Danach ging’s zu BurgerKing, wo wir uns was zu trinken und ein Eis holten (gerade mal 70 Cent, da sagt man doch nicht nein, oder?). Nach einiger Schlenderei fuhren wir dann auf einen Campingplatz am Meer, der aber schon ziemlich voll war. Wir gingen an den herrlich weißen Sandstrand, streikten unsere Füße ins Meer und liegen ein bisschen umher. Als wir allerdings zum Parkplatz zurück kamen stellten wir fest, dass nur die Hälfte des Parkplatzes für Camping erlaubt war. Nach einem Blick auf CamperMate war klar, hier wird kontrolliert, und wir müssen hier weg, wenn wir keine 200$ Strafe zahlen wollten.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl fuhren wir dann in den nächsten Ort, und stellten uns in einem Wohngebiet an den Straßenrand. Bis es dunkel war gingen wir noch durch das Städtchen spazieren und laden an einer Bushaltestelle, dann liefen wir zurück und schliefen ein.​​